Newsletter 1/2022

 

Ob Webdesign, Fundraising oder Nutzwert-Artikel: Die FundCom durfte wieder spannende Projekte abwickeln. Für die Zürcher Meisterwerkstatt Rast Geigenbauer haben wir zum Beispiel die brandneue Website https://rast-violins.ch produziert. Sie rankt auf Seite eins bei Google.

Viel Herzblut haben wir auch in das Weihnachtsmailing für die Stiftung Humanitas in Horgen gesteckt. Der Spendenbrief mit ausmalbaren Weihnachtskarten öffnete bei vielen GönnerInnen die Herzen und das Portemonnaie.

Die Auktion «We love to give» für die Stiftung für Kinder in der Schweiz hat bei 28 Schweizer Prominenten Erinnerungen geweckt – und noch viel mehr. Die Versteigerung ihrer liebsten Stücke erzielte Spenden von über 24’000 Franken.

Lesen Sie auch unseren NZZ-Fachartikel zum Thema Spendenabzüge.

Viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.

 

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So klappt die Steuererklärung 2021 ohne Stress und Mahngebühren

Jeder zehnte Haushalt in der Schweiz hat Steuerschulden. Doch wer Fristen beachtet und keine Abzüge vergisst, vermeidet teure Mahnungen und unnötig hohe Steuerrechnungen. Ein Ratgeber für Steuerpflichtige.

Bernhard Bircher-Suits
07.02.2022, 05.30 Uhr

Je schneller man die Steuererklärung einreicht, desto eher kann die Veranlagung mit der definitiven Abrechnung erfolgen.

Der Bund, die 26 Kantone und die rund 2200 Gemeinden erheben in der Schweiz Steuern aufgrund ihrer eigenen Gesetzgebungen. Der föderalistische Aufbau der Schweiz hat die Schaffung eines einheitlichen Steuersystems verhindert. Für viele Menschen sind dieser Steuerdschungel und alleine die Vorstellung an die Steuererklärung ein Albtraum. Kein Wunder, verzichten in der Schweiz Jahr für Jahr Tausende steuerpflichtige Bürgerinnen und Bürger darauf, ihre Steuererklärung bei den Steuerbehörden einzureichen.

Wer die Steuererklärung nicht rechtzeitig einreicht, wird vom Steueramt gemahnt. Für eine Mahnung wird im Kanton Bern zum Beispiel eine Gebühr von 60 Franken in Rechnung gestellt. Im Aargau werden 35 Franken für die erste Mahnung fällig. Dagegen kommen säumige Einreichende im Kanton Zürich vergleichsweise gut weg. In einer Weisung der Finanzdirektion steht: «Für die Mahnungen dürfen vom Steueramt keine Gebühren erhoben werden.»

Wer trotz Mahnung keine Steuererklärung einreicht, wird durch das Steueramt nach «pflichtgemässem Ermessen» eingeschätzt. Zusätzlich können Steuerpflichtige «wegen Verletzung der Verfahrenspflichten» mit einer Busse bestraft werden. In der Stadt Zürich beträgt sie in «schweren Fällen und im Wiederholungsfall» bis zu 10 000 Franken.

Jeder zehnte Schweizer Haushalt hat Steuerschulden

Doch auch wer die Deklaration fristgerecht einreicht, kann oft die nachfolgende Steuerrechnung nicht bezahlen. Steuerschulden zählen in der Schweiz zu den häufigsten Schuldenarten – noch vor den Krankenkassenprämien. Gemäss einer Erhebung vom Bundesamt für Statistik haben rund 9 Prozent aller Schweizer Haushalte Steuerschulden.

Wer wegen Einkommensausfällen während der Corona-Krise oder anderer nicht selbst verschuldeter Gründe nicht fristgerecht zahlen kann, sollte dem Steueramt so früh wie möglich ein schriftlich begründetes Gesuch um Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub unterbreiten

Corona-Pandemie: keine massive Zunahme bei Betreibungen

Im Kanton Aargau hat die Corona-Pandemie Spuren in der Betreibungsstatistik hinterlassen: Die Zahl der Betreibungen, welche die Gemeinden und die kantonale Behörde veranlasst haben, stieg 2021 auf 34 973. Im Jahr 2018 waren es 33 315 Betreibungen.

Diese Angaben sind mit Vorsicht zu geniessen: Von März bis Juni 2020 galt im Kanton nämlich ein gesetzlicher Betreibungsstopp. Im Kanton Zug dürfte die Zunahme an steuerlich motivierten Betreibungen pandemiebedingt gemäss Finanzdirektion «gegenüber dem Jahr 2020 bei rund 5 bis 10 Prozent liegen». Die Finanzdirektion des Kantons Zürich führt keine solche Statistik für alle Zürcher Gemeinden.

Steuererlass nur bei besonderen Anlässen

Chancen auf einen (Teil-)Erlass von Steuerschulden bestehen nur in besonderen Fällen: beispielsweise, wenn die Bezahlung unverschuldet wegen besonderer Umstände wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder nach einer Scheidung eine unzumutbare Einschränkung der Lebenshaltung zur Folge hätte. Der Steuerpflichtige darf zudem über keinerlei Ersparnisse verfügen oder Wohneigentum besitzen.

Ein Trost für zeitlich stark ausgelastete Steuerpflichtige: Sie können zumindest beim Ausfüllen der Steuererklärung einige Monate Zeit schinden. In der Regel kann man die Einreichefrist – meist Mitte oder Ende März 2022 für private Arbeitnehmende – ohne Begründung und mit wenigen Mausklicks online verlängern. Eine Fristerstreckung auf elektronischem Weg wird zum Beispiel in der Stadt Zürich bis zum 30. September 2022 beziehungsweise bis längstens zum 30. November 2022 gewährt. Weitere Fristverlängerungen sind nur bei Todesfällen in der Familie oder Krankheit möglich.

Verzugszins bei Bund liegt bei 3 Prozent

Doch Steuerpflichtige halten sich besser an den Leitsatz: «Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.» Der Grund: Je schneller man die Steuererklärung einreicht, desto eher kann die Veranlagung mit der definitiven Abrechnung erfolgen.

Und auch mit der Zahlung der Steuerrechnung sollte man nicht zu lange zuwarten. So verlangt der Kanton Zürich beispielsweise im Corona-Jahr 2021 4,5 Prozent Verzugszinsen. Auch der Bund verlangt Verzugszinsen. Wer seine direkte Bundessteuer zu spät bezahlt, wird mit 3 Prozent Verzugszins bestraft. Früh bezahlte Steuern honoriert der Bund nicht. Diese Beispiele zeigen: Die Steuern rechtzeitig zu bezahlen, ist die günstigste Lösung.

Die Zinsen auf im Voraus bezahlte, mutmassliche Steuerschulden tendieren hingegen immer häufiger gegen null. Immerhin: Im Kanton Schwyz gibt es in den Steuerjahren 2021/22 attraktive 0,5 Prozent auf Vorauszahlungen. Im Kanton Zürich sind es 0,25 Prozent für vorzeitig bezahlte Staats- und Gemeindesteuern. Der Kanton Thurgau zahlt beispielsweise 0,2 Prozent, der Kanton Bern gar nichts.

Teure Flüchtigkeitsfehler mit Hilfsprogrammen vermeiden

Positiv ist, dass alle Kantone das elektronische Ausfüllen der Formulare am Computer oder online im Internet-Browser ermöglichen. In den Kantonen Schwyz und Zürich kann man bereits seit letztem Jahr alle Belege auch nur elektronisch einreichen. Mit der Steuererklärung 2021 ist dies nun auch im Kanton Aargau möglich. Voll digitale Lösungen bieten zum Beispiel auch die Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Solothurn, St. Gallen und Zug.

Elektronische Helfer haben Vorteile: So werden viele Abzüge wie Kinder-, Familien- und Doppelverdiener-Abzüge automatisch generiert. Ausserdem sind Additionsfehler bei den elektronischen Lösungen ausgeschlossen. Doch gegen Flüchtigkeitsfehler und Vergesslichkeit helfen auch die Computerprogramme nicht.

Gut, wenn man sich dann zumindest auf die Steuerbeamten aus Fleisch und Blut verlassen kann. Gemäss Roland Teuscher, Leiter Kommunikation beim kantonalen Steueramt Aargau, werden zumindest «Flüchtigkeitsfehler» beim Ausfüllen amtlich berichtigt. «Bei der Berechnung der Berufskosten gibt es viele Personen, die statt 220 Arbeitstage pro Jahr nur 5 Arbeitstage deklarieren, da sie von einer Woche ausgehen.» Dieser Fehler werde «selbstverständlich durch die Steuerbehörde zugunsten der Steuerpflichtigen korrigiert».

Falsche Annahmen entdeckt die Software nicht

Das korrekte Ausfüllen der Steuererklärung bleibt trotz digitalen Helfern und hilfsbereiten Steuerbeamten eine Kunst, die nicht alle beherrschen. Ein Beispiel: Ein Ehepaar ist in der Vergangenheit zweimal vorzeitig aus einer Festhypothek ausgestiegen und hat die Bank gewechselt. Die an die Bank bezahlte Vorfälligkeitsentschädigung hat das Ehepaar in der Steuererklärung jeweils abgezogen.

Das Bundesgericht entschied aber im Jahr 2019: Wer die Festhypothek vorzeitig kündigt und die Bank wechselt, kann die Vorfälligkeitsentschädigung nicht von den Steuern abziehen. Das gilt laut den Bundesrichtern auch bei der vorzeitigen Kündigung wegen eines Liegenschaftsverkaufs. Abziehen darf die Entschädigung nur, wer die Hypothek vorzeitig auflöst und bei derselben Bank eine neue Hypothek abschliesst.

Gelegentlich gilt es aber nicht nur Abzüge geltend zu machen, sondern bereits bezahlte Steuern vom Fiskus zurückzufordern. Steuerpflichtige, die beispielsweise für selbst bewohntes Wohneigentum vorbezogene Pensionskassengelder wieder in die Pensionskasse zurückführen, können vom Steueramt verlangen, dass die beim Vorbezug oder bei der Pfandverwertung für den entsprechenden Betrag bezahlten Steuern zurückerstattet werden.

Die teuersten Fehler

Doch was sind die teuersten Fehler beim Ausfüllen der Steuererklärung? Roland Teuscher sagt: «Die teuersten Fehler entstehen durch Nichtdeklaration von Einkommens- und Vermögensfaktoren oder die unwahre Deklaration von Abzügen, sprich durch Steuerhinterziehung und daraus resultierende Nach- und Strafsteuerverfahren.»

Tanja Bertholet, Verantwortliche externe Kommunikation bei der Finanzdirektion des Kantons Bern, sagt: «Teuer wird es dann, wenn hohe abzugsfähige, effektiv angefallene Kosten nicht deklariert werden. Diese Abzüge werden von uns nicht von Amtes wegen gewährt, bei fehlender Deklaration wissen wir gar nichts von diesen Kosten. Als Beispiel seien etwa Drittbetreuungskosten für Kinder genannt.» Auch Sozialabzüge für erwachsene Kinder in Ausbildung gehen oft vergessen.

