Newsletter 1/2022

 

Ob Webdesign, Fundraising oder Nutzwert-Artikel: Die FundCom durfte wieder spannende Projekte abwickeln. Für die Zürcher Meisterwerkstatt Rast Geigenbauer haben wir zum Beispiel die brandneue Website https://rast-violins.ch produziert. Sie rankt auf Seite eins bei Google.

Viel Herzblut haben wir auch in das Weihnachtsmailing für die Stiftung Humanitas in Horgen gesteckt. Der Spendenbrief mit ausmalbaren Weihnachtskarten öffnete bei vielen GönnerInnen die Herzen und das Portemonnaie.

Die Auktion «We love to give» für die Stiftung für Kinder in der Schweiz hat bei 28 Schweizer Prominenten Erinnerungen geweckt – und noch viel mehr. Die Versteigerung ihrer liebsten Stücke erzielte Spenden von über 24’000 Franken.

Lesen Sie auch unseren NZZ-Fachartikel zum Thema Spendenabzüge.

Viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.

 

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Nachhaltige Schweizer Investment-Apps auf dem Prüfstand

Patrik Schär (links) ist CEO und Gründer des Unternehmens Selma Finance, das nachhaltige Anlagestrategien mit ETF anbietet. Tillmann Lang (rechts), CEO und Co-Gründer der Yova AG, schwört für mehr nachhaltigen Impact auf Einzelaktien.

Felix Ertle, Bernhard Bircher-Suits
17.02.2022, 05.30 Uhr

Die Schweizer Robo-Advisors Selma und Inyova stellen nachhaltige Aktienportfolios automatisch zusammen, zugeschnitten auf die Wünsche der Investoren. Wie schlagen sich die Lösungen im Nachhaltigkeits-Check?

 

Zwischen der Zürcher Stadionbrache und der nahen Limmat befindet sich der Firmensitz von Selma Finance. Rund drei Kilometer entfernt am Limmatplatz liegt der Sitz von Yova. Beide Firmen bieten Privatanlegern gemäss eigenen Angaben «nachhaltige» Anlagestrategien an.

Die zwei Unternehmen setzen mit den Lösungen Selma und Inyova auf vollautomatische Finanzberatungen, sogenannte Robo-Advisors. Auf Basis der Nachhaltigkeitsbedürfnisse der Anleger wie Umwelt oder erneuerbare Energien erstellen die Algorithmen der Finanzdienstleister vermeintlich passende Anlagestrategien. Doch während Selma ausschliesslich Investitionen in Exchange-Traded Funds (ETF) – börsengehandelte Anlagefonds – anbietet, befinden sich in den Portfolios von Inyova ausschliesslich Einzelaktien.

Gefragte nachhaltige Investments

Nachhaltige Investments gewinnen in der Schweiz rasant an Popularität. Gemäss einer Marktstudie der von Swiss Sustainable Finance sind sie von 2019 auf 2020 um rund einen Drittel gestiegen. Insgesamt flossen 2020 über 1520 Milliarden Franken in der Schweiz in solche Anlagen. Das ist über 37 Mal mehr als zehn Jahre zuvor. Inzwischen bieten nahezu alle Finanzdienstleister in der Schweiz nachhaltige Anlagen in Form von ETF und Aktienfonds an. Dabei sorgen sie allerdings für Verwirrung.

«Die vorhandenen Anlagemöglichkeiten sind für Anlegerinnen und Anleger nicht einfach zu durchschauen. Zudem werden Begriffe wie ESG oder Nachhaltigkeit von verschiedenen Anbietern unterschiedlich interpretiert», sagt Manuel Rütsche, Leiter Asset-Management beim Finanzdienstleister VZ Vermögenszentrum.

Nachhaltige Anlagen werden oft anhand dreier Werte gemessen: Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Geschäftsführung (Governance) – die sogenannten ESG-Kriterien. Selma Finance kauft ihre nachhaltigen Anlageoptionen direkt von Rating-Agenturen wie dem US-Indexhaus MSCI. Das Problem dabei ist, dass es unter Rating-Agenturen Unterschiede in den Unternehmensbewertungen gibt.

Unterschiede bei den Ansätzen

Der weit verbreitete MSCI-ESG-Index bewertet weltweit 8500 Unternehmen. Dazu vergleicht er den Umgang mit brancheninternen Risiken und wählt einen «Best-in-Class-Ansatz». Der Dow-Jones-Sustainability-Index verfolgt einen ähnlichen Gedanken. Darin finden sich jedoch nur die 500 vorbildlichsten Firmen aus den 2500 grössten börsengehandelten Firmen. Der Pferdefuss dabei ist, dass damit auch Aktien aus den wenig nachhaltigen Branchen Auto, Luftfahrt und Erdöl in den Index Eingang finden.

Laut Patrick Schär, Geschäftsleiter bei Selma Finance, nutzt sein Unternehmen überwiegend die Indizes aus der Gruppe MSCI Socially Responsible Investing (SRI). Laut dem US-Indexhaus MSCI bilden SRI-Ratings die besten 25 Prozent der Unternehmen in jedem Sektor auf Basis ihrer ESG-Ratings ab. Unter dem SRI-Standard werden solche Unternehmen und Branchen ausgeschlossen, die als einer «sozial und/ oder ökologisch nachhaltigen Entwicklung entgegenstehend eingestuft werden – wie zum Beispiel Atomkraft, Kinderarbeit oder Rüstung».

