So schreiben Sie einen guten Spendenbrief

Ein ansprechend gestalteter, persönlicher Brief kommt auch in Zeiten digitaler Kommunikation immer gut an. Briefe auf Papier erhalten in der Regel eine höhere Aufmerksamkeit als ein E-Mail. Bei Spendenbriefen ist wichtig, dass der Absender den richtigen Ton trifft und mit einer passenden Bildsprache überzeugt. Ein Spendenschreiben sollte Emotionen wecken und die Lesenden zum Spenden bewegen. Tipps rund um das Schreiben von Spendenbriefe finden Sie hier.

Autorin: Agustina Barzola Balmer & Bernhard Bircher-Suits

Eine persönliche Ansprache ist ein Muss

Spendenbriefe sollen persönlich sein. Sprechen Sie die Lesenden direkt und mit ihrem Namen an. Betrachten Sie die Lesenden als Partner, mit denen Sie kooperieren möchten. Schaffen Sie Nähe und ein WIR-Gefühl. Mit einer personalisierten Ansprache entsteht beim Empfangenden nicht das Gefühl, einer von vielen Empfängern zu sein. Achten Sie speziell darauf, dass Name und Adresse sowie die Anrede im Brief korrekt geschrieben sind. So entsteht nicht bereits zu Beginn ein negatives Gefühl beim Empfänger.

Das Fundraising-Thema ist das A und O

Der Grund, warum ein Fundraising durchgeführt wird, ist der wichtigste Punkt im Brief. Der Grund für die Spendensammlung sollte Emotionen wecken und glauwürdig sein. Überlegen Sie, welche Fragen die Lesenden zum Thema haben könnten. Beantworten Sie die wichtigsten Leitfragen einer möglichen Spendenperson. Bauen Sie Vertrauen zum Lesenden auf. Erzählen Sie dazu am Besten eine einfache, aber reale Geschichte, welche dem Lesenden rasch im Gedächtnis haften bleibt. Egal, ob es um Menschen, Tiere, oder Umwelt geht. Probieren Sie in Ihrer Geschichte reale Betroffene zu zeigen und ihre Probleme zu schildern. Lassen Sie Betroffene ihre Probleme im Text selbst mit Hilfe von Zitaten schildern. Das macht den Text authentischer. Die Probleme in Ihrer Geschichte sollten aber mit Hilfe von Helden und Ihrer Organisation lösbar sein. Die Helden sind die Spendenden selbst. Lösen Sie mit mehreren Call-to-Action-Aufrufen eine Handlung bei ihnen aus.

Schreiben Sie leicht verständlich

Der Sprachstil ist ein äusserst wichtiger Faktor. Die Lesenden sollen sich emotional berührt fühlen. Schreiben Sie ihren Brief möglichst anschaulich und nutzen Sie Bilder und Metaphern. Versuchen Sie ausserdem, konkret zu schreiben. Nutzen Sie einfache Beispiele zur Veranschaulichung komplexer Dinge wie Statistiken, Zahlen, etc..  Lehnen Sie ihren Text möglichst an die mündliche Sprache an. Vermeiden Sie komplizierten Schachtelsätze. Verwenden Sie eine positive Sprache. Schreiben Sie also nicht: «Wir haben kein Geld für XY» sondern «Mit Ihrer Hilfe können wir XY unterstützen.»

Schreiben Sie für Ihre Zielgruppe

Bei Spendenbriefen sollten Sie ihre Zielgruppe immer im Auge behalten. Der eingesetzte Schreibstil muss zur angepeilten Zielgruppe passen. Schreiben Sie den Brief für mehrheitlich ältere Menschen oder eher für ein jüngeres Zielpublikum? Lassen Sie den «fertigen» Spendenbrief vor einem Massenversand von Menschen aus dem Zielpublikum kritisch begutachten.

Struktur: Attention Interest Desire Action

Das AIDA-Prinzip mag dem einen oder anderen von der Schule bekannt sein. Bei einem Spendenbrief ist es für die Strukturierung nützlich:

A – Attention: Ziehen Sie die Aufmerksamkeit auf Ihren Spendenbrief. Am besten erreichen Sie das mit einem interessanten und emotionalen Einstieg, oder einem aussergewöhnlichen Bild. Meiden Sie langweilige Einleitungen. Beginnen Sie besser mit einer dramatischen Szene.

I – Interest: Erklären Sie, worum es Ihnen beim Projekt geht. Zeigen Sie mögliche Lösungen des Problems, oder allfällige bereits erzielte Lösungen. Wecken Sie Hoffnung.

D – Desire: Schaffen Sie bei den Lesenden das Gefühl, helfen zu müssen. Jeder Franken zählt.

A – Action: Sagen Sie den Lesenden, was sie genau tun sollen, um der Organisation zu helfen. Legen Sie Spendenbeiträge fest und zeigen Sie den Lesenden, was sie mit den jeweiligen Beträgen erreichen können.

 

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Website?
Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Erstgespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

In 5 Schritten zum erfolgreichen Blog

Auf den ersten Blick scheint es einfach, einen Blogs zu verfassen.  Doch Blog-Experten wissen: Wer im Meer an Informationen mit seinem Artikel gefunden und angeklickt werden will, muss beim Erstellen von Blog-Artikeln verschiedene Punkte beachten, ansonsten wird der Blog zum Flop.

Autorin: Agustina Barzola Balmer & Bernhard Bircher-Suits

1. Gute Blogs haben einen Nutzwert für die Zielgruppe

Der wichtigste Punkt bei der Blog-Produktion ist die «richtige» Themenwahl. Das Thema muss für das Zielpublikum relevant sein und inhaltlich einfache verständliche Lösungen für Probleme liefern. Bei der Themenwahl orientiert man sich idealerweise am angepeilten «Durchschnittslesenden». Ein Blog ohne Nutzwert wird rasch zur «Archiv-Leiche». Wenn Sie meinen, das richtige Thema definiert zu haben, geht es an die Recherche. Arbeiten Sie mit möglichst seriösen Quellen und verlinken Sie auf diese. Versuchen Sie mit Ihrem Blog, die Probleme von Lesenden zu lösen. Geben Sie anschauliche Tipps, arbeiten Sie mit Sprachbildern und einfachen Zahlen-Beispielen und schreiben Sie immer passend für Ihre Zielgruppe.