Ein weiterer «teurer» Fehler kann auch eine nicht vollständig ausgefüllte Steuererklärung sein. Bei Feststellung durch die Steuerverwaltung führt dies zu einem teuren «Nach- und Strafsteuerverfahren». Was gemäss Steuerexperten oft auch vorkommt, ist ein fehlender Beleg für die Säule-3a-Einzahlung.

Wohneigentümer sollten zudem Unterhaltskosten bei Liegenschaften nicht vergessen. Steuerpflichtige dürfen jedes Jahr und für jede Liegenschaft zwischen Pauschale und effektiven Kosten wählen. Abziehen darf man werterhaltende Investitionen in Immobilien. Eine Ausnahme sind Investitionen mit dem Ziel, Energie zu sparen oder die Umwelt zu schützen.

Kaum noch Corona-Erleichterungen im Jahr 2021

Zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020 wurden in verschiedenen Kantonen Sofortmassnahmen getroffen. So wurde beispielsweise von Steuerbehörden die Einreichefrist verlängert und der Verzugszins ausgesetzt. Doch wie sieht es bei der Steuererklärung 2021 aus? In den meisten Kantonen gibt es keine Sonderregelungen mehr – oder nur mehr wenige, welche die Berufsauslagen betreffen.

Im Kanton Zürich haben die Corona-Massnahmen keine besonderen steuerlichen Auswirkungen. Insbesondere können Berufsauslagen so geltend gemacht werden, als hätte es keine Pandemie mit Home-Office-Pflicht gegeben. Auch im Kanton Thurgau hat die Corona-Krise «grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Steuererklärung 2021».

Tipps zum Ausfüllen der Steuererklärung
  • Eine detaillierte Übersicht über Abzugsmöglichkeiten findet sich unter anderem im sogenannten ESTV-Steuermäppchen oder in Informationen der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK).

  • Vor dem Ausfüllen der Steuererklärung gilt es die offizielle Wegleitung zu lesen. Darin werden auch die steuerlich zulässigen Abzüge aufgeführt.

  • Hilft vor bösen Überraschungen: Beim Eidgenössischen Finanzdepartement lässt sich die für das betreffende Steuerjahr fällige Einkommenssteuer für natürliche Personen unverbindlich im Voraus berechnen (siehe: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/die-estv/steuerstatistiken-estv/steuerrechner.html).

  • Eine gute Vorbereitung erleichtert und beschleunigt das Ausfüllen der Steuererklärung. Es ist ratsam, folgende Unterlagen zu sammeln und bereitzuhalten:

– Lohnausweis

– Kontoauszüge von Bank oder Post

– Belege zu den Wertschriften

– Belege für Beiträge an die Säule 3a (freiwillige Vorsorge)

– Belege für besondere Einzahlungen in die zweite Säule (Pensionskasse/BVG; die ordentlichen Beiträge sind auf dem Lohnausweis ausgewiesen)

– Zusammenzug der Krankheitskosten

– Zusammenstellung der Berufskosten

– Belege zu Weiterbildungen

– Spendenbelege

– Für Wohneigentümer: alle Unterlagen zu Liegenschaftssteuer, Schuldzinsen, Rechnungen für Unterhalts- und Renovationsarbeiten, Betriebs- und Verwaltungskosten usw.

Lesen Sie den Originalartikel vom 07.02.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF.

 

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So senken Sie Ihre Fixkosten um Tausende Franken pro Jahr

Fixkosten senken

Auch in der Schweiz steigt die Inflation. Gegen hohe Preise kann man ankämpfen, indem man Fixkosten bei Telekom-Abos, Geldanlagen, Krankenkassen und Versicherungen reduziert.

Bernhard Bircher-Suits
31.01.2022, 05.30 Uhr

Der Schweizer Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst die Teuerung der Konsumgüter in der Schweiz. Im Jahr 2021 legte die Teuerung um 0,6 Prozent zu. Zum Vergleich: 2020 gab es noch eine Minus-Teuerung von 0,7 Prozent.

Die Inflation in der Schweiz dürfte dieses Jahr gemäss der Dezember-Prognose des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) aufgrund gestiegener Preise für Energieträger und Vorleistungsgüter moderat auf 1,1 Prozent im Jahresdurchschnitt steigen. Heute können 0,8 bis 0,9 Prozentpunkte der Inflationsrate – und somit der grösste Teil – durch die höheren Erdölpreise erklärt werden.

CO2-Abgabe verteuert Heizöl und Gas im Jahr 2022

Bei den Lebensmitteln wurden zum Beispiel Brotwaren zwischen 10 und 15 Prozent teurer sowie sämtliche Produkte, die mit Weizen hergestellt werden. Aber auch im Non-Food-Bereich sind gewisse Produkte teurer geworden, so zum Beispiel Konstruktionsholz.

Beim Heizen drohen dieses Jahr weitere Mehrkosten: Seit Anfang 2022 kostet die CO2-Abgabe neu 120 statt 96 Franken pro Tonne CO2. Diesen Zuschlag und die gestiegenen Brennstoff- und Strompreise spüren viele Menschen und Unternehmen in der Schweiz direkt im Portemonnaie. Immerhin fliessen zwei Drittel der CO2-Abgabe zurück an die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Solchen Mehrkosten kann man auf die Schnelle nur schlecht entgehen. Vermeintliche Budget-Fixkosten lassen sich aber oft einfach senken – und zwar ohne Komforteinbussen. Das «Anti-Teuerungs-Rezept»: Kenntnisse über Steuerabzüge, die Bereitschaft zum Wechsel von Banken, Telekom-Anbietern, Versicherungen und etwas Zeit, um Angebote zu vergleichen und Kündigungsbriefe zu versenden.

Bankspesen: Smartphone-Lösungen bieten tiefe Gebühren

Beim Zahlungsverkehr und Sparen sind die Höhe der Spesen, der Kontozins, allfällige Negativzinsen sowie Rückzugsbeschränkungen wichtig. Die Vergleichsplattform Moneyland.ch ermöglicht Privaten einen individuellen Kostenvergleich.

Ein Beispiel: Ein Erwachsener mit Wohnsitz Zürich und Jahrgang 1962 hat im Schnitt 6000 Franken auf dem Privatkonto. Er nutzt nur E-Banking und hat eine Debit-Karte. Er nutzt seine Bankkarte ab und zu im In- und Ausland. Der Vergleich von 14 Anbietern von Privatkonten zeigt: Der Zürcher zahlt bei der teuersten Bank im Vergleich – der Grossbank UBS – im Jahr 261.90 Franken. Mit der Smartphone-Lösung von Neon, dem Angebot «Neon free», hingegen würden dieselben Kontoaktivitäten 24 Franken im Jahr betragen. Das Sparpotenzial: rund 238 Franken.

Als Neon-Bankpartner fungiert die Schweizer Hypothekarbank Lenzburg. Der Vorteil von «Neon free» wie auch den ähnlichen Smartphone-Apps Zak (Bank Cler) oder CSX (Credit Suisse) sind die fehlenden oder sehr tiefen Kontoführungsgebühren. Aber aufgepasst: Bei solchen Smartphone-Bankkonten gehen vor allem Bargeldbezüge an fremden Bancomaten rasch ins Geld. So kostet bei Zak ein Bargeldbezug an fremden Geldautomaten in der Schweiz 2 Franken, im Ausland 5 Franken.

Tipp: Grundsätzlich lassen sich mit Smartphone-Banking-Lösungen, aber auch bei konventionellen Banken viele Transaktionskosten und Gebühren sparen, wenn man auf Bargeldbezüge an Fremd-Bancomaten verzichtet, keine Telefon- und Schaltergeschäfte tätigt und vor allem auf das papierlose E-Banking setzt.

Währungswechsel: 5000 Franken nach Berlin senden und 257 Euro sparen

In der derzeitigen Tiefpreis-Phase des Euro kann es interessant sein, harte Franken auf Vorrat in Euro zu wechseln und das Geld auf einem Schweizer Euro-Konto für Studien- oder Ferienaufenthalte zu deponieren. Der Haken dabei: Beim Geldwechsel verdienen Banken mit einem versteckten Aufschlag auf den sogenannten Interbankenkurs viel Geld für eine digitale Transaktion.

Das Schweizer Vergleichsportal Monito.com macht die versteckten Aufschläge für viele Währungen transparent. Ein Beispiel zeigt das Einsparpotenzial eindrücklich: Eine Mutter will ihrer Tochter 5000 Franken für das Studium in Berlin überweisen. Nutzt die Mutter die Migros-Bank für ihre Überweisung nach Deutschland, erhält die Tochter netto 4535 Euro auf ihrem Euro-Konto in Berlin gutgeschrieben.

Bei den Online-Anbietern Currencyfair oder Wise wären es aber 4791 beziehungsweise 4792 Euro. Mit diesen Geldüberweisungs-Diensten erhält die Tochter somit 256 oder 257 Euro mehr ausbezahlt als über die Migros-Bank. Gut zu wissen: Die Plattform Monito empfiehlt ausschliesslich regulierte und sichere Unternehmen.

Tipp: Wer viel im Ausland weilt, sollte die Multi-Währungs-Karten der Online-Bank Swissquote und des Anbieters Wise (https://wise.com) prüfen. Wise bietet seine Debit-Karte für 8 Euro an. Eine rein digitale Visa-Karte von Wise lässt sich ohne Jahresgebühr dazubuchen.

Telekom-Abos: Bestandskunden müssen um Rabatte feilschen

Langjährige Kunden von Salt, Sunrise/UPC oder der Swisscom reiben sich immer mal wieder die Augen, wenn sie zeitlich limitierte Billigangebote «nur für Neukunden» erblicken. Meist kosten die Angebote die Hälfte oder weniger, als der treue Kunde Jahr für Jahr bezahlt.

Wer hochpreisige Abos nutzt und schon einige Jahre Kunde ist, kann mit einem Anruf beim Kundendienst auf solche Kampagnen verweisen und zumindest für eine befristete Zeit Einsparungen erzielen. Der Grund: Telekom-Firmen bezahlen treuen Kunden lieber Rabatte, anstatt sie an die Konkurrenz zu verlieren. Zudem ist die Akquise von Neukunden aufwendig und oft viel teurer. Dass Rabatte meist gewährt werden, belegen Kundenerfahrungen in Internetforen.

Tipp: Geld sparen lässt sich auch, wenn man Handy-Einzelabos von Familienmitgliedern bei verschiedenen Anbietern zu einem Anbieter zügelt und so von Mengenrabatten profitiert.

Internet-Abo: Ein günstiger Anbieter hilft Jahr für Jahr Hunderte Franken sparen

Aber auch mit einem Anbieterwechsel des Internet-Abonnements kann man rasch seine Fixkosten reduzieren. Ein Beispiel: Eine Stadtzürcherin zahlt beim Internetprovider iWay für den schnellstmöglichen Internetanschluss gemäss der Vergleichsplattform Moneyland für Glasfaser-Internet mit Tempo 1000 Mbit pro Sekunde 392 Franken im Jahr.

