Euro-Konten für Schweizer: in Deutschland am günstigsten

Wer regelmässig in der Euro-Zone einkauft, kann mit einer Kreditkarte in Euro bares Geld sparen. Dabei ist auf die Konditionen von Schweizer und ausländischen Euro-Konten und -Karten zu achten.


Felix Ertle, Bernhard Bircher-Suits
30.03.2022, 05.30 Uhr

 

Viele Schweizerinnen und Schweizer profitieren regelmässig von den günstigen Preisen in den grenznahen deutschen Geschäften und Supermärkten. Aber auch online gehen sie im Ausland auf Schnäppchenjagd. Jetzt, wo der Franken gegenüber dem Euro besonders stark ist, scheint der Einkauf im Ausland besonders attraktiv.

Überdurchschnittlich viele Online-Waren in der Schweiz stammen gemäss einer 2019 veröffentlichten Studie der DPD Group denn auch aus dem europäischen Ausland. So haben 86 Prozent der Schweizer Online-Shopper bereits Waren in ausländischen E-Shops eingekauft. Sie liegen damit rund ein Viertel über dem europäischen Durchschnitt. Was viele allerdings nicht wissen: Auslandeinkäufe mit Schweizer Kreditkarten gehen schnell ins Geld – ebenso wie Auslandeinkäufe an den Schweizer Grenzen.

Zwar bieten Schweizer Banken gebührenlose Sepa-Überweisungen in den europäischen Zahlungsraum an. Bei einer Zahlung von einem Franken-Konto in Euro erheben sie jedoch einen Fremdwährungszuschlag. Dieser liegt, je nach Bank, zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Wer mit Franken-Konten Onlinebestellungen in der Euro-Zone von 4000 Franken tätigt, legt bei einem Fremdwährungszuschlag von 2,5 Prozent noch einmal saftige 100 Franken für das Kreditinstitut drauf – oft, ohne es zu bemerken.

Eine günstige Alternative

Fremdwährungszuschläge gelten auch für den Grenzeinkauf in Deutschland. Besonders teuer sind Euro-Bargeldbezüge im Euro-Raum mit Schweizer Karten in Franken. Ein Beispiel: Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) etwa verlangt zusätzlich 4 Prozent Kommission pro Bezug, mindestens jedoch 10 Franken Gebühr. Wer in Deutschland über das Jahr hinweg etwa 6000 Euro am Automaten bezieht, zahlt der Zürcher Kantonalbank bei 4 Prozent Kommission und einem Fremdwährungszuschlag von 1,75 Prozent happige 345 Franken.

Für diejenigen, die in der Euro-Zone mithilfe von Euro-Konten zahlen, entfällt der Fremdwährungszuschlag. Online-Shopper und Grenzkäufer können im Euro-Raum mit einer Karte in Euro gebührenfrei einkaufen. Je nach gewählter Bank und Kreditkarte entfallen im Euro-Raum auch die Bargeldbezugsgebühren am Automaten. Die Konditionen für Euro-Konten variieren erheblich. Diese Zeitung hat die Angebote von sechs Schweizer und zwei deutschen Banken verglichen (vgl. Tabelle).

Wenig überraschend: Keine der untersuchten Banken vergibt Habenzinsen. Der Vergleich der Euro-Konten zeigt: Wer auf deutsche Kreditinstitute setzt, zahlt keine Kontoführungsgebühren. Bei der Migros Bank entfallen die Gebühren von 36 Franken jährlich ab Gesamtkundenbeziehungen im Wert von 7500 Franken. Die Postfinance erlässt die Gebühren von 60 Franken ab einem Anlagevermögen im Wert von 25 000 Franken, bei einer bei der Postfinance abgeschlossenen Hypothek oder Lebensversicherung.

Die Migros Bank und die Credit Suisse locken mit hohen Freibeträgen bei Negativzinsen. Mit Freibeträgen in Höhe von 1 Million beziehungsweise 500 000 Franken lohnen sie sich besonders für Grosskunden. Die DKB-Bank brummt ihren Kunden bereits ab 25 000 Euro «Guthabengebühren» von 0,5 Prozent auf. Wer zum Beispiel bei der N26-Bank 1 Million Euro parkiert, wird auch mit 4750 Euro Guthabengebühren geschröpft.