2. SEO-Massnahmen nicht vergessen

Obwohl ein Blog für Menschen geschrieben wird, muss der Artikel für Google und andere Suchmaschinen optimal aufbereitet werden. Dabei helfen Ihnen SEO-Tools, welche zum Beispiel direkt ins Websiten-System WordPress integriert werden können. Wer die nötigen SEO-Optimierungen vergisst, landet in der Regel nicht auf der ersten Trefferseite von Google. Wichtige Suchbegriffe sollten im Titel, Lead und/oder den Zwischentiteln vorkommen. Häufig gesuchte Keywords machen den Artikel auch bei  Suchmaschinen relevanter. Verschiedene Tools, wie zum Beispiel das kostenlose Google Keyword Tool, helfen Ihnen, die «richtigen» Suchbegriffe zu finden.  Achtung: Mit dem Einbau von Keywords in Blog-Texten sollte man es nicht übertreiben. Der Text muss in erster Linie für Menschen funktionieren und nicht nur für Google.

3. Ein einfacher Schreibstil ist sehr wichtig

In der Kürze liegt die Würze. Heutzutage lesen nur noch wenige Menschen endlose Texte im Internet durch. Sie schauen sich lieber Kurzvideos oder einfache Visualisierungen an. Es ist daher wichtig, kurze und einfache Sätze zu formulieren. Sie sollten den Ritter einer Story jeweils beim Namen nennen und ihn immer am Satzanfang einführen. Vermeiden Sie Füllwörter und schreiben Sie aktiv. Nach jedem Gedankengang sollte jeweils ein neuer Abschnitt folgen. Setzen Sie auf einfache Infografiken und Illustrationen.

4. Blog-Artikel sollte «überfliegbar» sein

Das Internet ist ein Dschungel an Informationen. Um die Lesenden an Ihren Text zu binden, ist es von Vorteil, wenn Lesende den Artikel zuerst einfach überfliegen können. Aber wie gestaltet man einen Artikel, der einfach zu überfliegen ist? Kurze Absätze und viele Zwischentitel sind das A und O beim Schreiben von Blogs. Die meisten Menschen, die auf einen Artikel klicken, schauen sich zuerst dessen Struktur und Untertitel an. Somit können sie sich grob eine Übersicht machen und einschätzen, ob der Artikel einen Nutzwert für sie hat. Bei Monster-Absätzen ohne Strukturierung, liest kein Mensch weiter. Geben Sie bei jedem Artikel auch die Anzahl Minuten Lesezeit an.

5. Links und Bilder richtig einsetzen

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Gestalten Sie Ihren Blog anschaulich. Bilder lockern einen Blog auf und machen ihn einfacher lesbar. Internetseiten wie zum Beispiel pixabay.com oder unsplash.com bieten kostenlose Bilder für Blogs. Sie sollten jedoch immer prüfen, ob die Bilder auch für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden dürfen. Ist dem nicht so, kann es rechtliche Probleme geben. Stellen Sie zudem sicher, dass die Bilder keine lange Ladezeiten verursachen und Ihren Blog so nicht ausbremsen.

Verlinken Sie wichtige Quellen. Setzen Sie vor allem auf seriöse Websites und Organisationen oder Unternehmen. Nutzen Sie vor allem reichweitenstarke, bekannte Websites. Beachten Sie, dass die anzuklickenden Links automatisch in einem neuen Browser-Fenster geöffnet werden. So bleiben die Lesenden auf Ihrer Website.

Fazit

Es ist kein Kinderspiel, mit einem Blog auf der ersten Treffer-Werbsite von Suchmaschinen zu landen. Es gilt, inhaltliche wie auch sprachliche Tipps zu beachten und die wichtigsten SEO-Regeln zu befolgen. Ein Blog muss gut strukturiert, bildlich toll illustriert und knackig geschrieben sein. Blog-Texte sollten Nutzwert liefern und die Lesenden einen Schritt weiter bringen.  Viel Erfolg beim Blog-Verfassen.

 

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Website?
Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Erstgespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

FundCom-Newsletter 2/2022

Die FundCom AG ist nun bereits seit fast vier Jahren erfolgreich am Markt und unsere Kundenliste wird immer länger: Seit einigen Monaten produzieren wir regelmässig Inhalte für das Schweizer Kinderhilfswerk Terre des hommes Lausanne und die führende Online-Plattform Homegate. Neu mit im Boot sind zudem die renommierte Biovision (Stiftung für ökologische Entwicklung) und das innovative Start-Up Hegias AG.

Stolz sind wir nicht nur auf unsere grösseren Büros beim Limmatplatz, sondern auch auf das fertig produzierte Lighthouse-Magazin 2/2022

Lesen Sie ausserdem nutzwertige Ratgeber-Artikel zum Nulltarif wie:

Stiftungssuche mit System  

Umwelt-Hypotheken 

Und nicht vergessen: Melden Sie sich jetzt für einen «Drinks & Links»-Event an.

Viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.

 

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Website?
Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Erstgespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

FundCom-Newsletter 1/2022

 

Ob Webdesign, Fundraising oder Nutzwert-Artikel: Die FundCom durfte wieder spannende Projekte abwickeln. Für die Zürcher Meisterwerkstatt Rast Geigenbauer haben wir zum Beispiel die brandneue Website https://rast-violins.ch produziert. Sie rankt auf Seite eins bei Google.

Viel Herzblut haben wir auch in das Weihnachtsmailing für die Stiftung Humanitas in Horgen gesteckt. Der Spendenbrief mit ausmalbaren Weihnachtskarten öffnete bei vielen GönnerInnen die Herzen und das Portemonnaie.

Die Auktion «We love to give» für die Stiftung für Kinder in der Schweiz hat bei 28 Schweizer Prominenten Erinnerungen geweckt – und noch viel mehr. Die Versteigerung ihrer liebsten Stücke erzielte Spenden von über 24’000 Franken.

Lesen Sie auch unseren NZZ-Fachartikel zum Thema Spendenabzüge.

Viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.