Zum Vergleich: Das Angebot Solnet Expert kommt mit demselben Tempo auf 967 Franken zu stehen. Das Sparpotenzial liegt folglich bei 575 Franken pro Jahr. Ähnliche Telekom-Abo-Vergleiche bieten auch Online-Plattformen wie Comparis.ch, Alao.ch oder Bonus.ch.

Krankenkasse: Prämienerhöhungen kann man umgehen

Der Krankenkassen-Dachverband Santésuisse warnte Ende Januar 2022 vor weiteren Prämienerhöhungen wegen gestiegener Kosten bei der Grundversicherung. Doch steigende Krankenkassen-Prämien sind nicht in Stein gemeisselt. Der Leistungsumfang in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist bei allen Krankenversicherern gleich. Mit einem Wechsel der Grundversicherung zu einer günstigeren Kasse kann man mit wenig Aufwand viel Geld sparen. Das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) kostenlos zur Verfügung gestellte Vergleichsportal Priminfo.ch erlaubt einen raschen Prämienvergleich mit ein paar Mausklicks.

Ein Beispiel zeigt das Sparpotenzial: Eine Einzelperson mit Jahrgang 1980 zahlt bei der SLKK-Versicherung, der ehemaligen Schweizer Lehrerkrankenkasse, im Jahr 5343 Franken Prämien bei einer Franchise von 300 Franken. Bei Vivacare wären es 6900 Franken für dieselben gesetzlich geregelten Leistungen. Die Einsparung liegt folglich bei rund 1560 Franken im Jahr. Wer zudem zu einem günstigeren Hausarztmodell wechselt und die Franchise erhöht, kann zusätzliche Einsparungen erzielen. Versicherte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen können zudem eine Prämienverbilligung beantragen. Für die Überprüfung des Anspruchs auf Verbilligung der Grundversicherungsprämie sind kantonale Stellen zuständig (siehe: https://www.priminfo.admin.ch/de/verbilligung/kantonale-stellen).

Auch gut zu wissen: Angestellte sind in der Schweiz obligatorisch gegen die finanziellen Folgen von Berufs- und Freizeitunfällen versichert –vorausgesetzt, sie arbeiten mindestens 8 Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber. In diesem Fall können Sie auf die zusätzliche Unfalldeckung in der Krankenkasse verzichten.

Tipp: Ein Versicherungswechsel in der obligatorischen Grundversicherung ist per 1. Juli 2022 in bestimmten Fällen möglich. Wer über eine Grundversicherung mit einer ordentlichen Franchise (Erwachsene 300 Franken, Kinder 0 Franken pro Kalenderjahr) und freier Wahl des Leistungserbringers verfügt, kann seine Krankenversicherung auf den 30. Juni unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist kündigen.

Weitere Versicherungen: Prämien online vergleichen

Die grössten finanziellen Risiken neben Krankheit sind Unfall sowie Todesfall und Erwerbsausfall-Risiko. Auch die Risiken Haftpflichtzahlungen und zerstörter Hausrat sollten über eine Versicherung abgedeckt werden. Prämienvergleiche für die erwähnten Risiken bieten Online-Plattformen wie Bonus.ch, Comparis.ch oder Moneyland.ch.

Umzug zu Online-Broker prüfen

Internet-Börsenhändler sind für Kleinanleger deutlich günstiger als Universalbanken. Ein Beispiel: Gemäss Moneyland.ch zahlt ein Online-Gelegenheitstrader bei der FlowBank im Jahr rund 345 Franken. Die FlowBank ist eine Schweizer Online-Bank mit Sitz in Genf. Bei der UBS wären es rund 1800 Franken. Die ebenfalls teure Credit Suisse rangiert direkt hinter der UBS mit Kosten von 1679 Franken für dieselben Wertschriften-Transaktionen.

Tipp: Beachten Sie allfällige «Zügelkosten», wenn Sie ihr Wertschriftendepot zu einem günstigeren Anbieter wechseln wollen. Klären Sie mit dem neuen Anbieter, ob er allfällige Transferkosten übernimmt. Die Schweizer FlowBank übernimmt zum Beispiel die Transferkosten von Aktien bis zu einem Betrag von 750 Franken.

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Immobilienverwaltung: Das können die digitalen Helfer

Eine Immobilienverwaltung durch Dritte kostet zwischen 4 und 5 Prozent der Mieteinnahmen pro Jahr. Wer sich selbst um seine Miethäuser oder -wohnungen kümmert, spart Geld – zum Beispiel mithilfe einer Immobilienverwaltungs-Software. Bei drei Online-Lösungen zeigen sich Unterschiede.

Bernhard Bircher-Suits
11.01.2022, 05.30 Uhr

Die Nachfrage nach Renditeliegenschaften ist weiterhin grösser als das Angebot. Die Preise von Renditeobjekten haben trotz Corona-Krise Höchststände erreicht, wie eine Studie der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner zeigt. Zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 wurde bei Wohnliegenschaften ein Anstieg der Transaktionspreise von 4,7 Prozent registriert. Bei den Geschäftsliegenschaften ist die Zahlungsbereitschaft mit 0,5 Prozent deutlich schwächer gestiegen.

Wohneigentum wie auch vermietete Liegenschaften sind somit trotz anhaltender Corona-Krise heiss begehrt und liefern den Eigentümern bei einer Vermietung attraktive Renditen. Davon profitieren in der Schweiz nicht nur Pensionskassen, Versicherungen und Banken sowie grosse Immobilienunternehmen, sondern auch Privatpersonen. Insgesamt gehörten im Jahr 2019 rund die Hälfte aller Mietwohnungen in der Schweiz Privaten. Das zeigt eine Studie von Raiffeisen Schweiz.

Viele private Immobilieneigentümer lassen ihre Objekte von professionellen Hausverwaltern verwalten. Am besten lässt sich eine faire Verwalterin bzw. ein fairer Verwalter über Verbände wie Casafair oder den Hauseigentümerverband (HEV) bzw. Empfehlungen anderer Wohneigentümer finden.

Externe Verwaltung verursacht Kosten

Doch eine externe Verwaltung hat ihren Preis: Gemäss dem Schweizer Vergleichsportal Gryps.ch kostet die Verwaltung einer Mietliegenschaft zwischen 4 und 5 Prozent des Brutto- oder Nettomietzinses pro Jahr. Damit sind in der Regel Liegenschaftsabrechnung, Buchhaltungskosten und administrative Bewirtschaftung abgedeckt. Zusätzliche Kosten verursacht meist nur ein ausserordentlicher Aufwand der Verwaltung – beispielsweise ein grösserer Umbau. Die Verwaltungskosten variieren je nach Umfang der Aufgaben, Region und Anzahl zu verwaltender Objekte.

Wer solche Ausgaben sparen und die Verwaltung lieber in die eigene Hand nehmen möchte, muss sich mit Buchhaltung, Nebenkostenabrechnungen, Mietrecht, Steuern und den Mietparteien selbst herumschlagen. Das kostet Zeit, Geld und vor allem Nerven. Eine clevere Hausverwaltungssoftware kann helfen, den Überblick zu behalten und die Administration zu vereinfachen.

Eine Verwaltungssoftware sollte für Private bezahlbar, einfach zu bedienen und übersichtlich sein. Eine der wichtigsten Aufgaben der Hausverwaltung ist die Nebenkostenabrechnung. Sie ist in einer Verwaltungssoftware ein Muss. Damit können Heizkosten, Kalt- und Warmwasser, Strom und weitere Nebenkosten wie Hauswart, Kehricht und so weiter anteilsmässig abgerechnet werden. Weitere wichtige Funktionen sind die Wohnungs- bzw. Liegenschaftsverwaltung und das Bereitstellen von Dokumenten wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag.

Clevere Programme bieten auch Inventarlisten und Vermerke, wann eine Wohnung renoviert wurde und mit welchen Geräten. Software der neuesten Generation bietet auch elektronische Schnittstellen zu Banken bzw. zum Mietzinskonto an. Dies vereinfacht die Mietzinseingangskontrolle und die Buchhaltung.

Drei Programme auf dem Prüfstand

Die NZZ hat folgende Online-Programme für unter 600 Franken pro Jahr unter die Lupe genommen: Fairwalter, Immoshome und Limmobi. Diese Programme zielen auch auf Private, die kleinere Mietobjekte verwalten. Sie lassen sich bequem über einen Internet-Browser weltweit nutzen. Geprüft wurden Leistungsumfang, Benutzerführung und die Kompatibilität mit Office-Programmen.

Man muss also auf dem Computer kein Programm lokal installieren, sondern meldet sich mit Benutzername und Passwort online an und kann loslegen. Was heikel sein kann: Erfasste Daten werden extern in einer Cloud (Datenwolke) des Anbieters gespeichert. Wie gut die Daten dort geschützt sind, ist nicht nachprüfbar. Allgemein empfiehlt es sich, zuerst die kostenlosen Demoversionen der Hausverwaltungsprogramme auszuprobieren.

Die Resultate des Vergleichs:

Hausverwaltung Limmobi

Die Online-Lösung Limmobi in Deutsch und Englisch enthält Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, Mahnwesen, Debitoren- und Kreditoren-Buchhaltung sowie eine umfassende Vorlagenbibliothek mit nützlichen Verträgen und Briefen – wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag. Künstliche Intelligenz hilft dem Anwender bei der automatischen Erfassung und Bearbeitung von Rechnungen.

Praktisch: Die Software bietet eine direkte Anbindung an die zehn «wichtigsten Schweizer Banken». Dazu zählt Limmobi die Postfinance, Raiffeisen, die UBS, die ZKB und weitere Banken. Diese Bankenanbindung erlaubt eine automatische Zahlungseingangskontrolle – zum Beispiel für die Mietzinsen. Gemäss dem Limmobi-Geschäftsführer und Inhaber Alexander Karg wird die Software mittlerweile von 300 Nutzern eingesetzt.

Positiv: Die Menus sind einfach verständlich und die Eingabemasken übersichtlich. Der Online-Abgleich des Bankkontos mit der Buchhaltung erlaubt eine laufende Kontrolle und stellt sicher, dass die Buchhaltung immer auf dem neusten Stand ist.

Negativ: Einzelne Texte sind in Englisch gehalten, Hilfstexte fehlen meist. Noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Limmobi ist eine günstige und einfache Lösung mit nützlichen Funktionen. Die Dokumente sind mit Office-Programmen kompatibel. Das Programm bietet alle für private Verwalter wichtigen Funktionen und vieles mehr ab monatlich 9 Franken für bis zu zwei Objekte pro Anwender.

Hausverwaltung Fairwalter

Das Programm Fairwalter enthält unter anderem die zentralen Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, einfache Buchhaltung, Mieterspiegel und Dokumentvorlagen. Die Software wird gemäss dem Geschäftsführer Max Wirz mittlerweile von mehr als 150 Kunden eingesetzt. Bei der Eingabe der Eckdaten der Immobilie kann man bequem über eine Suchfunktion die Eidgenössische Gebäude-Identifikationsnummer (Egid) anklicken. Die Egid ist eine national zugewiesene Identifikationsnummer für sämtliche Gebäude in der Schweiz.