Die ausschliesslich auf nachhaltige Investments fokussierte Finanz-App Inyova besitzt gemäss dem Geschäftsleiter Tillmann Lang eigene Messmethoden. «Wir überprüfen, welche Produkte und Dienstleistungen Unternehmen anbieten und ob sie einen positiven Effekt haben», sagt Lang. «Zudem betrachten wir, wie sie CO2-Emissionen, Chancengleichheit, gerechte Löhne und Menschenrechte in ihrer Arbeit berücksichtigen.»

Zudem müssten Unternehmen für Inyova in allen Nachhaltigkeitsdimensionen unbedenklich sein und mindestens in einer Dimension herausragen, um es ins Portfolio zu schaffen. Reine Waffenhersteller würden direkt ausgeschlossen. Die Anleger könnten in der App eigene Ausschlusskriterien definieren, wie zum Beispiel «Fleischindustrie» oder «Atomkraft».
Prüfung auf eigene Faust nötig

Gemäss dem Selma-Vertreter Schär bieten ETF mehr finanzielle Sicherheit als Aktien: «Mit ETF ermöglichen wir unseren Kunden eine kostengünstige Risikostreuung. So ermöglichen wir nachhaltige Investitionen und vermeiden gleichzeitig Klumpen- und Verlustrisiken.»

Dagegen sagt der Yova-Geschäftsleiter Tillmann Lang: «Auf Basis der Bedürfnisse unserer Anlegerinnen und Anleger erstellt der Inyova-Algorithmus ein Portfolio mit 37 bis 40 einzelnen Aktien, gewählt aus 350 Unternehmen.» Diese Liste könne individuell angepasst werden. Gefalle einem Anleger beispielsweise Tesla nicht, könne er dieses Unternehmen aus seinem Portfolio streichen. Als Inhaber von Unternehmensanteilen könnten Anleger zudem die nachhaltige Entwicklung der einzelnen Unternehmen mitlenken. Das gehe mit börsengehandelten Anlagefonds nicht.
Aktien bieten Vorteile bei speziellen Themen wie Recycling

Gemäss Rütsche hängt die Anlagewahl von den eigenen Bedürfnissen ab. Durch die freie Titelselektion könnten die Fondsmanager bei Aktienfonds in das Portfolio eingreifen. Auf diese Art könnten sie ihre Sichtweise zum Thema Nachhaltigkeit abbilden. Aktienfonds hätten zudem zu speziellen Themen wie Recycling einen Vorteil gegenüber ETF, da diese Themen von ETF seltener abgebildet würden.

ESG-Indizes verbänden oft mehrere Nachhaltigkeits-Massnahmen, sagt Rütsche. Dadurch stellten sie teilweise deutlich nachhaltigere Portfolios zusammen als ETF auf klassische Indizes oder aktiv verwaltete Fonds. Durch unterschiedliche Konstruktionsweisen könnten die Indizes jedoch stark voneinander abweichen.

Selma ist günstiger als Inyova

Der Anbieter-Vergleich zeigt: Die Mindestinvestionssumme ist bei beiden gleich tief (vgl. Tabelle) – bei den Gebühren bezahlt man umso weniger, je mehr man investiert. Die Lösung von Inyova ist mit Webbrowser sowie iOS- und Android-App einsetzbar. Selma ist bis jetzt nur als Web-Lösung und iOS-App verfügbar. Eine Android-App ist in Planung.

Gemäss Manuel Rütsche vom VZ schneiden Exchange-Traded Funds bei der Rendite meistens besser ab: «Ein ETF ist sehr kostengünstig und hat das Ziel, möglichst genau die Entwicklung des jeweiligen Vergleichsindexes nachzubilden.» Bei den im Normalfall deutlich teureren aktiven Fonds gehe es darum, den Index zu schlagen. Die Praxis zeige aber, dass dieses Ziel oftmals deutlich verfehlt werde.

Tillmann Lang gibt sich dennoch zuversichtlich: «Entscheiden sich unsere Anlegerinnen und Anleger gegen bestimmte Aktien, passt der Algorithmus die Gewichtung des gesamten Portfolios neu an, damit das Risikoprofil passt. Die Beimischung von grünen Anleihen sorgt für eine weitere Diversifizierung.» Durch die vollautomatische Anpassung sei diese Anlagelösung viel günstiger als von Menschen verwaltete Aktienfonds. Zudem werde bei einem Inyova-Portfolio eine langfristige Rendite von 6 bis 7 Prozent vor Gebühren pro Jahr erwartet – was sich entlang der Märkte bewege.

Nachhaltigkeit ist nicht mit Impact gleichzusetzen

Die Wissenschafter Stefan Zeisberger und Julian Kölbel von der Universität Zürich forschen eingehend zu nachhaltigen Investitionen. «Die nachhaltigste Anlagestrategie hängt von der zugrunde liegenden Motivation der Anleger ab. Wenn man nachhaltige Werte im Portfolio reflektieren möchte, dann sind klare Ausschlusskriterien oder Best-in-Class das Beste», teilen sie auf Anfrage mit.