 

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Website?
Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Erstgespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Trotz Corona und Geldmangel zum Studium

Der 22-jährige Bündner Mauro hatte Corona mit harten Folgen und ein zusätzliches Problem: Ihm fehlte das Geld für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. stipendium.ch half ihm aus der Patsche und vermittelte ihm zwei passende Stiftungen. Ein Video-Testimonial der FundCom für stipendium.ch.

Play Video
Benötigen Sie professionelle Unterstützung bei einfachen aber wirkungsvollen Videoinhalten wie Interviews oder Testimonials?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Gespräch oder rufen Sie direkt an unter Tel. +41 44 271 02 02.

Crowdfunding für Filmprojekt

Die FundCom unterstützt die Schweizer Produktionsfirma Globemediafilm beim Fundraising und Marketing für den Dokumentarfilm Guilty.

Der Dokumentarfilm «Guilty» dreht sich um die Verbandelungen der Schweiz mit dem kaum thematisierten Völkermord an den Armeniern von 1915. Dieser Genozid erlangte auch dank den Tagebucheinträgen des Schweizer Arztes Jakob Künzler internationale Aufmerksamkeit. Die FundCom unterstützt die Schweizer Produktionsfirma «Globemediafilm»  beim Fundraising und Marketing für dieses mehrjährige Filmprojekt des renommierten Regisseurs Haci Orman (https://praksisfilm.com). Die FundCom erstellte das Design der Film-Landingpage und eine professionelle Crowdfunding-Kampagne via Wemakeit in drei Sprachen.

Unterstützen auch Sie diesen wichtigen Film über ein düsteres Kapitel unserer Menschheitsgeschichte auf wemakeit.com/projects/armenian-genocide.

Benötigen Sie professionelle Unterstützung bei einem Online-Crowdfunding, Spendenmailing, einer Website oder bei der Medienarbeit?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Gespräch oder rufen Sie direkt an unter Tel. +41 44 271 02 02.

Inflation: Mit preiswerten Indexfonds gegen die Geldentwertung kämpfen

Die Preise sind in der Schweiz bisher nur moderat gestiegen. Wer von stärker steigender Inflation ausgeht, kann sich davor schützen. Dafür kommen verschiedene Geldanlagen infrage.

Bernhard Bircher-Suits
27.11.2021, 05.30 Uhr

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet im Jahr 2021 mit einer deutlichen Erholung der Schweizer Wirtschaft. Sie erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandproduktes (BIP) um rund 3%. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte, hat das BIP sein Niveau von vor der Corona-Krise mittlerweile klar übertroffen. In Bezug auf die Geldentwertung bzw. die Inflation ist die Lage in der Schweiz noch weitgehend unter Kontrolle. Inflation bedeutet, dass die Preise ansteigen, vor allem beim Konsum. Geld entwertet sich. Für den gleichen Monatslohn können zum Beispiel weniger Waren und Dienstleistungen erworben werden als ein Jahr zuvor.

SNB: Inflation im Jahr 2021 wohl bei 0,5 Prozent

Für das gesamte Jahr 2021 geht die SNB von einer Preissteigerung von 0,5% aus. Für 2022 werden rund 0,7% Inflation vorhergesagt – für das Jahr 2023 dann sogar «nur» 0,6%. Die Hauptgründe für die leicht anziehende Inflation sind gemäss SNB die höheren Preise für Erdölprodukte und Waren, die von Lieferengpässen betroffen sind. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg im Oktober 2021 im Vergleich zum Vormonat um 0,3% und erreichte den Stand von 101,6 Punkten (Dezember 2020 = 100).

Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung +1,2%. Dies geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Der Anstieg um 0,3% im Vergleich zum Vormonat ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die höheren Heizölpreise. Die Preise für Gas sind ebenfalls gestiegen, ebenso jene für Treibstoffe. Die Preise für Salate und Fruchtgemüse sind hingegen gesunken.

Die Zinsen wie auch die Inflation bleiben damit in der Schweiz – vor allem auch im internationalen Vergleich – weiterhin tief. Zum Vergleich: Die Inflation in den USA steigt weiter. Im Oktober zogen die Konsumentenpreise in der weltgrössten Volkswirtschaft um 6,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Das teilte das US-Arbeitsministerium mit. In Deutschland ist die Teuerung im Oktober auf 4,5% geklettert. In der Euro-Zone lag die Inflation im Oktober bei 4,1%.

Die Suche nach Schutz

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Inflation ein ohne Vorwarnung auftretendes Phänomen sein kann und dass Anleger die zukünftige Inflationsentwicklung zeitweise komplett falsch eingeschätzt haben. Und das Inflationsgespenst geht auch in der Schweiz um. Viele Anleger befürchten, dass die beispiellosen Stimuli von Regierungen und Notenbanken das allgemeine Preisniveau nach oben treiben.

Nirmala Alther, Sprecherin der Zürcher Kantonalbank, sagt: «Angesichts der anziehenden Inflation stellen wir ein zunehmendes Interesse am Thema Inflationsschutz fest.» In der Schweiz sei allerdings die effektive Nachfrage nach Inflationsschutz-Fonds, die ausdrücklich in inflationsgeschützte Anleihen investieren, immer noch klein. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die Inflationsrate in der Schweiz deutlich tiefer ist als zum Beispiel in Deutschland, sagt Alther.

Daniel Mewes, Leiter Asset Management Solutions und Chief Investment Officer (CIO) bei Postfinance, stellt bei den Postfinance-Kunden hingegen noch kein Umdenken fest: «Bei unseren Anlagelösungen konnten wir keine signifikanten Nachfrageveränderungen in Bezug auf inflationsgeschützte Produkte feststellen.»

Geringere Inflation in der Schweiz

Markus Lackner, Leiter Research beim VZ Vermögenszentrum, sieht in der Schweiz auch in naher Zukunft keine Teuerungsentwicklung wie im Ausland: «Im Vergleich zu den letzten zehn Jahren, in denen sich die Inflation in der Schweiz mehr unter als über der Nulllinie befand, ist in den kommenden Quartalen mit einer erhöhten Teuerung zu rechnen.» Einer der Gründe für diese Diskrepanz sei der anhaltend starke Franken, der die Teuerung von importierten Gütern dämpfe.