Positiv: Der Link zur externen Egid-Datenbank funktioniert, die Daten wie Adresse und Eigentümerschaft der Testimmobilie wurden automatisch in die Eingabemaske übernommen. Das Programm fragt Eckdaten zu Mietern und Wohnobjekten Schritt für Schritt ab und liefert damit bei Bedarf auch automatisch individualisierte Briefe und Verträge. Im Rahmen der Registrierung erhält man zudem direkt ein Video-Tutorial. Fairwalter setzt gemäss eigenen Angaben auf von Microsoft in der Schweiz betriebene Server. Die Daten werden mehrmals täglich auf gespiegelten Servern gespeichert. Die Dienstleisterliste und die Schäden-Verwaltungslösung sind praktisch, zudem hat die Anwendung viele praktische Hilfe-Videos. Im Vergleich zu Limmobi punktet Fairwalter mit mehr Erklärungen, besserer Benutzerführung und modernerem Design.

Negativ: Der Bankenabgleich befindet sich noch in der Beta-Phase. Es gibt noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Fairwalter von der gleichnamigen, im November 2017 gegründeten Fairwalter AG mit elf Mitarbeitenden ist eine umfassende und mittlerweile sehr intuitiv bedienbare Lösung. Die Dokumente, etwa ein Mietvertrag, sind nahtlos in Office-Programme integrierbar. Das Programm bietet alle für private Verwalter nötigen Funktionen und mehr ab monatlich 25 Franken (Abo «Landlord»). Telefon, persönlicher Chat oder E-Mail-Support sind in diesem Abo-Preis aber nicht enthalten.

Hausverwaltung Immoshome

Mit mehr Übersichtlichkeit punktet das einfach gehaltene Immoshome. Es bietet ebenfalls alle zentralen Funktionen. Aber auch bei diesem Programm fehlen bei Menus Hilfsfunktionen und Erklärungen für Einsteiger sowie eine Dokumentenvorschau. Sinnvolle Zusatzmodule wie eine Inkassokontrolle kosten 149 Franken Zuschlag.

Fazit: Immoshome ist sichtlich in die Jahre gekommen: Die Hausverwaltungssoftware genügt nur bedingt heutigen Ansprüchen an Programmgestaltung und Benutzerfreundlichkeit. Ohne das Benutzerhandbuch und eine vom Anbieter angebotene Programmschulung dürften Anwender ins Schlingern kommen.

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Hypotheken mit Zins- und Gebührenfallen

Wer eine Hypothek abschliessen will, sollte die Kreditzinsen bei mehreren Anbietern vergleichen und die Gebühren im Auge behalten. Auch wer seinen Kredit nur verlängert oder ganz auflöst, wird von vielen Finanzinstituten zur Kasse gebeten. Zudem enthalten die Hypothekarverträge auch versteckte Kosten.

Bernhard Bircher-Suits 18.01.2022, 05.30 Uhr

Der Zinsindex für selbstbewohnte Wohnimmobilien der Online-Plattform Hypotheke hat zum Jahresauftakt etwas zugelegt. Je nach Hypothekarmodell sind Zinsen von mehr als 50 Anbietern im Index enthalten. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Barometer gewisse Ausschläge gezeigt, wenn an den Finanzmärkten die Inflationssorgen gerade wieder besonders gross waren. Ende Jahr lag er aber schliesslich bei 1,06 Prozent nur leicht höher als Ende des Vorjahres (1,01 Prozent).

Die Erkenntnis aus der Analyse der Zinsentwicklung über ein Jahr: Wer trotz beunruhigenden Nachrichten über die Teuerung die Nerven behielt und eine günstige Geldmarkthypothek – auch Saron- bzw. früher Libor-Hypothek genannt – nicht Hals über Kopf in eine meist teurere Festhypothek umwandelte, profitierte von einem weiterhin sehr tiefen Geldmarktzins. Bei einer Geldmarkthypothek werden die Zinsen während der Laufzeit der Hypothek regelmässig angepasst, üblicherweise alle drei Monate. Der Hypothekarzinssatz setzt sich dabei aus einem Referenzzinssatz und einer Marge der Bank zusammen.

Wie bei Aktien gilt auch bei Hypotheken: Man darf sich nicht von kurzfristigen Entwicklungen verunsichern lassen und sollte gelegentlich einen kühlen Kopf bewahren. Viele Marktbeobachter erwarten zudem, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins bis Ende 2022 bei –0,75 Prozent belassen und damit auch keinen wesentlichen Anstieg der Hypothekarzinsen bewirken dürfte. Was auf der Plattform Hypotheke auch ersichtlich ist: Eine zehnjährige Festhypothek erhält ein Kreditnehmer im besten Fall bereits ab 0,77 Prozent Zins pro Jahr. Für einen Pauschalpreis von 119 Franken erhalten Kreditnehmer auf Hypotheke individuelle Offerten mit den auf ihre finanziellen Verhältnisse zugeschnittenen Zinssätzen.

Anbieter verlangen Vermittlungsprovisionen

Die konkurrenzierende Online-Plattform Moneypark verlangt für ihre Hypothekenvermittlungs-Dienste gemäss einem «K-Geld»-Artikel vom Dezember 0,1 Prozent der Kreditsumme pro Jahr Laufzeit. Moneypark lässt sich zusätzlich von den Hypothekarnehmern bezahlen. Bei einer Ersthypothek beträgt das Beratungshonorar 980 Franken, bei einer Anschlusslösung oder Aufstockung fallen 490 Franken an.

Laut K-Geld bezahlen Kreditgeber Vermittlungsfirmen wie Moneypark, Hypoplus und anderen Unternehmen für das Vermitteln einer Festhypothek mit einer Laufzeit von 10 Jahren in der Regel 0,95 Prozent der Hypothekarsumme. Bei einem Kredit von 1 Million Franken beträgt die an die Vermittler bezahlte Provision somit 9500 Franken. Bei Vermittlungsprovisionen gilt in der Branche die Regel: Je länger die Laufzeit einer Festhypothek, desto höher die Provision.

Geldmarkthypotheken auch 2022 attraktiv

Wohneigentümer können hohe Provisionen und auch viel preiswertere Pauschalen nur vermeiden, indem sie selber bei verschiedenen Hypotheken-Anbietern Offerten einholen und anschliessend den Preis aushandeln. Grundsätzlich gilt auch heute noch: Wer einen allfälligen Zinsanstieg während längerer Zeit problemlos finanziell verkraften kann, sollte zumindest zwei Drittel der Kreditsumme in Form einer immer noch sehr günstigen Geldmarkthypothek abschliessen.

Solche Kredite waren gemäss Analysen des Finanzdienstleisters VZ Vermögenszentrum in den letzten 20 Jahren praktisch immer die günstigste Form zur Hausfinanzierung. Beruhigend zu wissen: Steigen wider Erwarten die Zinsen auch in der Schweiz nachhaltig an, kann man die Geldmarkt-Kredittranche in der Regel immer noch bei seiner Bank in eine Festhypothek umwandeln. Allerdings diktiert in diesem Fall die Bank dann dem Kunden den Festhypotheken-Zins, sofern er gemäss Vertrag noch an die Bank gebunden ist.

Und noch ein Tipp für verunsicherte Kreditnehmer: Eine Festhypothek kann je nach Finanzinstitut bis zu zwei Jahre vor Laufzeitbeginn ohne Aufpreis abgeschlossen werden. Dies ermöglicht die vorzeitige Fixierung der Hypothek zu den derzeit gültigen Zinssätzen. Wer von steigenden Zinsen ausgeht, sollte die Bedingungen einer solchen «Forward»-Hypothek im Detail prüfen.

Neben Zinsdifferenzen auch Gebühren im Blick behalten

Der Zinssatz einer Hypothek ist für den Grossteil der Hypothekarkosten verantwortlich. Bereits kleinere Zinsdifferenzen zwischen den Anbietern können über die Jahre Tausende von Franken ausmachen. Ein Beispiel: Wer für einen Hauskauf einen Kredit von 1 Million Franken aufnimmt und bei Bank A einen Zins von 1,08 Prozent für eine zehnjährige Festhypothek zahlt, muss Jahr für Jahr 10 800 Franken Zinsen zahlen. Würde der Kreditnehmer seine Festhypothek bei der Bank B für 1 Prozent Zins pro Jahr abschliessen, wäre die Ersparnis über die gesamte Laufzeit von zehn Jahren betrachtet 8000 Franken.

Die Erkenntnis: Kreditnehmer sollten auf keinen Fall nur Offerten ihrer Hausbank einholen, sondern Offerten von mehreren Banken, Pensionskassen und Versicherungen vergleichen. Hypotheken unterscheiden sich aber nicht nur bezüglich ihrer Zinssätze. Massgebend sind auch die laut Vertrag geschuldeten Zusatzkosten.

Zu diesen Gebühren zählen nicht nur allgemeine Abgaben wie Handänderungssteuern oder Kosten für Grundbuch- und Betreibungsauszug. Viele Hypotheken-Anbieter erheben zusätzliche Hypotheken-Gebühren. Beim Neuabschluss verrechnen einige Banken nichts, diverse Banken 250 Franken oder wie im Fall UBS bis zu maximal 1000 Franken für eine Neuhypothek. Auch bereits die Prüfung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers kann in einzelnen Fällen mehrere hundert Franken kosten. Einige Banken erlassen indessen die Kosten für die Kreditwürdigkeitsprüfung, sofern man dann effektiv auch bei dieser Bank abschliesst. Wird das Gesuch abgelehnt, fallen aber die Gebühren trotzdem an.

Auch wer seiner Bank treu bleibt, zahlt für die Kreditverlängerung

Auch wer seine Hypothek bei seiner Hausbank verlängert, wird oft zur Kasse gebeten. Hier sticht die Grossbank UBS in der Stichprobe unrühmlich mit 300 Franken hervor. Mit hohen Auflösungsgebühren wollen die Hypothekarinstitute zudem verhindern, dass ihre Kunden zu günstigeren Anbietern abwandern. Immerhin: Bei einer Kreditkündigung kann man allfällige Auslieferungs- und Abrechnungsspesen mit etwas Verhandlungsgeschick der neuen Bank überwälzen.

Lukas Vogt, Geschäftsleiter von Finovo in Basel, Teil der Moneypark-Gruppe, sagt: «Grundsätzlich sehen wir, dass Gebühren bei Neuabschlüssen und bei Verlängerungen im Markt unüblich sind. Hier zeigt sich, dass weniger als ein Viertel der Hypothekargeber diese Gebühren erheben.» Insbesondere alternative Hypothekaranbieter wie Pensionskassen und Versicherungen verzichteten praktisch immer darauf. Sogar wenn in den offiziellen Reglementen, beispielsweise von Banken, solche Gebühren vorgesehen sind, würden sie in der Praxis selten effektiv angewendet, sagt Vogt. «Insbesondere für attraktive Kunden mit niedrigen Risiken verzichten die Anbieter auf diese Gebühren, um ein besonders gutes Angebot machen zu können.»