Dagegen fallen bei der Migros Bank bis zu einem Gegenwert von 1 Million Euro keine Guthabengebühren an. Bei der Credit Suisse ist diese Gebühr bei einem Guthaben von 1 Million Franken mit 3000 Franken Sollzins vergleichsweise niedrig. Gut zu wissen: Guthabengebühren beziehungsweise Negativzinsen sind je nach Kundenbeziehung verhandelbar.

Kreditkartenkosten überprüfen

Neben der Kontoführungsgebühr und Negativzinsen fallen weitere Kosten an. Für den Bargeldbezug im Euro-Raum und ebenso für viele Online-Shopping-Portale bietet sich die Nutzung von Kreditkarten in Euro an.

Die gute Nachricht: Mit allen Kreditkarten kann man im Euro-Raum bargeldlos zahlen. Sonst vertiefen sich die Gräben erheblich. Die DKB-Bank gewinnt den Kostenvergleich mit rund 30 Euro pro Jahr für die Visa-Kreditkarte. Die UBS lockt mit günstigen Kartenführungsgebühren von 40 Euro im ersten Jahr. Doch Vorsicht: Die Kartenführungskosten erhöhen sich ab dem zweiten Jahr auf 80 Euro.

Mit jeweils 200 Euro jährlich pro Kreditkarte bilden die Euro-Kreditkarten von Raiffeisen Zürich, der ZKB und der Credit Suisse die Schlusslichter. N26 und Postfinance bieten dagegen keine Kreditkarten in Euro an.

Kostenfalle: Barbezüge in der Euro-Zone

Die Jahresgebühren für die Kreditkarten sind jedoch nicht die einzigen Kosten. Auch bei den Schweizer Kreditkarten in Euro empfiehlt es sich nicht, Bargeld im Euro-Raum abzuheben. Denn bei allen verglichenen Schweizer Kreditinstituten fallen dafür zwischen 3,75 und 4 Prozent Gebühren an.

Die DKB-Bank hat auch hier das günstigste Angebot. Mit der Visa-Kreditkarte der DKB-Bank beziehen Kundinnen und Kunden das ganze Jahr über kostenlos Bargeld im Euro-Raum. Bei höheren Ausgaben mit vielen Bargeldbezügen brilliert die DKB-Bank mit durchgehend kostenlosem Bezug und niedrigen Jahresgebühren.

Fazit: Die Universalbank für alle Bedürfnisse gibt es nicht. Regelmässige Online-Shopper oder Einkaufstouristen profitieren von den Angeboten der DKB-Bank am meisten, da diese mit den niedrigsten Gebühren herausragt. Zudem sind die Barbezüge bei der DKB-Bank kostenlos.

Die Schweizer Euro-Konten sind zwar teurer. Für Kunden mit bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen entfällt aber häufig ein Teil der Kosten. Wer keine Kreditkarte benötigt, der sollte für grenznahe Einkäufe die meist günstigere Anschaffung einer Debitkarte in Erwägung ziehen. Die N26-Bank etwa bietet die gebührenfreie Debit Mastercard World mit drei kostenlosen Bargeldbezügen monatlich an.

Checkliste für Euro-Konten

Kontoführungsgebühren senken: Vergleichen Sie nicht nur die Gebühren. Fragen Sie beim Kreditinstitut nach möglichen Bonusaktionen, Kombipaketen und weiteren Vergünstigungen aufgrund guter Kundenbeziehungen.

Kreditkartengebühren senken: Lesen Sie das Kleingedruckte bei Kreditkartenverträgen. Die UBS verdoppelt die Kreditkartengebühren zum Beispiel ab dem zweiten Jahr.