Wenn man Nachhaltigkeitsrisiken eingrenzen wolle, sei die Berücksichtigung von ESG-Ratings der richtige Ansatz. Wer mit seinen Investitionen etwas bewirken wolle, sollte Mitbestimmungsrechte als Aktieneigentümer oder Investitionen in alternative Anlagen erwägen. Wichtig sei, die eigenen Ziele klar zu benennen und einen Ansatz zu finden, der mit ihnen in Einklang stehe.

Gut zu wissen: Es gibt noch weitere prüfenswerte Schweizer Anbieter von nachhaltigen Anlagen. Beim Robo-Advisor True Wealth beträgt das Startkapital aber beispielsweise 8500 Franken. Bei Descartes Finance beginnen Investitionen erst ab 25 000 Franken – und das zu deutlich günstigeren Grundgebühren von 0,5 bis 0,25 Prozent für die Finanzlösung True Wealth und 0,3 Prozent für Descartes Finance (Zusatzkosten exklusive). In Bezug auf Nachhaltigkeit muss man aber auch hier – wie bei allen angeblich nachhaltigen Lösungen – genau hinschauen.

Tipps für nachhaltige Anlagen
  • Eigenes Nachhaltigkeitsprofil erstellen: Möchten Sie nachhaltige Werte im Portfolio reflektieren oder mitbestimmen? Sind bestimmte Branchen ein No-Go? Ihr Nachhaltigkeitsprofil hilft Ihnen mit der Suche nach den richtigen Investitionen.

  • Mehrere Finanzanbieter vergleichen: Es gibt eine Vielzahl von Robo-Advisors, mit denen man in der Schweiz nachhaltig investieren kann. Diese Anbieter unterscheiden sich teilweise deutlich in Mindestinvestitionsmenge, Gebühren und angebotenen Anlagen. Eine aktuelle Liste der digitalen Schweizer Vermögensverwalter finden Sie unter: https://www.moneyland.ch/de/robo-advisor-schweiz-vergleich

  • Fonds miteinander vergleichen: Vergleichen Sie nachhaltige Fonds auf Plattformen wie zum Beispiel https://www.meinfairmoegen.de/infomaterial vom unabhängigen, nichtkommerziellen Projekt MeinFairMögen der Investing Initiative Deutschland oder auf www.morningstar.ch vom amerikanischen Finanzinformations- und Analyseunternehmen Morningstar.

  • Auf Kosten achten: Achten Sie auf die Kosten der Anlagelösungen. Interessant sind generell Anlagelösungen, die deutlich unter 1 Prozent pro Jahr kosten. Wenn die Kosten über 1 Prozent liegen, sollten die Nachhaltigkeitsbestrebungen des Finanzanbieters besonders hoch sein. 

  • Bei Finanzanbietern nachfragen: Fragen Sie bei potenziellen Anbietern direkt nach, wie genau Nachhaltigkeit die Investitionsentscheidungen beeinflusst und ob es Beispiele dafür gibt.

 

Lesen Sie den Originalartikel vom 17.02.2021 auf nzz.ch oder laden Sie sich die NZZ-Online-Version als PDF herunter.

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Immobilienverwaltung: Das können die digitalen Helfer

Eine Immobilienverwaltung durch Dritte kostet zwischen 4 und 5 Prozent der Mieteinnahmen pro Jahr. Wer sich selbst um seine Miethäuser oder -wohnungen kümmert, spart Geld – zum Beispiel mithilfe einer Immobilienverwaltungs-Software. Bei drei Online-Lösungen zeigen sich Unterschiede.

Bernhard Bircher-Suits
11.01.2022, 05.30 Uhr

Die Nachfrage nach Renditeliegenschaften ist weiterhin grösser als das Angebot. Die Preise von Renditeobjekten haben trotz Corona-Krise Höchststände erreicht, wie eine Studie der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner zeigt. Zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 wurde bei Wohnliegenschaften ein Anstieg der Transaktionspreise von 4,7 Prozent registriert. Bei den Geschäftsliegenschaften ist die Zahlungsbereitschaft mit 0,5 Prozent deutlich schwächer gestiegen.

Wohneigentum wie auch vermietete Liegenschaften sind somit trotz anhaltender Corona-Krise heiss begehrt und liefern den Eigentümern bei einer Vermietung attraktive Renditen. Davon profitieren in der Schweiz nicht nur Pensionskassen, Versicherungen und Banken sowie grosse Immobilienunternehmen, sondern auch Privatpersonen. Insgesamt gehörten im Jahr 2019 rund die Hälfte aller Mietwohnungen in der Schweiz Privaten. Das zeigt eine Studie von Raiffeisen Schweiz.

Viele private Immobilieneigentümer lassen ihre Objekte von professionellen Hausverwaltern verwalten. Am besten lässt sich eine faire Verwalterin bzw. ein fairer Verwalter über Verbände wie Casafair oder den Hauseigentümerverband (HEV) bzw. Empfehlungen anderer Wohneigentümer finden.