Derzeit zeichneten sich im Kreditmarkt zwei Entwicklungen ab: Einzelne Anbieter versuchten, die tiefen Zinsen zum Teil mit Gebühren zu kompensieren. Andere, insbesondere alternative Anbieter wie Pensionskassen würden immer kulanter und verzichteten «häufig auf die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem vorzeitigen Verkauf der Liegenschaft vor Ablauf der Festhypothek».

Zusätzliche Kosten als Kundenärgernis

Ein weiteres Kundenärgernis seien Bearbeitungsgebühren für Rückzahlungen, sagt Vogt. «Bearbeitungsgebühren haben sich mittlerweile im Markt durchgesetzt. Unabhängig, ob die Hypothek regulär ausläuft oder ob es sich um eine Vorfälligkeit handelt, werden hier zwischen 250 und 600 Franken für die Bearbeitung verrechnet.» Diese Gebühr müsse der Kunde bzw. die Kundin zähneknirschend akzeptieren.

Ein vorzeitiger Ausstieg aus einer Hypothek wegen eines Todesfalls oder einer Scheidung war in der Vergangenheit oft ein teurer Geschäftsfall. Neben der Zinszahlung für die wegfallende Restlaufzeit stellen manche Banken in diesem Fall hohe Bearbeitungsgebühren in Rechnung. Vogt hat zumindest für diesen Fall eine gute Nachricht an Kreditnehmer: «Aufgrund der verstärkten Aktivitäten von alternativen Anbietern wie Pensionskassen bieten die Kapitalgeber immer häufiger die Möglichkeit, Hypotheken ohne Vorfälligkeitsentschädigung abzuschliessen. Insbesondere gute Hypothekarkunden mit tiefen Risiken können so ihre Liegenschaft vorzeitig verkaufen, ohne dass dafür die durchaus meist hohen Vorfälligkeitsgebühren bezahlt werden müssen.»

 

Lesen Sie den Originalartikel vom 18.01.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF runter.

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Hochwertige Uhren, Handtaschen und Goldmünzen: Weihnachtsgeschenke mit Gewinnpotenzial

Jedes Jahr geht die Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken wieder von vorne los. Manche Bescherung brachte den Empfängern in den letzten Jahren nicht nur Freude, sondern auch eine tolle Wertsteigerung.

Bernhard Bircher-Suits 16.12.2021, 05.30 Uhr

Weihnachten steht bevor, und alle stellen sich dieselbe Frage: Was soll ich meinen Liebsten dieses Jahr zu Weihnachten schenken? Ohne Zweifel sind Socken, Unterwäsche oder ein Jura-Kaffee-Vollautomat eine «solide» Investition: Sie haben einen klaren Alltagsnutzen und zählen daher zu den sicheren Werten unter dem Weihnachtsbaum. Ihr emotionaler Wert und ihr Wertsteigerungspotenzial sind aber eher bescheiden. Manche Geschenke haben derweil in der Vergangenheit doppelt gepunktet: mit ihrem emotionalem Überraschungswert und monetärer Wertsteigerung. Dabei lohnt ein genauer Blick auf die «heissen Kandidaten» unter den Luxusgütern.

Uhrenbranche erholt sich

So gelten Schweizer Uhren schon seit Grossvaters Zeiten als willkommenes Geschenk mit Gewinnpotenzial. Allerdings sind mechanische Uhren keine Geldanlage mit klassischer Renditeerwartung. Und das Geschäft bzw. die Nachfrage und somit die Wertentwicklung ist stark abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Im Oktober 2021 wurden Schweizer Uhren im Wert von 2,13 Mrd. Fr. ausgeführt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte. Das sind nominal 12,5% mehr als vor einem Jahr. Damit erholt sich die Branche weiter vom Corona-Schock des vergangenen Jahres. Stark nachgefragt waren im Oktober teure Uhren mit einem Preis von über 3000 Fr., die gegenüber Oktober 2019 ein zweistelliges Wachstum verbuchten. Wert- als auch mengenmässig rückläufig waren hingegen Zeitmesser unter 3000 Fr.

Rolex-Uhren als relativ «sicherer Wert»

Wer eine werthaltige Uhr für unter den Weihnachtsbaum sucht, muss wissen: Die Marke Rolex ist mit Abstand die Nummer eins der Branche. Das von einer privaten Stiftung geleitete Genfer Unternehmen setzte nach Schätzungen der Bank Vontobel im Jahr 2020 rund 5,2 Mrd. Fr. um und verkaufte etwa 810 000 Armbanduhren. Das Unternehmen hat einen Marktanteil von rund einem Viertel am Schweizer Uhrenmarkt. Trotz Umsatzeinbussen von rund 15% konnte es sich Rolex sogar leisten, im Krisenjahr 2020 seine Preise um rund 5% anzuheben. Die unverbindliche Preisempfehlung für eine grosse Auswahl an Rolex-Armbanduhren mit internationaler 5-Jahre-Garantie steht in den meisten Ländern auf Rolex.com zur Verfügung. Die Rolex Submariner Date gilt unter Uhrenexperten zum Beispiel als «sichere» Wertanlage. Das Problem: Solche begehrten Modelle sind nicht einfach zu erstehen. Die Fachjournalistin Nadja Ehrlich von Watchtime.net, gemäss eigenen Angaben das «führende deutschsprachige Portal für hochwertige Uhren im Internet», sagt dazu: «Bei Rolex wird alles aus Stahl und teilweise auch die Goldmodelle über Neupreis gehandelt. Um eines der beliebten Rolex-Modelle neu beim Juwelier kaufen zu können, muss aber mit sehr langen Wartezeiten gerechnet werden – Jahre – wenn man überhaupt ein Modell erhält.» Kauft man eine solche Uhr nur als Wertanlage, gehört sie in den Safe und nicht ans Handgelenk. Sparfüchse sollten auch die Preise in verschiedenen Ländern vergleichen. So kann es sein, dass man eine Schweizer Uhr auch günstiger im Ausland erstehen kann. Das legte zumindest vor einigen Jahren eine Stichprobe in Deutschland nahe. Aber aufgepasst bei Graumarkthändlern: Sie verkaufen Uhren, obwohl sie keine autorisierten Händler sind. Service, Reparaturen und Gewährleistung können dann problematisch sein. Ehrlich warnt: «Erste Wahl ist ein Kauf beim Konzessionär, denn hier sind Echtheit, Seriennummer und Garantiekarte sowie eine vollständige Box und eine Rechnung garantiert.» Über Jahre hinweg könnten weitere Kosten anfallen, zum Beispiel für ein neues Lederarmband. Darum sei es sinnvoll, sich beim Kauf nach dem Preis eines originalen Ersatzbandes zu erkundigen. Hier könnten sich die Preise in einem zwei- bis dreistelligen Bereich bewegen.

Die Klassiker: Rolex Submariner, Patek Philippe Nautilus und Omega Speedmaster

Wer sich für eine der Kult-Uhren wie eine Rolex Submariner, Patek Philippe Nautilus, Omega Speedmaster oder Audemars Piguet Royal Oak entschieden hat, sollte mit deren Wertentwicklung auf der eher sicheren Seite sein, erwarten Experten. Doch wo kaufen, wenn nicht im Fachhandel? Das Internet bietet spezielle Marktplätze, die sich ausschliesslich mit Uhren beschäftigen. Seit 2003 ist zum Beispiel Chrono24 online und ist damit der älteste Luxusuhren-Marktplatz. Über 380 000 Uhren aus über 90 Ländern sind hier durchschnittlich im Angebot, sowohl von professionellen Händlern wie auch von Privatleuten. In Internet-Shops gilt es aber, Vorsicht walten zu lassen in Bezug auf Fälschungen oder Vorauszahlungen. Der Markt für teure Sammleruhren setzt jährlich gemäss dem Bericht «Collectibles: An integral part of wealth» der Grossbank Credit Suisse rund 350 Mio. $ pro Jahr um. Die grössten Uhren-Auktionshäuser sind demzufolge Sotheby’s, Christie’s und Phillips. Im ersten Halbjahr 2020 erzielte Sotheby’s einen Umsatz von über 44 Mio. $ bei den weltweiten Auktionsverkäufen.

Auktionen bieten teure Einzelstücke

Eine Auswahl von Blue-Chip-Marken profitiert von dieser Art von Verkäufen: Patek Philippe, Rolex und Audemars Piguet stehen auch in dieser Liste an der Spitze, darauf folgen andere Marken wie Vacheron Constantin, Zenith oder Longines sowie kleinere unabhängige Marken wie Philippe Dufour, F. P. Journe oder MB&F, die bei Sammlern immer beliebter werden. Historische Uhren als Geldanlage erfordern aber viel Kenntnis, denn kleinste Zifferblatt-Unterschiede können den Wert stark beeinflussen. Seit 1974 versteigert das in Genf gegründete Auktionshaus Antiquorum Sammleruhren der Luxusklasse. Astrid Soyez, die globale Vertriebskoordinatorin bei dem Auktionshaus in Genf, sagt zur Frage nach Schweizer Uhren mit einem grossen Wertsteigerungspotenzial: «Die führenden zwei Marken, welche in den letzten fünf Jahren ein Duopol bildeten, sind Rolex und Patek Philippe. Dann gibt es noch Audemars Piguet, vor allem mit dem Modell ‹Royal Oak›. Jenseits des Prestiges handelt es sich um Marken, die als zuverlässige und stabile Investitionen wahrgenommen werden. Die Modelle, die auf dem Kunstmarkt die zuverlässigsten Werte bleiben, sind die Sportmodelle.»

Hermès-Handtaschen sind oft rare Sammlerstücke

Als Alternative zu teilweise sündhaft teuren Zeitmessern gelten Handtaschen. Sie sind nicht nur Accessoires, sondern mit etwas Glück und Verstand auch gut angelegtes Geld. Manche Modelle erzielen bei Auktionen Rekordsummen. Gemäss dem zuvor erwähnten Credit-Suisse-Bericht haben sich die Verkaufszahlen von Handtaschen bei den Top-Auktionshäusern zwischen 2012 und 2019 vervierfacht. Ähnlich wie Oldtimer-Sammler schätzen Sammler von Handtaschen die Qualität der Handwerkskunst, die Exklusivität der Sammlertaschen und die Wertbeständigkeit selbst in Krisenzeiten. Doch die richtige Wertanlage in Form einer Handtasche zu finden, verlangt fundiertes Modewissen. Zunächst gilt es, ein zeitloses Label zu wählen, das über die Jahre sehr beständig war und immer noch gefragt ist. Hermès ist dabei zum Inbegriff für Taschen-Statussymbole geworden. Die Firma produziert die teuersten Taschen der Welt. Zu den absoluten Klassikern, mit denen eine Rendite zu erzielen ist, zählen zum Beispiel eine Hermès Birkin Bag oder die Hermès Kelly Bag. Letztlich dominieren drei Marken den Markt für Sammlerhandtaschen: Hermès, Chanel und Louis Vuitton. Bei der Wahl des Modells gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man investiert in eine limitierte Variante, die allein durch die Verknappung der Stückzahl oder eine bestimmte Zusammenarbeit mit Künstlern besonders interessant ist und zum Sammlerstück werden kann. Oder man wählt einen echten Klassiker, der seit langer Zeit erhältlich ist und lediglich in unterschiedlichen Variationen des Materials oder Musters neu aufgelegt wird.