Generell schützen Realwerte besser vor einem Kaufkraftverlust als Nominalwerte. Realwerte sind zum Beispiel Investitionen in bestimmte Unternehmen (mittels Aktien oder Aktienfonds), Immobilien oder Edelmetalle. Zu den Nominalwerten zählen auf der anderen Seite Obligationen oder ein Guthaben auf dem Sparkonto. In der Vergangenheit haben alle diese Anlagemöglichkeiten unterschiedlich gut vor einer Teuerungsentwicklung geschützt. Womit klar ist, dass es keinen hundertprozentigen Inflationsschutz gibt. Gegenüber dem Guthaben auf dem Bankkonto schneiden die genannten Möglichkeiten jedoch meist besser ab.

Inflationsgeschützte Anleihen im Fokus

Doch wie können sich Schweizer Anleger gegen die früher oder später steigenden Preise einfach und vor allem kostengünstig wappnen? Als möglicher Schutz gelten sogenannte inflationsgeschützte Anleihen – auch «Linker» genannt. Sie sind – im Unterschied zu normalen Obligationen – an einen Landespreisindex gekoppelt und verfügen während der gesamten Laufzeit über einen Teuerungsschutz, und zwar auf dem investierten Kapital wie auch auf dem Zins. Ein Beispiel: Investiert man jetzt 10 000 Fr., erhält man bei durchschnittlich 2% Inflation in zehn Jahren 12 190 Franken ausbezahlt. Das ist exakt der Betrag, der dann der Kaufkraft von heute 10 000 Fr. entspricht.

Hinzu kommt noch der Zinsertrag. Ihr Prinzip: Je tiefer die Inflationserwartung der Anleger ist, desto weniger attraktiv ist das Instrument für den Schuldner, und umgekehrt. Herausgeber solcher Anleihen sind in der Regel Staaten wie Grossbritannien, Kanada, Italien, Frankreich und Deutschland. Der grösste Markt für inflationsgeschützte Anleihen sind die USA. Fachleute bezeichnen solche Geldanlagen in den USA auch als «Treasury Inflation Protected Securities» (TIPS). Die Schweizer Tresorie bietet keine inflationsgeschützten Anleihen an. Es gilt also, bei solchen Anlagen auf das Währungsrisiko zu achten, schliesslich ist der Franken eine sehr starke Währung.

Finanzhäuser haben Fonds im Angebot

Die NZZ hat bei Banken nachgefragt, welche Geldanlagen sie Privaten anbieten, um sich gegen Inflation zu schützen. Die Grossbank Credit Suisse hat beispielsweise für private Anleger zwei verschiedene Produkte im Angebot: den global investierten «CS (Lux) Global Inflation Linked Bond F und B» in Dollar sowie den «CS (Lux) Inflation Linked CHF Bond F und B» in Franken. Beim ersten Fonds gehen Privatanleger ein zusätzliches Währungsrisiko ein. Er ist mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 1,09% zudem nicht ganz billig. Seine Ein-Jahres-Rendite lag am Stichtag, dem 8. 11. 2021, bei 6,04%. Der zweite Fonds in Franken hat eine etwas tiefere TER von 0,99%. Die Fonds-Rendite für ein Jahr lag gemäss Swiss Fund Data bei 4,77%.

Der «Global Inflation Linked Bond F» der CS investiert zu einem grossen Teil in inflationsindexierte Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren. Zusätzlich werden aber auch Nominalanleihen von staatsnahen Emittenten und Unternehmensemittenten ins Portfolio mit aufgenommen. Der «Inflation Linked CHF Bond F und B» legt die Gelder mehrheitlich in in Franken geführte Nominalanleihen an, wobei auch hier die Laufzeiten kürzer gehalten werden.

Bei beiden Fonds wird der Inflationsschutz auf den Nominalanleihen gemäss Credit Suisse «synthetisch» konstruiert. Damit könne eine «genauere Steuerung der Inflationsrisiken» erreicht werden. Beim «Inflation Linked CHF Bond F und B» würden so auch die Risiken der Schweizer Inflation, wo es keine inflationsgeschützten Anleihen gibt, angenähert. In Bezug auf die Fonds-Kosten gibt es aber deutlich günstigere Alternativen zu den CS-Fonds. So hat der kotierte Exchange-Traded Fund (ETF) «iShares $ TIPS UCITS» eine TER von gerade einmal 0,10%. Seine Ein-Jahres-Rendite betrug Ende September dieses Jahres 4,97%. Studien zeigen immer wieder, dass kostengünstige Fonds in der Regel langfristig eine bessere Rendite erzielen.

Die Migros Bank nennt als Investitionsmöglichkeit den ETF «Xtrackers II – Global Inflation-Linked Bond UCITS ETF» mit einer TER von 0,25%. Dieser ermögliche ein kostengünstiges globales Engagement in inflationsgebundene Anleihen, die von Regierungen von Industrieländern begeben werden und über ein Investment-Grade-Rating verfügen. «Wir empfehlen ausschliesslich passive Produkte, da ein Grossteil der in der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds und ETF in dieser Anlagekategorie ihren Vergleichsindex nach Kosten nicht übertreffen», schreibt Markus Wattinger, Leiter Investment Office bei der Bank.

Worauf bei der Fondsauswahl zu achten ist

Laut Alther sollte bei der Fondsauswahl darauf geachtet werden, dass ein möglichst hoher Anteil an Realwerten im Fonds enthalten ist. Zu den investierbaren Realwerten zähle die ZKB Substanzaktien mit tiefer Verschuldung und hoher Qualität, Immobilien inklusive Infrastruktur, Rohstoffe, Edelmetalle und auch inflationsgeschützte Anleihen.

Mewes mahnt, viel wichtiger als die Auswahl des besten Inflations-Fonds sei es, die langfristige Anlagestrategie nicht aus den Augen zu verlieren. Inflation könne in vielen Formen auftreten: «Ist es eine Konsumgüter-Inflation, oder betrifft es auch die Vermögenspreise wie beispielsweise die von Immobilien? Wie werden in diesem Szenario die Fremdwährungsrisiken eingeschätzt? Erwartet man global eine Inflation, oder beschränkt sich das Szenario auf eine bestimmte Region?»