Kosten für Kontoauszüge im Auge behalten: Freunde von Papierauszügen sollten mit Mehrkosten rechnen. Beispielsweise erhebt die Raiffeisenbank nach 15 kostenfreien Bankauszügen eine Bezugsgebühr für jeden weiteren Auszug. Online-Auszüge sind bei den verglichenen Banken kostenfrei.

Gebühren für Barbezüge im Euro-Raum beachten: Mit Schweizer Euro-Kreditkarten am Bankautomaten in Deutschland Bargeld zu beziehen, ist wegen hoher Gebühren nicht zu empfehlen. Für solche Zwecke eignen sich Karten deutscher Institute.

Nur im Euro-Raum zahlen: Nutzt man das Euro-Konto ausserhalb der Euro-Zone, fallen wieder Fremdwährungsgebühren zwischen 1,7 und 2,5 Prozent an, je nach Kreditinstitut. Folglich ist es empfehlenswert, das Euro-Konto und die Kreditkarte in Euro darum ausschliesslich für den Euro-Raum zu nutzen.

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Umwelt-Hypotheken: «Zinsvorteile» im Detail prüfen

Wer nach umweltfreundlichen Kriterien baut oder renoviert, senkt den Energieverbrauch und profitiert von Förderbeiträgen und Steuervergünstigungen. Dutzende Banken versprechen Kreditnehmern zudem Zinsreduktionen auf Umwelt-Hypotheken.

Bernhard Bircher-Suits
24.03.2022, 05.30 Uhr

 

Gemäss dem Programm Energie Schweiz des Bundesamts für Energie sind mehr als eine Million Häuser in der Schweiz «energetisch dringend sanierungsbedürftig». Rund 60 Prozent dieser Immobilien sind älter als 20 Jahre, und noch immer wird ein grosser Anteil mit fossilen Brennstoffen beheizt. Aufgrund der massiv gestiegenen Preise für Heizöl und Gas wird dies immer teurer.

Neue Fenster mit Dreifachverglasung oder die Dämmung von Wänden und Dach verbessern neben dem Wohnklima auch den ökologischen Fussabdruck. Eine bessere Wärmedämmung und dichtere Fenster können gemäss Energie Schweiz bis zu 60 Prozent Heizkosten sparen. Nachhaltig bauen kann sich auch finanziell lohnen. Zum einen, weil der Wiederverkaufswert der Immobilie steigt, zum anderen, weil energieeffiziente Massnahmen den Energie- und Wasserverbrauch senken und so das Budget entlasten.

Marketinginstrument «Zinsrabatt»

Gemäss mehreren befragten Marktbeobachtern steigen das Angebot der Kreditgeber an solchen Umwelt-Hypotheken wie auch die Nachfrage stark an. So hat zum Beispiel der Hypothekenvermittler Moneypark im Rahmen einer neuen Partnerschaft mit einer Pensionskasse im Frühjahr 2021 unter anderem auch ein Hypothekarprodukt für energieeffiziente Eigenheime entwickelt.

Laut einer Moneypark-Sprecherin hat diese Pensionskasse in den neun Monaten nach dem Start des Programms bereits rund die Hälfte ihrer Hypotheken mit Nachhaltigkeitsabschlag gewährt, was einem Volumen von 150 Millionen Franken entspricht. Rund die Hälfte davon gehe auf das Thema Heizung.

Wer beim Bauen oder beim Renovieren auf die Umwelt und den CO2-Fussabdruck achtet, findet mittlerweile bei Dutzenden Kreditgebern wie beispielsweise der Alternativen Bank, Bank Cler, Raiffeisen, UBS, der Zürcher Kantonalbank und anderen Anbietern spezielle Bau- und Renovationskredite mit Sonderkonditionen. Solche Umwelt-Darlehen mit Zusätzen wie Umwelt-, Öko-, Eco-, Nachhaltigkeit- oder Minergie im Namen sollen einen finanziellen Anreiz bieten, um Wohnbauten energetisch besser und nachhaltiger zu gestalten.