Goldvreneli und Fair-Trade-Gold von Max Havelaar

Weniger modisch, dafür umso handfester sind Goldmünzen. Sie gelten – trotz Aufschwung bei den digitalen Zahlungsmitteln – immer noch als Inbegriff eines Wertgegenstandes. Millionen Exemplare befinden sich als Geldanlage in Bankschliessfächern oder werden als Geschenk von Generation zu Generation weitergereicht. In der Schweiz sind vor allem Goldvreneli als Geschenk und Wettbewerbspreis populär. Es gibt drei Varianten des Goldvrenelis, mit ursprünglichem Nennwert von 10, 20 und 100 Fr. Heute ist nicht mehr dieser Nennwert massgebend, sondern der Goldwert. Bei steigendem Goldpreis lohnt es sich, in Vrenelis zu investieren. Und das Angebot ist gross: Von der 20-Franken-Münze wurden von 1897 bis ins Jahr 1949 immerhin rund 59 Mio. Stück geprägt. Die Münze wurde damit zum «Standard»-Goldvreneli. Die 10-Franken-Münze ist nicht so häufig, insgesamt wurde sie 2,6 Mio. Mal geprägt. Sie ist die leichteste der drei Varianten und somit die günstigste. Wer an Weihnachten 2003 ein 20-Franken-Goldvreneli geschenkt bekommen hat, konnte sich gemäss der Plattform Finanzen.ch über eine Wertsteigerung bis Ende 2021 von über 245% freuen. Die Zürcher Kantonalbank verkauft auch Fair-Trade-Gold, zertifiziert durch Max Havelaar. Der Fair-Trade-Standard verbietet missbräuchliche Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung. Mit fairem Gold macht man den Beschenkten und den Kleinproduzenten Freude und hat auch als Käufer und Schenker ein gutes Gewissen. Und bei weiterhin steigender Inflation könnte der Goldpreis sogar noch weiter anziehen. Lesen Sie den Originalartikel vom 16.12.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF.

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Corona-Krise: So stopfen Sie Ihre Finanzlöcher möglichst günstig

Die Corona-Krise bringt nicht nur Unternehmen, sondern auch Private in finanzielle Notlagen. Ein Ratgeber für Betroffene.

Von Bernhard Bircher-Suits

Die Corona-Pandemie hat in der Schweiz zum grössten wirtschaftlichen Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Eine Folge davon: Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) rechnet damit, dass bald deutlich mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden. Im Vorkrisenjahr 2019 bezogen in der Schweiz 271 400 Personen Sozialhilfe. Die Skos rechnet dieses Jahr im schlechtesten Fall mit über 75 000 neuen Sozialhilfebezügern.

Steuerschulden dürften zunehmen

Auch Christoph Mattes, Schuldenexperte an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), sieht dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Er wies in einer Tageszeitung warnend darauf hin: «Die Pandemie wird zu mehr Betreibungen wegen nicht bezahlter Steuern führen.» Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind Steuerschulden die häufigste Schuldenform in der Schweiz, vor anderen Rechnungen und Krankenkassenprämien. Bereits heute wird jede fünfte Betreibung in der Schweiz wegen ausstehender Steuern eingeleitet.

Zumindest in Zürich werden für «provisorische Steuerrechnungen» keine Mahnungen und Betreibungen eingeleitet. Wer für 2020 eine zu hohe provisorische Rechnung erhält, kann einfach entsprechend weniger einzahlen. Private, die wegen der Corona-Krise Einkommenseinbussen erleiden, können beim Gemeindesteueramt eine Anpassung der provisorischen Steuerrechnung für die Kantons- und Gemeindesteuern verlangen.

Zahlungsaufschub oder Ratenzahlung vorschlagen

Grundsätzlich gilt: Wer seine Steuern nicht fristgerecht zahlen kann, sollte dem Steueramt so früh wie möglich ein schriftliches, begründetes Gesuch um Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub unterbreiten. Christoph Mattes von der FHNW warnt aber vor allzu viel Optimismus, wenn bereits Steuerschulden vorhanden sind. Er sagt: «Steuerschulden sind aus Sicht der Schuldenberatung schwer zu regulierende Verbindlichkeiten. Steuern nicht zu bezahlen, kann schnell teuer und für alle Beteiligten ärgerlich werden.»

Die Bezahlung der Steuern sollte man daher nach Möglichkeit nie aufschieben, dasselbe gilt für Krankenkassenprämien. Gut zu wissen: In speziellen Fällen werden Steuern ganz oder teilweise erlassen. Zum Beispiel wenn die Bezahlung unverschuldet wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall eine unzumutbare Einschränkung der Lebenshaltung zur Folge hätte und der Steuerpflichtige über keinerlei Ersparnisse sowie Wohneigentum verfügt.

Wer seine Rechnungen nicht bezahlt und Mahnungen ignoriert, bekommt rasch Post von Inkassofirmen oder vom Betreibungsamt. Doch was tun, wenn wegen der Corona-Krise kurzfristig das Geld fehlt? Und wie kann man finanzielle Engpässe ohne staatliche Finanzspritzen und den Gang zum Sozialamt überbrücken? Max Klemenz, Co-Geschäftsleiter des Vereins Schuldenberatung Kanton Zürich, rät: «Bei Schulden oder finanziellen Engpässen sollte man versuchen, mit den Gläubigern zu verhandeln, und nicht einen Konsumkredit aufnehmen.»

Teure Konsumkredite möglichst vermeiden

Die günstigste Alternative zum teuren Konsumkredit: ein zinsloses oder sehr günstiges Darlehen von Freunden oder Bekannten. Ein Privatkreditvertrag kann mündlich geschlossen werden. Um Missverständnisse oder gar Streitigkeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich aber, einen schriftlichen Kreditvertrag aufzusetzen. Darlehens- und Kreditzinsen können nur vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden, wenn sie schriftlich dokumentiert sind.

Besonders die Laufzeit, die Kündigungstermine und ein Zins sowie allfällige Sicherheiten sollten im Vertrag klar geregelt sein – sowie der Verwendungszweck. Der Haken: Kann man das Darlehen von Bekannten oder Verwandten nicht fristgerecht oder gar nicht zurückzahlen, macht man sich im privaten Umfeld unbeliebt.
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Stiftungen helfen in der Not

Wer in einer Notsituation Geld braucht oder einen Zustupf für die Zahlung der teuren Aus- oder Weiterbildung, kann sein Glück auch bei wohltätigen Stiftungen versuchen. Die Stiftung Educa Swiss hilft beispielsweise Studenten bei der Planung und der Finanzierung ihrer Aus- und Weiterbildung (https://educaswiss.ch/bildungsdarlehen). Die Stiftung vergibt Studierenden Darlehen zu günstigen Konditionen.

Die elektronischen Stiftungsplattformen Fundraiso.ch und StiftungSchweiz.ch ermöglichen Geldsuchenden eine kostenlose Suche nach Schweizer Stiftungen, welche zum Teil auch Einzelpersonen in Not unterstützen. Je nach Situation ist es auch denkbar, Spenden auf sogenannten Crowddonating-Plattformen zu erhalten – wie zum Beispiel auf https://www.icareforyou.ch.

Wer keine solchen Überbrückungshilfen erhält oder lieber auf anonyme Dienstleister setzt, kann in letzter Instanz auch einen teuren Privatkredit bei Banken, Finanzinstituten oder sogenannten Crowdlending-Plattformen beantragen. Auf Websites wie www.cashare.ch oder www.lend.ch treffen sich Private, die Geld benötigen, und solche, die Geld investieren wollen. Hier kann man gegen Zahlung eines Zinses von anderen, anonymen Privatpersonen die nötige Summe leihen.

In der Schweiz wird häufig auf Konsumkredite zurückgegriffen
Solche Konsumkredite beanspruchen viele Menschen in der Schweiz. Allein im Jahr 2019 wurden laut dem Verein zur Führung einer Zentralstelle für Kreditinformation über 136 000 neue Konsumkredite angemeldet. Der durchschnittliche Kreditbetrag der Neuabschlüsse belief sich auf 32 575 Fr.

Aufpassen sollte man bei Inseraten im Internet. Im Netz tummeln sich viele Schwindler, die vorgeben, einen Kredit zu geben, aber zuerst einmal Gebühren verlangen. Sinnvoll ist es, die zum Teil stark unterschiedlichen Zinsen und Gebühren von (Online-)Kreditinstituten mit einem Internet-Vergleichsdienst unter die Lupe zu nehmen. Einen Privatkredit im Betrag von 10 000 Fr. gibt es gemäss dem Vergleichsdienst Moneyland beispielsweise ab 3,5% Zins pro Jahr (siehe Tabelle).

Die Kreditkosten belaufen sich beim Crowdlending-Anbieter Lend für eine 40-jährige Person aus Zürich bei einer kurzen Laufzeit von 24 Monaten auf 363 Fr. Die monatliche Kreditrate beträgt 432 Fr. Doch solche Konditionen erhalten längst nicht alle. Es gilt wie bei allen Krediten: Je tiefer der Schaufenster-Zins, desto schwieriger ist es, ihn zu ergattern. Zudem sind die effektiven Kosten immer von der persönlichen Situation abhängig.

Gemäss der Schuldenprävention Zürich ist es vielen Kreditnehmern «leider nicht bewusst, dass sie durch die Aufnahme eines Konsumkredits insgesamt weniger konsumieren können, da ein Teil ihres Lohnes für die Zinszahlungen verloren geht». Und die Zinszahlungsdauer ist oft sehr lang. Die durchschnittliche Laufzeit von Barkrediten beträgt in der Schweiz gemäss ZEK-Jahresbericht 2019 rund 58 Monate. Max Klemenz von der Schuldenberatung Kanton Zürich warnt: «Was wir sehen, ist, dass die Kreditnehmer die Zinsbelastung bei langer Laufzeit häufig unterschätzen.»

Ein Kreditvertrag kann innert 14 Tagen widerrufen werden

Wer offene Betreibungen, Verlustscheine oder schlicht keinen regulären Job hat, wird bei seriösen Kreditinstituten ins Leere laufen. Die effektiv zu bezahlenden Zinsen hängen von der Zahlungsfähigkeit (Bonität), der gewählten Laufzeit und weiteren persönlichen Faktoren ab. Immerhin: Mit einer Ratenausfallversicherung können Kreditnehmer bei den meisten Anbietern die Monatsraten gegen Risiken wie Arbeitslosigkeit, Tod und Erwerbsunfähigkeit versichern.