Gehe man von einer Geldentwertung aus, sei damit allein noch nicht klar, welches Produkt in diesem Szenario «das Beste» sei. Er empfehle immer, den Portfolio-Kontext zu berücksichtigen und eine ansprechende Diversifikation anzustreben. Wichtig bei allen Fonds: Nebst tiefen Kosten sollte der Fonds über eine genügende Risikostreuung (regional und über Emittenten), eine langjährige, konstante Renditeentwicklung und eine ausreichende Grösse verfügen. Sein Volumen sollte also mindestens 50 Mio. Fr. betragen.

Jede Anlageklasse lässt sich theoretisch auch direkt abbilden, ohne dass ein Anlagefonds zum Einsatz kommen muss. «Sinnvoll strukturierte Aktienportfolios können genauso Alternativen darstellen wie ein breit abgestütztes Immobilienportfolio», sagt Mewes. Hierfür brauche es aber vertiefte Expertise und genügend liquide Mittel, um eine geeignete Diversifikation zu erreichen und unnötige Risiken zu vermeiden. «Für die meisten privaten Anleger dürfte daher diese Form der Geldanlagen weniger infrage kommen.» Aus Sicht von Lackner eignen sich als Inflationsschutz vor allem Unternehmen mit hoher Qualität, die solide Cashflows erwirtschaften, wenig verschuldet sind und für ihre Güter bzw. Dienstleistungen eine Preissetzungsmacht haben.

Kryptowährungen als Inflationsschutz?

Und inwieweit können Kryptowährungen ein Ausweg für Privatanleger sein? Das Problem: Die noch jungen Kryptowährungen sind schlicht zu wenig lange auf dem Markt, um beurteilen zu können, ob sie als Inflationsschutz taugen. «Ob Kryptowährungen ebenfalls Eigenschaften im Sinne eines Inflationsschutzes bieten können, wäre reine Spekulation. In drei bis fünf Jahren haben wir möglicherweise erste Antworten darauf», sagt Mewes dazu.

Lesen Sie den Originalartikel vom 27.11.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version mit umfassender Tabelle als PDF.

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Webseite? Möchten Sie Ihre On- und Offlinesichtbarkeit verbessern, um mehr Kunden zu erreichen?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

«We Love-to-Give»-Weihnachtsaktion: Schweizer Prominente zeigen Herz für Kinder

Sänger Luca Hänni, Ex-Torhüter Diego Benaglio, Eishockey Star Damien Brunner, Model Manuela Frey und viele mehr versteigern in 28 Videos ein Lieblingsstück von sich oder ein persönliches Treffen. Der Erlös aus den Auktionen geht in Form von Sachspenden mit Hilfe der «Stiftung für Kinder in der Schweiz» an bedürftige Kinder. Das Schweizer Startup YouGiver in Rotkreuz (ZG) ermöglicht den Online-Kauf der Geschenke ohne Registrierung.
Eurovision Song-Contest-Teilnehmer Luca Hänni sagt im Video: «In der Schweiz leben rund 300’000 Kinder an der Armutsgrenze». Der erfolgreiche Sänger bietet seinen Fans VIP-Tickets für seine Tour zur Versteigerung an. Luca Hänni zählt auf seine Fans: «Ich hoffe, dass ich auch etwas Gutes für Kinder tun kann.» 27 weitere Top-Stars der Schweiz beteiligen sich an der Weihnachtsaktion. Im Angebot sind eine bunte Auswahl an Auktionsgegenständen und -aktionen wie zum Beispiel Indoor-Skydiving mit Charles Nguela oder Kartbahnfahren mit Rennstar Nico Müller. Die Aktion startete am 17.11.21 und läuft bis zum 24.12.21. Ab dem 1. Dezember wird in Form eines Online-Adventskalenders jeden Tag die/der Gewinner(in) einer Auktion gekürt – eine Vorweihnachtsaktion voller Nächstenliebe. Romeo Maggi, Gründer und Stiftungsratspräsident der «Stiftung für Kinder in der Schweiz» in Hergiswil (NW) fordert in einem Video auf der YouGiver- Plattform alle Menschen in der Schweiz dazu auf, dem Beispiel der Prominenten zu folgen und zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen in sozialer Not Sachspenden zu kaufen und der Stiftung bzw. den Kindern zu schenken. Romeo Maggi sagt: «Wir müssen der zunehmenden Kinderarmut in der Schweiz entgegenwirken. Partnerschaften, wie diejenige mit YouGiver, unterstützen uns bei unserer Zielsetzung, Kindern und Jugendlichen in Not zu helfen.» Die YouGiver AG lädt alle Non-Profit-Organisationen ein, die Sachspenden-Plattform YouGiver kostenlos zu nutzen. Die «We Love-to-Give»-Weihnachtsaktion von YouGiver und der Stiftung für Kinder in der Schweiz finden Sie unter: https://my.yougiver.me/kinderstiftung. Folgende Schweizer Prominente unterstützen die Weihnachtsaktion «We Love-to-Give»:
  1. Sänger Luca Hänni versteigert zwei Konzerttickets seiner Tour 2022 inklusive Meet & Greet
  2. Comedian Rob Spence versteigert ein BMX Rad
  3. Comedian Charles Nguela versteigert Indoor Skydiving im Windwerk mit ihm zusammen für 6 Personen
  4. Motorrad-Rennfahrer Dominique Aegerter versteigert ein Paar signierte Handschuhe
  5. Moderatorin und ehemalige Rennfahrerin Cyndie Allemann versteigert einen signierten Original-Rennhelm aus Ihrer Indycar-Rennserie
  6. SNTM-Moderatorin und internationales Model Manuela Frey versteigert eine Meet & Greet mit sich bei einem Event nach Wahl
  7. Star Coiffeur Felix Fischer versteigert eine exklusive Beauty-Session bei sich im Salon
  8. Nationalspieler Michael Aebischer versteigert ein signiertes Nationaltrikot aus dem Länderspiel Nordirland gegen die Schweiz
  9. Sänger Florian Ast versteigert ein Meet & Greet in der Mühle Hunziken für zwei Personen am 9.12.21
  10. Stil- und Lifestyleberaterin Luisa Rossi versteigert eine exklusive Stylingberatung
  11. Musikerin Anna Rossinelli versteigert zwei Tickets inkl. Meet & Greet für die Zauberpark Show am 8.12.21 am Flughafen in Zürich
  12. Nachwuchskünstlerin Joya Marleen versteigert ein Meet & Greet am 29.1.22 in Basel plus zwei Konzerttickets
  13. TV Koch David Geisser versteigert ein exklusives Nachtessen für vier Personen im David- Geisser-Kochstudio
  14. Model und Content Creator Andrea Brotschi versteigert ein Meet & Greet auf einem VIP- Event
  15. Die Rockband „Gotthard“ versteigert ein Meet & Greet plus zwei Tickets für ihr Konzert am 11.12.21 in Sursee
  16. Musikstar Steff la Cheffe versteigert ein selbst designtes und selbst genähtes Bühnenoutfit inkl. zwei Konzerttickets und Meet & Greet für ein Konzert nach Wahl
  17. Rocker Gölä versteigert eine signierte Gitarre von den Büetzer Bube
  18. It-Boy Reto Hanselmann versteigert ein Meet & Greet mit sich auf einem Promi-Event nach Wahl plus einen Tag Beauty-Behandlung im Prevention Center im Wert von 1000 CHF
  19. Ex-Torhüter Diego Benaglio versteigert signierte Torwarthandschuhe
  20. Schwinger-Star Matthias Glarner versteigert zwei Tickets für das Schwing- und Älplerfest Engstlenalp 2022 inkl. Mittagessen und Meet & Greet
  21. Blues Legende Philipp Fankhauser versteigert zwei Konzerttickets inkl. Meet & Greet für sein bereits ausverkauftes Konzert Soirée Fankhauser am 15.12.21 in Rubigen
  22. Rennfahrer Nico Müller versteigert einen halben Tag Rennkartfahren auf der Kartbahn Lies inkl. Rennhandschuhe und Rennschuhe
  23. Eishockey-Star Damien Brunner versteigert ein signiertes Trikot des EHC Biel plus Originalschläger
  24. Cathrine & Adrian Steiner von „DAS ZELT“ versteigern 5×2 Tickets für die neue Show „Young Artists – Best of Switzerland“ samt Meet & Greet mit den Artisten.
  25. Nachwuchssängerin Caroline Alves versteigert zwei Konzertkarten nach Wahl inkl. Meet & Greet
  26. Fussballstar Valentin Stocker, Profi des FC Basel, versteigert ein signiertes Trikot des FC Basel von sich
  27. Snowboard-Star Pat Burgener versteigert ein signiertes Snowboard
  28. Star DJ Tanja la Croix versteigert einen exklusiven DJ Workshop
 