Gemäss Moneypark bewegen sich die beworbenen Zinsabschläge bei 17 untersuchten Finanzinstituten für Minergie- oder energetisch sanierte Immobilien im Rahmen von 0,06 (Zuger Pensionskasse) bis zu 0,8 Prozentpunkten bei der Zürcher Kantonalbank. Die beworbenen «Zinsrabatte» sind meist schwer vergleichbar, und die auf den ersten Blick attraktiven Angebote sind für die Kreditnehmer mit vielen Auflagen und diversen Einschränkungen verbunden.

Grüne Technik bedeutet Mehrkosten

Zinseinsparungen bei Hypotheken sind aber höchst willkommen, denn die Mehrkosten von Umweltumbauten und Neubauten liegen in der Regel bei bis zu 5 Prozent gegenüber der konventionellen Bauweise. Berechnungen und Erfahrungswerte von Minergie Schweiz zeigen zum Beispiel, dass sich die Mehrinvestitionen für den Minergiestandard auf Basis eines Mehrfamilienhauses mit drei Wohneinheiten je nach Baustandard brutto zwischen rund 3 und 7 Prozent der Bauinvestitionen bewegen.

Auf Stufe Bund, Kanton und Gemeinden erhalten Investoren indessen Fördergelder für den Einsatz einer bestimmten, umweltfreundlichen Gebäudetechnik oder die Zertifizierung nach einem Minergiestandard. Eines der wichtigsten Förderprogramme ist das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen. Damit werden energetische Gebäudesanierungen gefördert, die unter anderem die Wärmedämmung verbessern.

Allerdings legt jeder Kanton selber fest, welche Massnahmen er finanziell unterstützt, welche Bedingungen er vorgibt und wie hoch die Beiträge sind. Fördergelder relativieren zumindest die Mehrausgaben. Die stark gestiegenen Preise für Heizöl und Gas sowie die 2022 in der Schweiz erhöhte CO2-Abgabe darauf sprechen ebenfalls dafür, längst fällige Renovationen und Sanierungen nicht mehr auf die lange Bank zu schieben.

Umwelt-Darlehen nur unter Auflagen

Umweltbewusste Personen mit Geldbedarf für Bauprojekte spricht die Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf ihrer Website mit einem sogenannten Umwelt-Darlehen an. Zur Zielgruppe zählen Personen, welche «neu bauen oder ihr Eigenheim renovieren und dabei die Umwelt schonen». Die ZKB verspricht einen vergünstigten Zinssatz von bis zu 0,8 Prozent während maximal fünf Jahren. Den Zinssatz kann man bis zu 24 Monate vor Beginn der Laufzeit fixieren. Die Laufzeiten des Umwelt-Darlehens liegen zwischen 2 und maximal 15 Jahren.

Mit dem Geld können Neu- oder Umbauten in der Schweiz nach allen Minergiestandards, energetische Sanierungen oder Investitionen in erneuerbare Energien finanziert werden. Der Haken: Die Vergünstigung wird nur auf Festhypotheken und nur für bis zu fünf Jahre gewährt. Wer Stockwerkeigentum oder ein Einfamilienhaus renoviert, profitiert zudem nur bis zu einer Kreditsumme von maximal 250 000 Franken vom vergünstigten Zinssatz.

Immerhin: Die ZKB übernimmt die Zertifikatsgebühren für Minergie-, 2000-Watt-Areal- oder GEAK-Zertifikat. Das Beispiel zeigt: Man sollte sich nicht von hohen Zinsrabatten blenden lassen – schliesslich muss man immer das Gesamtpaket prüfen und Vergleichsofferten einholen. So kann beispielsweise das Angebot der Versicherung Swiss Life sogar attraktiver sein, da der Zinsbonus von 0,3 Prozent über die gesamte Laufzeit gewährt wird.

Vergleiche mit anderen Umwelt-Hypotheken zeigen: Die Bedingungen für den Erhalt einer Öko-Hypothek unterscheiden sich von Bank zu Bank. Die Alternative Bank Schweiz (ABS) mit Hauptsitz in Olten finanziert beispielsweise grundsätzlich keine «Luxus- und Ferienhäuser oder Liegenschaften, die der Zersiedelung Vorschub leisten».