Externe Verwaltung verursacht Kosten

Doch eine externe Verwaltung hat ihren Preis: Gemäss dem Schweizer Vergleichsportal Gryps.ch kostet die Verwaltung einer Mietliegenschaft zwischen 4 und 5 Prozent des Brutto- oder Nettomietzinses pro Jahr. Damit sind in der Regel Liegenschaftsabrechnung, Buchhaltungskosten und administrative Bewirtschaftung abgedeckt. Zusätzliche Kosten verursacht meist nur ein ausserordentlicher Aufwand der Verwaltung – beispielsweise ein grösserer Umbau. Die Verwaltungskosten variieren je nach Umfang der Aufgaben, Region und Anzahl zu verwaltender Objekte.

Wer solche Ausgaben sparen und die Verwaltung lieber in die eigene Hand nehmen möchte, muss sich mit Buchhaltung, Nebenkostenabrechnungen, Mietrecht, Steuern und den Mietparteien selbst herumschlagen. Das kostet Zeit, Geld und vor allem Nerven. Eine clevere Hausverwaltungssoftware kann helfen, den Überblick zu behalten und die Administration zu vereinfachen.

Eine Verwaltungssoftware sollte für Private bezahlbar, einfach zu bedienen und übersichtlich sein. Eine der wichtigsten Aufgaben der Hausverwaltung ist die Nebenkostenabrechnung. Sie ist in einer Verwaltungssoftware ein Muss. Damit können Heizkosten, Kalt- und Warmwasser, Strom und weitere Nebenkosten wie Hauswart, Kehricht und so weiter anteilsmässig abgerechnet werden. Weitere wichtige Funktionen sind die Wohnungs- bzw. Liegenschaftsverwaltung und das Bereitstellen von Dokumenten wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag.

Clevere Programme bieten auch Inventarlisten und Vermerke, wann eine Wohnung renoviert wurde und mit welchen Geräten. Software der neuesten Generation bietet auch elektronische Schnittstellen zu Banken bzw. zum Mietzinskonto an. Dies vereinfacht die Mietzinseingangskontrolle und die Buchhaltung.

Drei Programme auf dem Prüfstand

Die NZZ hat folgende Online-Programme für unter 600 Franken pro Jahr unter die Lupe genommen: Fairwalter, Immoshome und Limmobi. Diese Programme zielen auch auf Private, die kleinere Mietobjekte verwalten. Sie lassen sich bequem über einen Internet-Browser weltweit nutzen. Geprüft wurden Leistungsumfang, Benutzerführung und die Kompatibilität mit Office-Programmen.

Man muss also auf dem Computer kein Programm lokal installieren, sondern meldet sich mit Benutzername und Passwort online an und kann loslegen. Was heikel sein kann: Erfasste Daten werden extern in einer Cloud (Datenwolke) des Anbieters gespeichert. Wie gut die Daten dort geschützt sind, ist nicht nachprüfbar. Allgemein empfiehlt es sich, zuerst die kostenlosen Demoversionen der Hausverwaltungsprogramme auszuprobieren.

Die Resultate des Vergleichs:

Hausverwaltung Limmobi

Die Online-Lösung Limmobi in Deutsch und Englisch enthält Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, Mahnwesen, Debitoren- und Kreditoren-Buchhaltung sowie eine umfassende Vorlagenbibliothek mit nützlichen Verträgen und Briefen – wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag. Künstliche Intelligenz hilft dem Anwender bei der automatischen Erfassung und Bearbeitung von Rechnungen.

Praktisch: Die Software bietet eine direkte Anbindung an die zehn «wichtigsten Schweizer Banken». Dazu zählt Limmobi die Postfinance, Raiffeisen, die UBS, die ZKB und weitere Banken. Diese Bankenanbindung erlaubt eine automatische Zahlungseingangskontrolle – zum Beispiel für die Mietzinsen. Gemäss dem Limmobi-Geschäftsführer und Inhaber Alexander Karg wird die Software mittlerweile von 300 Nutzern eingesetzt.

Positiv: Die Menus sind einfach verständlich und die Eingabemasken übersichtlich. Der Online-Abgleich des Bankkontos mit der Buchhaltung erlaubt eine laufende Kontrolle und stellt sicher, dass die Buchhaltung immer auf dem neusten Stand ist.

Negativ: Einzelne Texte sind in Englisch gehalten, Hilfstexte fehlen meist. Noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Limmobi ist eine günstige und einfache Lösung mit nützlichen Funktionen. Die Dokumente sind mit Office-Programmen kompatibel. Das Programm bietet alle für private Verwalter wichtigen Funktionen und vieles mehr ab monatlich 9 Franken für bis zu zwei Objekte pro Anwender.

Hausverwaltung Fairwalter

Das Programm Fairwalter enthält unter anderem die zentralen Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, einfache Buchhaltung, Mieterspiegel und Dokumentvorlagen. Die Software wird gemäss dem Geschäftsführer Max Wirz mittlerweile von mehr als 150 Kunden eingesetzt. Bei der Eingabe der Eckdaten der Immobilie kann man bequem über eine Suchfunktion die Eidgenössische Gebäude-Identifikationsnummer (Egid) anklicken. Die Egid ist eine national zugewiesene Identifikationsnummer für sämtliche Gebäude in der Schweiz.