  • Medienkontakt Interviewanfragen Prominente: Kai Selck, Tel. +49 162 10 44 891 https://www.apercus.de; kai.selck@apercus.de
  • Medienkontakt Anfragen YouGiver AG: Bernhard Bircher-Suits, Tel. +41 76 507 36 36 www.fundcom.ch, bernhard.bircher@fundcom.ch
  • Medienkontakt «Stiftung für Kinder in der Schweiz» Astrid Portmann, Tel. Tel.: +41 41 632 44 74; mail@kinderstiftung.info
 
Über die YOUGIVER AG
Die YouGiver AG in Rotkreuz ist ein im Jahr 2018 gegründetes Schweizer Startup. Die innovative Online-Plattform macht die Vermittlung von Geschenken an Menschen oder Organisationen kinderleicht und deutlich günstiger. Mit der gleichnamigen digitalen Plattform können Spenderinnen und Spender Geschenke am Computer oder mit Hilfe der YouGiver-App kaufen und ohne Umwege an ein Hilfswerk oder eine beliebige Person auf der Erde versenden – auch ohne die Postadresse zu kennen. Eine Handy-Nummer oder E-Mail-Adresse reicht aus. Im Online-Shop von YouGiver stehen attraktive Produkte wie zum Beispiel Schokolade, Blumensträusse, Beauty-Artikel, Elektronik-Waren, aber auch Gutscheine für unvergessliche Erlebnisse, zur Auswahl.
 So funktionieren die YouGiver-App und die Online-Plattform:
Dieser Pressetext wurde von der FundCom für die YouGiver AG produziert und am 22.11.2021 veröffentlicht.
Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Webseite? Möchten Sie Ihre On- und Offlinesichtbarkeit verbessern, um mehr Kunden zu erreichen?
Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

ETH-Professor über grüne Kryptowährungen: «Das ist wie bei Tesla, das zunächst niemand ernst genommen hat»

Felix Ertle und Bernhard Bircher-Suits,  13.08.2021, 05.30 Uhr

Das Image der virtuellen Währung Bitcoin hat wegen ihres immensen Stromverbrauchs stark gelitten. Die Branche hat das Problem erkannt – und will grüner werden.

 
 

Am 13. Mai 2021 liess ein Tweet von Elon Musk auf Twitter den Bitcoin-Kurs schlagartig einbrechen. Darin gab der milliardenschwere Chef von Tesla den Zahlungsstopp des Elektroautobauers mit der Kryptowährung Bitcoin bekannt. Musk störte sich an der zu hohen Umweltbelastung der weltbekannten Kryptowährung. Daraufhin stürzte der Bitcoin ab und verlor innerhalb weniger Tage fast einen Drittel seines Werts.