Wie bei jeder Bank müssen Kreditnehmerinnen und ‑nehmer auch bei der ABS genügend Eigenmittel haben – in der Regel 20 Prozent – und einen Kredit langfristig tragen können. Die ABS nutzt ein eigenes Bewertungstool, welches entlang von fünf Bereichen – Betriebsenergie, Bauökologie, Standort, Nutzung und Ökonomie – die Nachhaltigkeit von Liegenschaften aufzeigt, um von einem allfälligen Zinsvorteil zu profitieren. Die ABS verbilligt die Hypothekarzinsen für Neubauten (Econova) und Sanierungen (Ecosana) um bis zu 0,625 Prozent. Und das zeitlich unbefristet – im Gegensatz zur ZKB.

Minergie-Zertifikat oder GEAK-Ausweis Klasse A ist meist Pflicht

Die meisten der untersuchten Banken verlangen für den Abschluss einer Öko-Hypothek ein Minergie-Zertifikat oder einen GEAK-Ausweis der Klasse A. GEAK steht für Gebäudeenergieausweis der Kantone. Dabei prüft eine zertifizierte Fachperson, wie energieeffizient die Gebäudehülle vor der geplanten Renovation ist, und bestimmt, wie energieeffizient sie danach sein wird. Der ermittelte Energiebedarf wird in Klassen von A («sehr energieeffizient») bis G («wenig energieeffizient») eingeteilt.

Gut zu wissen: Einige Banken geben für einen höheren GEAK-Standard auch einen höheren Zinsrabatt. Die UBS gewährt mit ihrer Hypothek «UBS Hypothek Renovation» für die Laufzeit von 2 bis 10 Jahren einen Zinsbonus auf den gesamten Kreditbetrag für Neu- oder Umbauten. Es werden ein höchstens fünf Jahre altes Minergie-Zertifikat sowie GEAK A und B zugelassen. Bei Umbauten kann man bei der UBS bei einem Anteil energetischer Baumassnahmen von mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten vom Angebot profitieren.

Grüne Mehrinvestitionen machen sich meist bezahlt: Gemäss einer älteren Studie der Zürcher Kantonalbank lag der Mehrpreis für Minergie-Einfamilienhäuser beim Verkauf bei 7 Prozent, bei Eigentumswohnungen bei 3,5 Prozent. Auswertungen von Wüest Partner von 2017 ergaben bei Minergie-P-ECO-Wohnungen zudem um 3,6 Prozent höhere Mieterlöse.

Ökologisches Bauen ist somit nicht nur für die Kreditnehmenden, sondern auch für die Banken interessant, da der Wert solcher Immobilien eher steigt. Robert Weinert, Leiter Immo-Monitoring bei Wüest Partner, sagt aus heutiger Sicht betrachtet dazu: «Die Auswertungen haben gezeigt, dass sich der Zuschlag, der für Mietwohnungen und Einfamilienhäuser in den Jahren davor gezahlt wurde, reduziert hat.»

Viele Minergievorgaben seien mittlerweile als Standard im Gebäudepark etabliert, weshalb die zusätzliche Zahlungsbereitschaft für das Label heute geringer sei als noch in den nuller Jahren. «Mit den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich von 2014 genügen viele Neubauten ähnlich hohen Ansprüchen wie die Minergiegebäude, und viele kantonale Gebäudeförderprogramme subventionieren Neu- und Umbauten nur noch, wenn mindestens der Minergie-P-Standard erreicht wird», sagt Weinert. Das Risiko für Immobilieneigentümer sei heute vielmehr, «dass Objekte mit Öl- oder Gasheizungen in nicht allzu ferner Zukunft einen Abschlag auf den marktüblichen Wert verbuchen müssen».