Positiv: Der Link zur externen Egid-Datenbank funktioniert, die Daten wie Adresse und Eigentümerschaft der Testimmobilie wurden automatisch in die Eingabemaske übernommen. Das Programm fragt Eckdaten zu Mietern und Wohnobjekten Schritt für Schritt ab und liefert damit bei Bedarf auch automatisch individualisierte Briefe und Verträge. Im Rahmen der Registrierung erhält man zudem direkt ein Video-Tutorial. Fairwalter setzt gemäss eigenen Angaben auf von Microsoft in der Schweiz betriebene Server. Die Daten werden mehrmals täglich auf gespiegelten Servern gespeichert. Die Dienstleisterliste und die Schäden-Verwaltungslösung sind praktisch, zudem hat die Anwendung viele praktische Hilfe-Videos. Im Vergleich zu Limmobi punktet Fairwalter mit mehr Erklärungen, besserer Benutzerführung und modernerem Design.

Negativ: Der Bankenabgleich befindet sich noch in der Beta-Phase. Es gibt noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Fairwalter von der gleichnamigen, im November 2017 gegründeten Fairwalter AG mit elf Mitarbeitenden ist eine umfassende und mittlerweile sehr intuitiv bedienbare Lösung. Die Dokumente, etwa ein Mietvertrag, sind nahtlos in Office-Programme integrierbar. Das Programm bietet alle für private Verwalter nötigen Funktionen und mehr ab monatlich 25 Franken (Abo «Landlord»). Telefon, persönlicher Chat oder E-Mail-Support sind in diesem Abo-Preis aber nicht enthalten.

Hausverwaltung Immoshome

Mit mehr Übersichtlichkeit punktet das einfach gehaltene Immoshome. Es bietet ebenfalls alle zentralen Funktionen. Aber auch bei diesem Programm fehlen bei Menus Hilfsfunktionen und Erklärungen für Einsteiger sowie eine Dokumentenvorschau. Sinnvolle Zusatzmodule wie eine Inkassokontrolle kosten 149 Franken Zuschlag.

Fazit: Immoshome ist sichtlich in die Jahre gekommen: Die Hausverwaltungssoftware genügt nur bedingt heutigen Ansprüchen an Programmgestaltung und Benutzerfreundlichkeit. Ohne das Benutzerhandbuch und eine vom Anbieter angebotene Programmschulung dürften Anwender ins Schlingern kommen.

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So legen Promis Geld langfristig an

Der Entdecker und Forscher Bertrand Piccard, der Finanzprofessor Thorsten Hens und der Chefökonom Martin Neff von der Raiffeisen-Bankengruppe erklären, wie sie 100 000 bzw. 500 000 Fr. langfristig investieren würden. Ein Honorarberater sagt, was er von den Anlageideen der Fachleute hält.

 

Wie lässt sich langfristig an der Börse Geld verdienen? Drei Promis geben Auskunft, wie sie das schaffen wollen.

von Bernhard Bircher-Suits

Kurzfristig orientierte Anleger brauchten im letzten Jahr Nerven wie Drahtseile: Aufgrund der Corona-Krise stürzten die Aktienindizes weltweit letzten Februar und März massiv ab. Der Schweizer Börsenleitindex SMI erreichte gemäss der SIX Group am 20. Februar 2020 mit 11 270 Punkten seinen Höhepunkt. Danach raste der SMI in den Keller und erreichte am 16. März seinen Jahrestiefpunkt mit 7650 Punkten. Die Märkte erholten sich jedoch rasch, und der SMI stand am 15. März dieses Jahres bei 10 867 Punkten.

Eine langfristige Strategie schützt vor Verlusten

Anleger sollten sich vom nervösen Auf und Ab an den Börsen nicht beeindrucken lassen und eine langfristig orientierte Anlagestrategie mit mindestens 10 Jahren Anlagehorizont verfolgen. Denn langfristig lassen sich Schwankungen an den Finanzmärkten aussitzen. Die Behavioral Finance befasst sich mit den Verhaltensmustern von Anlegern in unterschiedlichen Börsenphasen.

Studien zeigen, dass die meisten Anleger gar keine Strategie haben – und falls doch, ist ihr Anlagehorizont kurz. Sie treffen ihre Entscheide oft spontan und ohne fundierte Analyse. Dabei tun sie gerne, was gerade im Trend liegt oder der vorherrschenden Meinung entspricht bzw. was ihnen ihr Banker oder Tennispartner empfiehlt. Den meisten Anlegern fehlt zudem der Mut, antizyklisch zu handeln und gegen den Strom zu schwimmen und auch schlechte Zeiten ohne Panikverkäufe durchzustehen.

Den «besten» Zeitpunkt zum Einsteigen gibt es nicht

Klar ist auch: Mit «heissen» Anlagetipps von selbsternannten Börsenprofis und «wissenschaftlich» fundierten Anlagestrategien ist das unkalkulierbare Spiel an der Börse nicht zu gewinnen. Wie es in diesem Jahr an den Börsen weitergeht, weiss kein Bankberater und Börsenguru, und auch den «besten» Einstiegszeitpunkt gibt es nicht.