Wer sehr dringend Geld benötigt, muss sich in Geduld üben: Kredit-Antragsteller müssen zum Beispiel bei Cashare rund zehn Tage rechnen, bis ein Darlehen geprüft, bewilligt und ausbezahlt wird. Die vergleichsweise «günstige» Migros Bank verspricht eine Bearbeitung eines Gesuchs innert 48 Stunden. Gut zu wissen: Bis 14 Tage nach Unterzeichnung des Kreditvertrages kann dieser widerrufen werden.

Wer hat Aussicht auf einen Privatkredit?

In der Schweiz besteht mit dem Bundesgesetz über den Konsumkredit seit Anfang 2003 eine landesweit einheitliche Regelung im Umgang mit Privatkrediten. Das Gesetz soll Kreditnehmer vor Überschuldung schützen. Seit dem 1. April 2019 müssen sich auch digitale Crowd-Vermittlungsplattformen wie Lend oder Cashare an das Gesetz halten. Es gilt für Kreditverträge von 500 bis 80 000 Fr.

Das Gesetz ist aber nur anwendbar, wenn der private Kreditnehmer das Geld für private Zwecke aufnehmen möchte. Der FHNW-Schuldenexperte Christoph Mattes sagt: «Das Gesetz hat sich in dem Sinn schon bewährt, die Kreditwirtschaft ist aber einfallsreich, es zu umgehen. Das Gesetz sollte für alle Kreditverbindlichkeiten der Privathaushalte gelten und nicht nur für ganz bestimmte Formen der Verschuldung.»

Bei einer Kreditfähigkeitsprüfung prüft der Kreditgeber von Gesetzes wegen folgende Budgetpunkte: Mietzins/Wohnkosten, Steuern sowie Verpflichtungen, die bei der Informationsstelle für Konsumkredit (IKO) gemeldet sind, wie laufende Kredite und Leasings. Im Jahr 2019 wurden gemäss ZEK-Geschäftsbericht rund 315 000 Kreditgesuche abgelehnt.

Wer eine Kreditzusage erhält, sollte den Vertrag genau prüfen. Der Inhalt eines Konsumkreditvertrags ist gesetzlich festgelegt. So müssen solche Verträge schriftlich geschlossen werden, und der Vertrag muss den Nettobetrag des Kredits festhalten, den effektiven Jahreszins – oder wenn das nicht möglich ist, den Jahreszins und die bei Vertragsschluss in Rechnung gestellten Kosten. Zusätzlich müssen die allfällige Höchstgrenze des Kredits sowie die Rückzahlungsmodalitäten geregelt sein.

Für den Zinssatz gibt es eine Obergrenze

Ein kleiner Wermutstropfen für Menschen in finanzieller Bedrängnis: Konsumkredite mit Zinsen über 10% sind seit Mitte 2016 verboten. Für Überziehungskredite bei Kreditkarten dürfen maximal 12% verlangt werden. Wer noch einen Konsumkredit mit höheren Zinsen am Laufen hat, kann zu einem günstigeren Anbieter wechseln (siehe Kasten). Im Gesetz ist geregelt, dass Kunden Kreditverträge ohne Strafgebühren ablösen können.

Auch den Zeitpunkt des Ausstiegs aus dem alten Vertrag können Kreditnehmer selbst bestimmen – er ist jederzeit kostenfrei. Ausserdem gilt: Wer wegen Lohnpfändung oder Schulden seine Rechnungen nicht mehr zahlen kann, sollte sich an eine Schuldenberatungsstelle wenden. Adressen von seriösen Stellen findet man unter www.schulden.ch.

So lösen Sie einen teuren Kreditvertrag ab
  • Klären Sie beim derzeitigen Kreditgeber die Höhe Ihrer Restschuld ab.
  • Beantragen Sie beim neuen Kreditgeber ein Darlehen in entsprechender Höhe, und teilen Sie ihm mit, dass Sie damit einen bestehenden Kredit ablösen wollen.
  • Nimmt das neue Kreditinstitut den Antrag an, verlangen Sie vom gegenwärtigen Kreditgeber eine Schlussrechnung, und kündigen Sie den alten Kreditvertrag.
  • Stellen Sie sicher, dass der neue Kreditgeber die Restschuld mit dem neuen Kredit bezahlt.

Dieser Artikel ist in der NZZ erschienen.

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So legen Promis Geld langfristig an

Der Entdecker und Forscher Bertrand Piccard, der Finanzprofessor Thorsten Hens und der Chefökonom Martin Neff von der Raiffeisen-Bankengruppe erklären, wie sie 100 000 bzw. 500 000 Fr. langfristig investieren würden. Ein Honorarberater sagt, was er von den Anlageideen der Fachleute hält.

 

Wie lässt sich langfristig an der Börse Geld verdienen? Drei Promis geben Auskunft, wie sie das schaffen wollen.

von Bernhard Bircher-Suits

Kurzfristig orientierte Anleger brauchten im letzten Jahr Nerven wie Drahtseile: Aufgrund der Corona-Krise stürzten die Aktienindizes weltweit letzten Februar und März massiv ab. Der Schweizer Börsenleitindex SMI erreichte gemäss der SIX Group am 20. Februar 2020 mit 11 270 Punkten seinen Höhepunkt. Danach raste der SMI in den Keller und erreichte am 16. März seinen Jahrestiefpunkt mit 7650 Punkten. Die Märkte erholten sich jedoch rasch, und der SMI stand am 15. März dieses Jahres bei 10 867 Punkten.

Eine langfristige Strategie schützt vor Verlusten

Anleger sollten sich vom nervösen Auf und Ab an den Börsen nicht beeindrucken lassen und eine langfristig orientierte Anlagestrategie mit mindestens 10 Jahren Anlagehorizont verfolgen. Denn langfristig lassen sich Schwankungen an den Finanzmärkten aussitzen. Die Behavioral Finance befasst sich mit den Verhaltensmustern von Anlegern in unterschiedlichen Börsenphasen.

Studien zeigen, dass die meisten Anleger gar keine Strategie haben – und falls doch, ist ihr Anlagehorizont kurz. Sie treffen ihre Entscheide oft spontan und ohne fundierte Analyse. Dabei tun sie gerne, was gerade im Trend liegt oder der vorherrschenden Meinung entspricht bzw. was ihnen ihr Banker oder Tennispartner empfiehlt. Den meisten Anlegern fehlt zudem der Mut, antizyklisch zu handeln und gegen den Strom zu schwimmen und auch schlechte Zeiten ohne Panikverkäufe durchzustehen.

Den «besten» Zeitpunkt zum Einsteigen gibt es nicht

Klar ist auch: Mit «heissen» Anlagetipps von selbsternannten Börsenprofis und «wissenschaftlich» fundierten Anlagestrategien ist das unkalkulierbare Spiel an der Börse nicht zu gewinnen. Wie es in diesem Jahr an den Börsen weitergeht, weiss kein Bankberater und Börsenguru, und auch den «besten» Einstiegszeitpunkt gibt es nicht.

Langfristig orientierte Anleger kümmert dieser richtige Zeitpunkt auch nicht. Eine Studie des Fondsanbieters DWS zeigt, dass der Einstiegszeitpunkt bei langfristigen Geldanlagen fast bedeutungslos ist. Auch wer dummerweise auf dem Höchststand gekauft hat, hat nach 15 Jahren eine schöne Rendite erzielt. Kurz: Legen Sie eine für ihre finanzielle Situation angepasste, möglichst kostengünstige und diversifizierte Anlagestrategie für die nächsten 10 oder 15 Jahre fest, und halten Sie an ihr fest.

Prominente aus Show-Business sagten ab

Doch wie würden bekannte Schweizer Persönlichkeiten 100 000 oder 500 000 Fr. langfristig investieren? Diese Frage hat die NZZ rund einem Dutzend prominenten Frauen und Männern aus der Finanz-, der Show- und der Kulturbranche gestellt. Mutmasslich der Corona-Krise geschuldet, wollte keine einzige Person aus dem Show-Business Anlageideen liefern. Der Rapper Stress – immerhin mit Wirtschaftsstudium im Rucksack – sagte ebenso ab wie die Komödiantin Hazel Brugger.

Und auch die Schlagersängerin Beatrice Egli und die Schönheitskönigin Christa Rigozzi suchten für einmal nicht das Rampenlicht. Während der zweiten Welle der Corona-Krise erscheint es zugegebenermassen auch wenig opportun, auch nur «in der Theorie» so viel Geld anzulegen, während die weniger begüterten Branchenkolleginnen und -kollegen finanziell ums Überleben kämpfen. Erstaunlicherweise fehlten aber auch der Zürcher Kantonalbank die internen Ideenlieferanten. Michael Diaz, Leiter Anlegen bei der Alternativen Bank in Olten, musste ebenfalls passen. Seine Antwort: «Sie erwischen uns in einem schlechten Moment. Aufgrund hoher Nachfrage schaffen wir es zeitlich leider nicht, die gewünschten Informationen aufzubereiten.»

Anlageideen lieferten schliesslich die drei folgenden Männer: der Solarflugzeug-Pionier und Abenteurer Bertrand Piccard, der deutsche Finanzprofessor Thorsten Hens vom Institut für Banking und Finance der Universität Zürich und der Ökonom Martin Neff. Er ist Chefökonom der Raiffeisen-Bankengruppe. Doch was würden diese Geldprofis mit 100 000 bzw. 500 000 Fr. konkret tun?

Finanzprofessor setzt auf Aktienfonds

Der Finanzprofessor Thorsten Hens (59) hat zwei Kinder und Wohneigentum in Zürich. Er schickt voraus: «Eine Antwort auf diese Frage hängt von vielen persönlichen Faktoren wie Risikofähigkeit und Risikobereitschaft sowie vom Finanzwissen ab.» Sein Vorschlag passe daher vor allem zu ihm und benötige einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren. Er warnt: «Die Angemessenheit für andere Anleger muss im Einzelfall geprüft werden.» Thorsten Hens würde 100 000 Fr. in einen Fonds investieren, der auf seiner Forschung beruht. Dessen Idee sei es, weltweit in Aktien zu streuen und zwischen Aktien und einer Bargeldreserve je nach Marktlage kontrazyklisch umzuschichten. Damit habe man im Durchschnitt eine strategische Vermögensaufteilung mit 80% Aktien und 20% Bargeld.

Die NZZ hat diese Anlageidee auch dem Honorarberater Florian Schubiger von der Vermögenspartner AG für eine Zweitmeinung vorgelegt. Der Finanzexperte sagt: «Die Diversifikation ist gegeben durch die weltweiten Investitionen des Fonds. Er investiert in kostengünstige, physisch replizierende börsengehandelte Indexfonds bzw. ETF.» Schubiger warnt aber: «Wenn man das ganze Vermögen in nur einen Fonds investiert, muss man diesen aber sehr gut kennen.»