Höherer Energieverbrauch als die Schweiz

Das angekratzte Image von Bitcoin hat unter anderem mit dem immensen Stromverbrauch der Währung zu tun. Der «Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index» der gleichnamigen britischen Universität schätzt den Energieverbrauch von Bitcoin für das gesamte Jahr 2021 auf rund 72 Terawattstunden (TWh). Zum Vergleich: In der Schweiz wurden im Jahr 2020 «nur» 56 TWh Strom verbraucht. Das Problem: Die benötigte Energie für die Produktion der Bitcoins stammt oft aus fossilen Quellen, die klimaschädliches CO2 freisetzen. Roger Wattenhofer ist Professor an der ETH Zürich mit Schwerpunkt auf Verteilte Systeme. Er betreute vor zehn Jahren den ersten Doktoranden weltweit zum Thema Bitcoin. Das Energieproblem liegt im «Schürfen» («Mining») bzw. stromintensiven Herstellen neuer Bitcoins. «Informationen über Bitcoin-Überweisungen werden in Blöcken zusammengefasst und in die Blockchain gebaut. Für die Erstellung eines einzigen Blocks erhalten Miner eine Belohnung in Form von Bitcoins, auch Bounty genannt», sagt Wattenhofer. Diese Bounty habe einen Wert von mehreren hunderttausend Franken. Bei Bitcoin dürfe einen Block erstellen, wer als Erster ein Krypto-Puzzle löst. Diese Methode wird als «Proof-of-Work» bezeichnet. In der Konsequenz bedeutet es, dass ein Miner umso grössere Chancen hat, die Belohnung zu ergattern, je mehr Energie er aufwendet. «Wenn er alle zehn Minuten einen Block mit einem Wert von 500 000 Fr. produziert, lohnt sich das, solange ihn der Energieaufwand günstiger kommt», erläutert Wattenhofer.

Schmutziger Strom zahlt sich aus

Die finanziellen Mining-Anreize sind also gewaltig. Zum Lösen der Krypto-Puzzles braucht es aber Spezialcomputer mit ultraschneller Rechenleistung. Ganze Lagerhallen voller Hochleistungscomputer dienen nur der Produktion von Bitcoin-Blöcken und schlucken Unmengen an Strom. Das Schürfen zahlt sich entsprechend bei billigem Strom besonders aus, der oft aus «dreckigen» Quellen stammt. Jüngst wurden rund zwei Drittel aller neuen Bitcoins in China erzeugt – ein Grossteil davon durch Kohlestrom. Doch nun macht China kurzen Prozess mit der «schmutzigen Währung», wie der irische Wirtschaftsprofessor Brian Lucey sie bezeichnet. In der chinesischen Provinz Sichuan wurden im Juni 2021 Energieversorger aufgefordert, den Mining-Farmen den Strom abzudrehen. In den Provinzen Innere Mongolei und Quinghai mussten zahlreiche Kryptofarmen schliessen. Bereits vor dem harten Durchgreifen Chinas haben sich Miner mit ihren Farmen in das Nachbarland Kasachstan abgesetzt. Laut dem US-Büro für öffentliche Angelegenheiten stammt der Strom in Kasachstan zu 87% aus fossilen Energieträgern. Angesichts nicht verebbender Umweltprobleme und der fatalen Energiebilanz ist der Schrei nach ökologischen Alternativen zum Bitcoin gross. Doch welche Möglichkeiten haben Krypto-Fans mit einer grünen Ader?

Normale Computer statt Hochleistungsrechner

Das Konsensverfahren Proof-of-Work ist bei Kryptowährungen mit dem höchsten Energieverbrauch verbunden. Andere Kryptowährungen wie Cardano (ADA) und bald auch Ethereum (ETH) funktionieren mit «Proof-of-Stake». Dieses Konsensverfahren, erstmals im Jahr 2012 in einem Aufsatz von Sunny King und Scott Nadal vorgestellt, soll das durch das Bitcoin-Mining verursachte Energieproblem lösen. Wattenhofer erklärt die Energieersparnisse durch das alternative Konsensverfahren: «Die Kernfrage lautet auch hier, wer die Blöcke bauen darf. Ich könnte mich zehn Mal im System anmelden und dadurch zehnmal mehr Blöcke bekommen.» Das müsse verhindert werden, sonst würden alle Leute lügen, und das System wäre nicht mehr sicher. Statt mit dem energieintensiven Lösen eines Krypto-Puzzles belege bei Proof-of-Stake die Höhe der Investments im System die Echtheit. «Je mehr Geld ich ins System stecke, desto mehr Stimmrechte erhalte ich. Wenn ich einen Block erstelle, setze ich einen grossen Teil des eigenen Vermögens als Sicherheit ein. Manipuliere ich den Block, verliere ich meinen Einsatz. Baue ich den Block korrekt, erhalte ich eine Belohnung in Form der jeweiligen Kryptowährung. Dadurch braucht es keine Krypto-Puzzles und kein Mining mehr, sondern nur herkömmliche Computer, die normale Rechnungen durchführen», erklärt Wattenhofer.

Staking-Coins mischen ganz vorne mit

Mit über 600 Mrd. Fr. Marktkapitalisierung liegt Ethereum gleich hinter Bitcoin auf Platz zwei der wichtigsten Kryptowährungen der Welt – und könnte Bitcoin vom Thron stossen. Ethereum möchte zum Ökovorbild werden, indem es auf Proof-of-Stake umsattelt. Die Umstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Gemäss Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin könnte der lang erwartete Wechsel zu Proof-of-Stake den enormen CO2-Fussabdruck von Kryptowährungen senken und damit Umweltprobleme lösen. Laut Ethereum-Mitgründer Carl Beekhuizen wird Ethereum 2.0 mindestens 99,95% weniger Energie verbrauchen als die jetzige Version. Bereits heute erfreuen sich die sogenannten Staking-Coins, wie auf Proof-of-Stake basierende Kryptowährungen genannt werden, grosser Beliebtheit. Laut der Krypto-Handelsplattform coinmarketcap.com gehört Cardano mit einer Marktkapitalisierung von 53 Mrd. Fr. zu den fünf beliebtesten Kryptowährungen überhaupt. Zwar dominiert Proof-of-Work mit einem Anteil von über 70% an der gesamten Marktkapitalisierung. Die Dominanz begründet sich jedoch durch den Bitcoin als die mit Abstand stärkste Kryptowährung der Welt. Wattenhofer hält es nicht für unwahrscheinlich, dass das bald energieeffiziente Ethereum den Bitcoin überholen wird: «Das ist wie bei Tesla, das zunächst niemand ernst genommen hat. Jetzt hat das Unternehmen die Marktmacht inne, und der Elektroauto-Boom beginnt.» Inzwischen existieren zahlreiche Konsensverfahren für Blockchains. Gemäss Wattenhofer sind «Permissioned Blockchains» sowohl punkto Sicherheit als auch Energieeffizienz ungeschlagen: «Bei dieser Blockchain suchen Sie sich beispielsweise vier Personen oder Institutionen Ihres Vertrauens. In der Schweiz vertrauen viele Menschen Roger Federer, der ETH Zürich, dem Roten Kreuz und der Nationalbank.»