Langfristig orientierte Anleger kümmert dieser richtige Zeitpunkt auch nicht. Eine Studie des Fondsanbieters DWS zeigt, dass der Einstiegszeitpunkt bei langfristigen Geldanlagen fast bedeutungslos ist. Auch wer dummerweise auf dem Höchststand gekauft hat, hat nach 15 Jahren eine schöne Rendite erzielt. Kurz: Legen Sie eine für ihre finanzielle Situation angepasste, möglichst kostengünstige und diversifizierte Anlagestrategie für die nächsten 10 oder 15 Jahre fest, und halten Sie an ihr fest.

Prominente aus Show-Business sagten ab

Doch wie würden bekannte Schweizer Persönlichkeiten 100 000 oder 500 000 Fr. langfristig investieren? Diese Frage hat die NZZ rund einem Dutzend prominenten Frauen und Männern aus der Finanz-, der Show- und der Kulturbranche gestellt. Mutmasslich der Corona-Krise geschuldet, wollte keine einzige Person aus dem Show-Business Anlageideen liefern. Der Rapper Stress – immerhin mit Wirtschaftsstudium im Rucksack – sagte ebenso ab wie die Komödiantin Hazel Brugger.

Und auch die Schlagersängerin Beatrice Egli und die Schönheitskönigin Christa Rigozzi suchten für einmal nicht das Rampenlicht. Während der zweiten Welle der Corona-Krise erscheint es zugegebenermassen auch wenig opportun, auch nur «in der Theorie» so viel Geld anzulegen, während die weniger begüterten Branchenkolleginnen und -kollegen finanziell ums Überleben kämpfen. Erstaunlicherweise fehlten aber auch der Zürcher Kantonalbank die internen Ideenlieferanten. Michael Diaz, Leiter Anlegen bei der Alternativen Bank in Olten, musste ebenfalls passen. Seine Antwort: «Sie erwischen uns in einem schlechten Moment. Aufgrund hoher Nachfrage schaffen wir es zeitlich leider nicht, die gewünschten Informationen aufzubereiten.»

Anlageideen lieferten schliesslich die drei folgenden Männer: der Solarflugzeug-Pionier und Abenteurer Bertrand Piccard, der deutsche Finanzprofessor Thorsten Hens vom Institut für Banking und Finance der Universität Zürich und der Ökonom Martin Neff. Er ist Chefökonom der Raiffeisen-Bankengruppe. Doch was würden diese Geldprofis mit 100 000 bzw. 500 000 Fr. konkret tun?

Finanzprofessor setzt auf Aktienfonds

Der Finanzprofessor Thorsten Hens (59) hat zwei Kinder und Wohneigentum in Zürich. Er schickt voraus: «Eine Antwort auf diese Frage hängt von vielen persönlichen Faktoren wie Risikofähigkeit und Risikobereitschaft sowie vom Finanzwissen ab.» Sein Vorschlag passe daher vor allem zu ihm und benötige einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren. Er warnt: «Die Angemessenheit für andere Anleger muss im Einzelfall geprüft werden.» Thorsten Hens würde 100 000 Fr. in einen Fonds investieren, der auf seiner Forschung beruht. Dessen Idee sei es, weltweit in Aktien zu streuen und zwischen Aktien und einer Bargeldreserve je nach Marktlage kontrazyklisch umzuschichten. Damit habe man im Durchschnitt eine strategische Vermögensaufteilung mit 80% Aktien und 20% Bargeld.

Die NZZ hat diese Anlageidee auch dem Honorarberater Florian Schubiger von der Vermögenspartner AG für eine Zweitmeinung vorgelegt. Der Finanzexperte sagt: «Die Diversifikation ist gegeben durch die weltweiten Investitionen des Fonds. Er investiert in kostengünstige, physisch replizierende börsengehandelte Indexfonds bzw. ETF.» Schubiger warnt aber: «Wenn man das ganze Vermögen in nur einen Fonds investiert, muss man diesen aber sehr gut kennen.»

Mit 500 000 Fr. würde Thorsten Hens eine Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen. Wenn er den Betrag selbst anlegen müsste, würde er seine oben genannte Basisinvestition um ein paar aktivere Fonds ergänzen. Zudem würde Hens auch mit Finanzprodukten auf das Zukunftsthema Wasserstoff und andere zukunftsweisende Rohstoffe sowie die Anwendungen der Blockchain-Technologie setzen. Damit käme er auf folgende Vermögensaufteilung: 36% Aktien, 42% Obligationen, 12% Rohstoffe und 10% alternative Anlagen.


Schubiger sagt zu diesem Vorgehen: «Ab einer halben Million kann eine Vermögensverwaltung durch Dritte Sinn ergeben. Bei einer Umsetzung in Eigenregie ist wichtig, dass der Anleger die Produktrisiken und -kosten genau kennt.»