Mit 500 000 Fr. würde Thorsten Hens eine Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen. Wenn er den Betrag selbst anlegen müsste, würde er seine oben genannte Basisinvestition um ein paar aktivere Fonds ergänzen. Zudem würde Hens auch mit Finanzprodukten auf das Zukunftsthema Wasserstoff und andere zukunftsweisende Rohstoffe sowie die Anwendungen der Blockchain-Technologie setzen. Damit käme er auf folgende Vermögensaufteilung: 36% Aktien, 42% Obligationen, 12% Rohstoffe und 10% alternative Anlagen.


Schubiger sagt zu diesem Vorgehen: «Ab einer halben Million kann eine Vermögensverwaltung durch Dritte Sinn ergeben. Bei einer Umsetzung in Eigenregie ist wichtig, dass der Anleger die Produktrisiken und -kosten genau kennt.»

Chefökonom setzt auf eigene vier Wände und Aktienfonds

Der Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff (60) ist Vater von zwei Söhnen und besitzt ebenfalls Wohneigentum. Er warnt: «Sobald Gefühle ins Spiel kommen, wird die Geldanlage zum Abenteuer. Also Finger weg von Kryptowährungen oder Hebelprodukten jeder Art.» Geld anzulegen, sei eine ausgesprochen nüchterne Angelegenheit, bei der man sich eigentlich «nur» um drei Dinge kümmern sollte: Anlagehorizont, Ertrag und Risiko. Neff sagt: «Dass der Anlagehorizont hier nicht im Vordergrund steht, sondern schlichtweg als lang angenommen wird, macht die Übung um einiges einfacher. Ich muss mir somit keine Gedanken darüber machen, ob ich das angelegte Geld plötzlich abziehen muss, weil es mir an Barmitteln fehlt.»

Unter diesen Voraussetzungen gehe es beim Anlegen eigentlich «nur noch» um das Verhältnis von Ertrag und Risiko. Und zwischen diesen beiden bestehe ein «positiver Zusammenhang». Martin Neff erklärt: «Je höher der Ertrag, desto höher das Risiko. Aktien garantieren daher einen höheren Ertrag als ein herkömmliches Sparkonto.» Wer einen langen Anlagehorizont habe, der komme heute an Aktien nicht vorbei. Neff sagt: «Auf lange Sicht rentieren Aktien ganz klar besser als festverzinsliche Wertpapiere oder Bargeld. Aus Schweizer Perspektive kommt hinzu, dass unsere Währung traditionell eine der härtesten Währungen der Welt ist. Das heisst, dass Engagements in renditestärkere Märkte ausserhalb der nationalen Grenzen nicht zwingend lohnend sind, da ich gleichzeitig ein Währungsrisiko eingehe, das nicht zwingend durch die erzielbare höhere nominelle Rendite in einer anderen Währung abgefedert wird.»

ETF auf einen möglichst breiten Index

«Ausgehend von diesen Überlegungen ist für mich klar, was ich mit 100 000 Fr., die ich auf absehbare Sicht nicht benötige, täte. Ich würde sie zu 100% in Aktien investieren, die alle in der Schweiz und somit in Franken kotiert sind. Mit dem Kauf eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf einen möglichst breiten Index wie zum Beispiel den Swiss-Performance-Index (SPI) kann ich von einer höheren Diversifikation profitieren. Ich würde den Swiss-Leader-Index (SLI) wählen, da er das Übergewicht der Pharmaindustrie korrigiert.»

Hätte er 500 000 Fr. anzulegen, würde er etwa die Hälfte in seine eigenen vier Wände investieren. Neff sagt: «Eine Investition in Wohneigentum hat den Vorteil, dass ich Rendite und Nutzwert kombinieren kann. Auf lange Sicht rentieren Immobilien zwar nicht spektakulär hoch, aber erweisen sich als ziemlich wertbeständig. Dazu lebe ich im Eigenheim einiges günstiger als in Miete. Das restliche Geld investiere ich wiederum in Aktien, würde aber Dividenden und Kursgewinne jeweils dazu verwenden, meine Hypothekarlast zu reduzieren.»

Nur in Schweizer Aktien investieren ist riskant

Schubiger sagt zur 100 000-Fr.-Anlageidee von Martin Neff: «100% Aktien sind dann sinnvoll, wenn der Anlagehorizont lang ist und man mit den Schwankungen umgehen kann. Investitionen in kostengünstige ETF ergeben Sinn und auch, dass der SLI als Basis genommen wird und nicht der bekanntere SMI. Der SLI bietet eine breitere Diversifikation, weil die grossen Unternehmen ein geringeres Gewicht aufweisen als im SMI.»

Kritischer sieht der Honorarberater den Vorschlag, Aktienanlagen nur in Franken zu tätigen. «Entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft im weltweiten Vergleich schlecht, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der SLI schlecht entwickeln», sagt er. «Es wäre deshalb besser, nach der Finanzmarkttheorie vorzugehen und weltweit zu diversifizieren, so wie es beispielsweise Thorsten Hens vorschlägt.»

Bertrand Piccard setzt bei Investments auf Nachhaltigkeit

Bertrand Piccard (62) ist Entdecker, Forscher, Psychologe und Vater von drei Kindern. Er wohnt in Lausanne und besitzt Wohneigentum. Piccard sagt: «Wenn ich eine Menge Geld anlegen müsste, sind mir vor allem zwei Konzepte wichtig: Diversifikation und Nachhaltigkeit.» Piccard würde ein Viertel in seine Pensionskasse, ein Viertel in Private-Equity-Fonds, ein Viertel in Immobilien und das letzte Viertel in nachhaltige Aktien des Börsenmarkts investieren.

Bertrand Piccard erklärt: «Ich bin der Meinung, dass wir unsere Art und Weise, Geld anzulegen, ändern müssen, wenn wir den Klimawandel durch ein nachhaltiges Wirtschaftssystem bekämpfen wollen. Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen und unser Geld in Unternehmen stecken, deren Strategien und Aktivitäten unsere Ziele im Pariser Klimaabkommen berücksichtigen. Dies bedeutet, das Klimaerwärmungspotenzial jedes Unternehmens, seinen ökologischen Fussabdruck und sein Engagement für zukünftige Megatrends genau zu untersuchen.»

Piccard sagt: «Mein privates Portfolio mache ich vollständig öffentlich: Auf ‹Globalance World›, einer digitalen Weltkugel für Anlagen, können Interessierte alles Relevante zu Rendite und Wirkung im Detail und in Echtzeit einsehen. Derzeit liegt das Erwärmungspotenzial meines Portfolios bei 1,6 Grad Celsius, was mit dem Pariser Abkommen in Einklang steht. Die Rendite im Jahr 2020 betrug 49,5%, was ziemlich beeindruckend ist!» Piccard konzentriert sich vor allem auf die Unternehmen, «die mit den wirtschaftlichen Chancen des ökologischen Wandels wachsen werden».

Auch bei Nachhaltigkeit Gebühren berücksichtigen

Schubiger von der Vermögenspartner AG sagt dazu: «Bertrand Piccard weiss, was er will, und setzt es sehr gut um. Er verfolgt das Ziel, nachhaltige Projekte und Unternehmen zu berücksichtigen, ist sich aber der Wichtigkeit einer breiten Diversifikation bewusst. Er setzt dabei nicht nur auf klassische Anlagen, sondern auch auf Einkäufe in seine Pensionskasse. Solche Einkäufe können ein hervorragendes Instrument sein, um unter gewissen Umständen Steuern zu reduzieren und kostengünstig breit abgestützt Geld anzulegen. Gerade bei Personen ab Alter 55 sind Pensionskasseneinkäufe besonders lukrativ und prüfenswert.»

Dass Bertrand Piccard in Private Equity investiert, erstaunt Florian Schubiger nicht. Darunter verstehen Finanzexperten Beteiligungen an nicht an der Börse notierten Unternehmen. Es passe zu Piccards Pioniergeist, Ideen zu fördern und weiterzubringen, sagt Schubiger. In Private-Equity-Fonds Geld anzulegen, gehe aber mit erheblichen Risiken einher. Schubiger gibt zudem zu bedenken: «Nachhaltige Geldanlagen sind gegenwärtig stark im Trend. Es gilt dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen und die Kosten genau zu analysieren. Unterdessen sind viele Banken auf den Zug der Nachhaltigkeit aufgesprungen – leider nicht immer mit dem alleinigen Gedanken, die Welt zu verbessern, sondern oft auch, weil mit nachhaltigen Anlagen höhere Gebühren verlangt werden können.»

NZZ-Tipps für eine langfristige Anlagestrategie

Eine langfristige Anlagestrategie muss zu Ihren zukünftigen finanziellen Bedürfnissen und Möglichkeiten passen. Es gilt, die Risikofähigkeit und -bereitschaft zu klären und die Depotstruktur.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Risiken und zur Rendite bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Geldanlage. Je höher die Risikobereitschaft, desto grösser der Anteil am Gesamtvermögen, der in Aktien investiert werden kann.

Da die persönlichen Rahmenbedingungen ändern können, gilt es, die Anlagestrategie von Zeit zu Zeit zu prüfen. Bei der Pensionierung zum Beispiel sollte die Anlagestrategie neu ausgerichtet werden.

Wählen Sie einen unabhängigen Anlageberater, der gegen ein Honorar tätig ist und Ihnen allfällige Rückvergütungen gutschreibt.

Setzen Sie auf verständliche und kostengünstige Finanzprodukte.

Hohe Gebühren für das Depot schmälern die Rendite des Portfolios erheblich. Und die Kostenunterschiede zwischen den Depotbanken sind gross. Mit einem Wechsel zu einer günstigeren Bank können Anleger Gebühren sparen. Auf die Dauer zahlen sich tiefe Gebühren stark aus.

Bleiben Sie der einmal gewählten Anlagestrategie möglichst treu, und verzichten Sie auf den Kauf von Produkten zu «Modethemen».

Der einmal gewählten Strategie sollte man treu bleiben und auch schwierige Perioden aussitzen. Der sogenannte Buchverlust wird erst dann zu einem wirklichen Verlust, wenn man die Aktien zu den tieferen Kursen verkauft.

Am besten investiert man gestaffelt – zum Beispiel jeden Monat eine bestimmte Summe. Ziehen Sie dann den Plan konsequent durch – so mechanisch wie möglich, unbeeinflusst von Stimmungsschwankungen auf den Anlagemärkten.

Investieren Sie nur in Anlagen, die Sie verstehen. Dazu gehört auch, dass Sie wissen, wie sich diese Anlagen in der Vergangenheit verhalten haben. Je grösser die Erfahrungswerte bei einer Anlage sind, d. h., je länger sie auf dem Markt ist, desto besser.

Wenn Sie mehr Rendite wollen als auf dem Bankkonto, müssen Sie Risiken eingehen. Sie sollten sie reduzieren, indem Sie Ihr Geld diversifiziert anlegen, zum Beispiel in kostengünstige Fonds.

Auf lange Sicht am ertragreichsten und somit am besten geeignet für den Vermögensaufbau sind Anlagen, die kurz- und mittelfristig stark schwanken. Das beste Beispiel sind Aktien. Bei ihnen muss man aber nicht selten 10 Jahre und mehr auf den Anlageerfolg warten können.

Dieser Artikel ist in der NZZ erschienen.

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