Der XRP-Coin als Ökosegen?

Nur diese ausgewählten Parteien dürften die Blockchain bauen. Bei Proof-of-Stake könnten 10 000 Freiwillige an der Blockchain werkeln. Man wisse jedoch nicht, um wen es sich handelt: Hacker? Trolle? Dieses Problem werde bei Permissioned Blockchains behoben. Zudem verteile sich hier die Energie für die Validierung nur auf die wenigen Rechner der ausgewählten Personen, nicht auf alle Teilnehmenden des Systems. Damit seien sie sogar vielfach energieeffizienter als Proof-of-Stake-Blockchains. Der XRP-Coin des Fintech-Unternehmens Ripple ist das populärste Beispiel einer Kryptowährung, die auf der Permissioned Blockchain basiert. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 41 Mrd. Fr. liegt sie auf Platz sechs der beliebtesten Kryptowährungen weltweit. Bei XRP können nur bestimmte Personen oder Institutionen, sogenannte «Trusted Nodes», Transaktionen bestätigen. Momentan gehören die meisten «Trusted Nodes» dem Unternehmen Ripple. Die damit erfolgte Zentralisierung der Macht im Unternehmen steht häufig in der Kritik. Jedoch: Gemäss XRP-Energiehochrechnungen liegt der Stromverbrauch bei 100 Millionen Transaktionen mit der Kryptocoin XRP bei rund 790 000 Kilowattstunden (kWh). Bitcoin würde für das gleiche Volumen 95 Mrd. kWh Strom verbrauchen. Damit benötigt XRP beinahe 120 500-mal weniger Strom als Bitcoin.

Bitcoin wird von der Bildfläche verschwinden

Laut Wattenhofer wird Proof-of-Work im grossen Stil wohl nicht überleben: «Der Bitcoin hat einen grossen historischen Wert, weil er das Konzept Kryptowährung in die Welt getragen hat. Im Angesicht der heutigen Klimaproblematik ergibt es jedoch keinen Sinn, so energieaufwendige Systeme zu unterstützen.» Stattdessen sieht der ETH-Professor die Zukunft in Proof-of-Stake und Permissioned Blockchains: «Die meisten Anwendungen werden Permissioned Blockchains sein. Nur für diejenigen, die eher 10 000 Freiwilligen vertrauen als wenigen ausgewählten Institutionen, bleibt Proof-of-Stake zentral.» Das Zeitalter der energieeffizienten Kryptowährungen ist somit längst angebrochen. Doch welche nachhaltigen Kryptowährungen lohnen das Investment? Yann Isola ist Projektmanager für Krypto-Vermögenswerte bei der Schweizer Online-Bank Swissquote. Auf die Frage, wie sich die Nachfrage nach grünen Kryptowährungen entwickelt, antwortet er: «In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Krypto-Investments bei Swissquote rasant gestiegen. In der jüngeren Vergangenheit geriet der Aufwärtstrend auf dem globalen Markt allerdings ins Stocken. Wir waren dennoch beeindruckt vom stark wachsenden Interesse an der ressourcenschonenden Kryptowährung Cardano (ADA).»

Investments in Staking-Coins haben mehrere Vorteile

Ebenfalls beliebt seien Polkadot (DOT) und Algorand (ALGO). All diese Staking-Coins seien um ein Vielfaches energiesparender als der Bitcoin. Neben dem – weil energieintensive Rechnerfarmen unnötig sind – um ein Vielfaches kleineren CO2-Fussabdruck seien Staking-Coins auch deshalb interessant, weil man eine Belohnung erhalte, wenn man die Transaktionen anderer validiert. Auch bei Investments in «grüne» Kryptowährungen lohnt sich laut Isola die Risikostreuung: «Durch Investments in mehrere Währungen verteilt sich das Risiko.» Der Wert vieler Kryptowährungen sei jedoch eng mit dem Bitcoin verbandelt. Schlechte Nachrichten für den Bitcoin wirkten sich in der Regel negativ auf andere Kryptowährungen aus. Isola gibt sich dennoch vorsichtig optimistisch: «Einige Währungen emanzipieren sich immer mehr vom Bitcoin. Ethereum zeigte während des Absturzes des Bitcoins eine erstaunliche Resilienz, ebenso wie Cardano. Ihr Wert wird nicht durch reine Marktbewegungen beeinflusst. Nachhaltigkeit und technologischer Fortschritt zählen ebenfalls zu den Einflussfaktoren.» Ob und wann der Bitcoin in der Versenkung verschwinden wird, steht in den Sternen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind aber ressourcenschonende Kryptowährungen auf dem Vormarsch. Der Tisch ist bereits gedeckt: Staking-Coins wie Cardano und bald auch Ethereum, aber auch solche wie XRP, basierend auf einer Permissioned Blockchain, könnten bald den Markt dominieren. Und damit dem energiehungrigen Mining ein Ende bereiten.

 

Lesen Sie den Originalartikel vom 13.08.2022 auf nzz.ch oder laden Sie sich die NZZ-Online-Version als PDF herunter.

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Newsletter oder Ihre Webseite?
Möchten Sie Ihre On- und Offlinesichtbarkeit verbessern, um mehr Kunden zu erreichen?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Newsletter 2/2021

Trotz Corona-Krise: Unsere Kundenliste wird immer länger. Neu dürfen wir die Stiftung Zürcher Lighthouse, den Familienbetrieb Geigenbauer Rast sowie die Stiftungen Vitanetz und Humanitas Horgen zu unseren Kunden zählen. Unten finden Sie wie üblich kostenlose Ratgeberartikel zu aktuellen Themen wie «Führung im digitalen Zeitalter» oder «Grüne Kryptowährungen?». Und kennen Sie schon den von der FundCom gestalteten, neuen Ratgeber des Zürcher Spendenparlaments?

Viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihre Website, Ihren Blog oder Newsletter? Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41442710202. Wir freuen uns auf Sie!