Chefökonom setzt auf eigene vier Wände und Aktienfonds

Der Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff (60) ist Vater von zwei Söhnen und besitzt ebenfalls Wohneigentum. Er warnt: «Sobald Gefühle ins Spiel kommen, wird die Geldanlage zum Abenteuer. Also Finger weg von Kryptowährungen oder Hebelprodukten jeder Art.» Geld anzulegen, sei eine ausgesprochen nüchterne Angelegenheit, bei der man sich eigentlich «nur» um drei Dinge kümmern sollte: Anlagehorizont, Ertrag und Risiko. Neff sagt: «Dass der Anlagehorizont hier nicht im Vordergrund steht, sondern schlichtweg als lang angenommen wird, macht die Übung um einiges einfacher. Ich muss mir somit keine Gedanken darüber machen, ob ich das angelegte Geld plötzlich abziehen muss, weil es mir an Barmitteln fehlt.»

Unter diesen Voraussetzungen gehe es beim Anlegen eigentlich «nur noch» um das Verhältnis von Ertrag und Risiko. Und zwischen diesen beiden bestehe ein «positiver Zusammenhang». Martin Neff erklärt: «Je höher der Ertrag, desto höher das Risiko. Aktien garantieren daher einen höheren Ertrag als ein herkömmliches Sparkonto.» Wer einen langen Anlagehorizont habe, der komme heute an Aktien nicht vorbei. Neff sagt: «Auf lange Sicht rentieren Aktien ganz klar besser als festverzinsliche Wertpapiere oder Bargeld. Aus Schweizer Perspektive kommt hinzu, dass unsere Währung traditionell eine der härtesten Währungen der Welt ist. Das heisst, dass Engagements in renditestärkere Märkte ausserhalb der nationalen Grenzen nicht zwingend lohnend sind, da ich gleichzeitig ein Währungsrisiko eingehe, das nicht zwingend durch die erzielbare höhere nominelle Rendite in einer anderen Währung abgefedert wird.»

ETF auf einen möglichst breiten Index

«Ausgehend von diesen Überlegungen ist für mich klar, was ich mit 100 000 Fr., die ich auf absehbare Sicht nicht benötige, täte. Ich würde sie zu 100% in Aktien investieren, die alle in der Schweiz und somit in Franken kotiert sind. Mit dem Kauf eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf einen möglichst breiten Index wie zum Beispiel den Swiss-Performance-Index (SPI) kann ich von einer höheren Diversifikation profitieren. Ich würde den Swiss-Leader-Index (SLI) wählen, da er das Übergewicht der Pharmaindustrie korrigiert.»

Hätte er 500 000 Fr. anzulegen, würde er etwa die Hälfte in seine eigenen vier Wände investieren. Neff sagt: «Eine Investition in Wohneigentum hat den Vorteil, dass ich Rendite und Nutzwert kombinieren kann. Auf lange Sicht rentieren Immobilien zwar nicht spektakulär hoch, aber erweisen sich als ziemlich wertbeständig. Dazu lebe ich im Eigenheim einiges günstiger als in Miete. Das restliche Geld investiere ich wiederum in Aktien, würde aber Dividenden und Kursgewinne jeweils dazu verwenden, meine Hypothekarlast zu reduzieren.»

Nur in Schweizer Aktien investieren ist riskant

Schubiger sagt zur 100 000-Fr.-Anlageidee von Martin Neff: «100% Aktien sind dann sinnvoll, wenn der Anlagehorizont lang ist und man mit den Schwankungen umgehen kann. Investitionen in kostengünstige ETF ergeben Sinn und auch, dass der SLI als Basis genommen wird und nicht der bekanntere SMI. Der SLI bietet eine breitere Diversifikation, weil die grossen Unternehmen ein geringeres Gewicht aufweisen als im SMI.»

Kritischer sieht der Honorarberater den Vorschlag, Aktienanlagen nur in Franken zu tätigen. «Entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft im weltweiten Vergleich schlecht, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der SLI schlecht entwickeln», sagt er. «Es wäre deshalb besser, nach der Finanzmarkttheorie vorzugehen und weltweit zu diversifizieren, so wie es beispielsweise Thorsten Hens vorschlägt.»

Bertrand Piccard setzt bei Investments auf Nachhaltigkeit

Bertrand Piccard (62) ist Entdecker, Forscher, Psychologe und Vater von drei Kindern. Er wohnt in Lausanne und besitzt Wohneigentum. Piccard sagt: «Wenn ich eine Menge Geld anlegen müsste, sind mir vor allem zwei Konzepte wichtig: Diversifikation und Nachhaltigkeit.» Piccard würde ein Viertel in seine Pensionskasse, ein Viertel in Private-Equity-Fonds, ein Viertel in Immobilien und das letzte Viertel in nachhaltige Aktien des Börsenmarkts investieren.

Bertrand Piccard erklärt: «Ich bin der Meinung, dass wir unsere Art und Weise, Geld anzulegen, ändern müssen, wenn wir den Klimawandel durch ein nachhaltiges Wirtschaftssystem bekämpfen wollen. Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen und unser Geld in Unternehmen stecken, deren Strategien und Aktivitäten unsere Ziele im Pariser Klimaabkommen berücksichtigen. Dies bedeutet, das Klimaerwärmungspotenzial jedes Unternehmens, seinen ökologischen Fussabdruck und sein Engagement für zukünftige Megatrends genau zu untersuchen.»

Piccard sagt: «Mein privates Portfolio mache ich vollständig öffentlich: Auf ‹Globalance World›, einer digitalen Weltkugel für Anlagen, können Interessierte alles Relevante zu Rendite und Wirkung im Detail und in Echtzeit einsehen. Derzeit liegt das Erwärmungspotenzial meines Portfolios bei 1,6 Grad Celsius, was mit dem Pariser Abkommen in Einklang steht. Die Rendite im Jahr 2020 betrug 49,5%, was ziemlich beeindruckend ist!» Piccard konzentriert sich vor allem auf die Unternehmen, «die mit den wirtschaftlichen Chancen des ökologischen Wandels wachsen werden».

Auch bei Nachhaltigkeit Gebühren berücksichtigen

Schubiger von der Vermögenspartner AG sagt dazu: «Bertrand Piccard weiss, was er will, und setzt es sehr gut um. Er verfolgt das Ziel, nachhaltige Projekte und Unternehmen zu berücksichtigen, ist sich aber der Wichtigkeit einer breiten Diversifikation bewusst. Er setzt dabei nicht nur auf klassische Anlagen, sondern auch auf Einkäufe in seine Pensionskasse. Solche Einkäufe können ein hervorragendes Instrument sein, um unter gewissen Umständen Steuern zu reduzieren und kostengünstig breit abgestützt Geld anzulegen. Gerade bei Personen ab Alter 55 sind Pensionskasseneinkäufe besonders lukrativ und prüfenswert.»

Dass Bertrand Piccard in Private Equity investiert, erstaunt Florian Schubiger nicht. Darunter verstehen Finanzexperten Beteiligungen an nicht an der Börse notierten Unternehmen. Es passe zu Piccards Pioniergeist, Ideen zu fördern und weiterzubringen, sagt Schubiger. In Private-Equity-Fonds Geld anzulegen, gehe aber mit erheblichen Risiken einher. Schubiger gibt zudem zu bedenken: «Nachhaltige Geldanlagen sind gegenwärtig stark im Trend. Es gilt dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen und die Kosten genau zu analysieren. Unterdessen sind viele Banken auf den Zug der Nachhaltigkeit aufgesprungen – leider nicht immer mit dem alleinigen Gedanken, die Welt zu verbessern, sondern oft auch, weil mit nachhaltigen Anlagen höhere Gebühren verlangt werden können.»

NZZ-Tipps für eine langfristige Anlagestrategie

Eine langfristige Anlagestrategie muss zu Ihren zukünftigen finanziellen Bedürfnissen und Möglichkeiten passen. Es gilt, die Risikofähigkeit und -bereitschaft zu klären und die Depotstruktur.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Risiken und zur Rendite bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Geldanlage. Je höher die Risikobereitschaft, desto grösser der Anteil am Gesamtvermögen, der in Aktien investiert werden kann.

Da die persönlichen Rahmenbedingungen ändern können, gilt es, die Anlagestrategie von Zeit zu Zeit zu prüfen. Bei der Pensionierung zum Beispiel sollte die Anlagestrategie neu ausgerichtet werden.

Wählen Sie einen unabhängigen Anlageberater, der gegen ein Honorar tätig ist und Ihnen allfällige Rückvergütungen gutschreibt.

Setzen Sie auf verständliche und kostengünstige Finanzprodukte.

Hohe Gebühren für das Depot schmälern die Rendite des Portfolios erheblich. Und die Kostenunterschiede zwischen den Depotbanken sind gross. Mit einem Wechsel zu einer günstigeren Bank können Anleger Gebühren sparen. Auf die Dauer zahlen sich tiefe Gebühren stark aus.

Bleiben Sie der einmal gewählten Anlagestrategie möglichst treu, und verzichten Sie auf den Kauf von Produkten zu «Modethemen».

Der einmal gewählten Strategie sollte man treu bleiben und auch schwierige Perioden aussitzen. Der sogenannte Buchverlust wird erst dann zu einem wirklichen Verlust, wenn man die Aktien zu den tieferen Kursen verkauft.

Am besten investiert man gestaffelt – zum Beispiel jeden Monat eine bestimmte Summe. Ziehen Sie dann den Plan konsequent durch – so mechanisch wie möglich, unbeeinflusst von Stimmungsschwankungen auf den Anlagemärkten.

Investieren Sie nur in Anlagen, die Sie verstehen. Dazu gehört auch, dass Sie wissen, wie sich diese Anlagen in der Vergangenheit verhalten haben. Je grösser die Erfahrungswerte bei einer Anlage sind, d. h., je länger sie auf dem Markt ist, desto besser.

Wenn Sie mehr Rendite wollen als auf dem Bankkonto, müssen Sie Risiken eingehen. Sie sollten sie reduzieren, indem Sie Ihr Geld diversifiziert anlegen, zum Beispiel in kostengünstige Fonds.

Auf lange Sicht am ertragreichsten und somit am besten geeignet für den Vermögensaufbau sind Anlagen, die kurz- und mittelfristig stark schwanken. Das beste Beispiel sind Aktien. Bei ihnen muss man aber nicht selten 10 Jahre und mehr auf den Anlageerfolg warten können.

Dieser Artikel ist in der NZZ erschienen.

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