So findet man eine passende Umwelt-Hypothek

Wie gehen Kreditsuchende am besten vor, um eine attraktive Umwelt-Finanzierung zu finden? Der erste Schritt ist immer, die Kriterien der Bank genau zu prüfen: Wie kann ich mich für diese Hypothek qualifizieren? Was muss mein Objekt erfüllen? Kann ich die Kriterien überhaupt erreichen? Wer wie beim Autokauf nicht auch beim Baudarlehen vergleicht, zahlt meist zu viel. Nicht selten kann durch gutes Verhandeln mit einer «normalen» Hypothek ein besserer Zinssatz ausgehandelt werden als mit einer Umwelt-Hypothek. Günstige Saron-Hypotheken finden sich zudem eher selten im Öko-Angebot. Wer nur auf Zinsvorteile schielt, sollte auch solche Geldmarkthypotheken prüfen. Historisch betrachtet waren Geldmarkthypotheken meist die günstigste Finanzierungsvariante. Wer von stark steigenden Zinsen ausgeht und keine finanziellen Polster für höhere Geldmarkt-Zinskosten hat, sollte zumindest eine Tranche mit einer langjährigen Festhypothek abschliessen. Und zu guter Letzt noch ein wichtiger Tipp: Gesuche für energetische Förderbeiträge unbedingt vor Baubeginn einreichen.

Öko-Hypotheken: 17 Anbieter im Vergleich* (Siehe PDF-Artikel)

Die Tabelle des Hypothekenvermittlers Moneypark zeigt, zu welchen Bedingungen die Banken solche Hypotheken üblicherweise vergeben. Schliesslich ist aber alles immer auch Verhandlungssache. Vor allem Kunden mit gutem Kreditrating haben meist noch Verhandlungsspielraum. Die Tabelle zeigt, dass der Zinsbonus nicht immer bis zum Ende der abgemachten Laufzeit gilt. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Öko-Hypothek mit einer festen Laufzeit von zehn Jahren nur fünf Jahre lang verbilligt wird. Variable und Saron-Hypotheken sind eher die Ausnahme als die Regel.

Gefördert werden in den weitaus meisten Fällen Minergie-zertifizierte Bauten, oft auch die Zertifizierung nach Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Bei GEAK-zertifizierten Neubauten wird normalerweise nur die höchste Energiesparklasse A verbilligt. Gut zu wissen: Die Zertifizierungskosten für ein Minergiehaus oder die Gebühren für einen GEAK-Bericht übernimmt häufig die kreditgebende Bank.

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Betrug: So erkennen Sie Finanzschwindler

Wenn die Rendite zu gut aussieht, um wahr zu sein, dann ist sie es wahrscheinlich auch nicht: Das sind die gängigsten Maschen von Finanzbetrügern, und so schützt man sich davor.

Bernhard Bircher-Suits
14.03.2022, 05.30 Uhr

 

Die Zeiten für Betrüger sind im gegenwärtigen Tiefzinsumfeld rosig. Anleger wie auch Normalbürger erhalten immer wieder unseriöse Angebote per Telefon, SMS, Post oder E-Mail – von selbsternannten «Finanzexperten». Ihre bevorzugte Masche: Sie ködern potenzielle Investoren mit dem Versprechen einer Toprendite bei Investitionen in Aktien, Devisen, Kryptowährungen, Edelmetallen, Edelhölzern, Fonds oder Immobilien.

Die Website CryptoChargeback.org gibt zum Beispiel vor, von Krypto-Börsen Betrogenen zu helfen, ihr Geld wiederzuerlangen. Nachdem man bezahlt hat, hört man von der Firma gemäss Warnliste des Konsumentenmagazins «K-Tipp» «nie wieder etwas».

Warnliste der Finma konsultieren

Gelegentlich sind auch Kryptowährungen angeblich nur zeitlich befristet erhältlich – man müsse rasch zuschlagen. Der Zweck solcher bei Betrügern beliebten Zeitlimiten: Ein Anleger soll keine Zeit für eine kritische Durchleuchtung des «tollen» Angebots erhalten. Wer mit Finanzfirmen in Kontakt kommt, sollte immer zuerst ihren Handelsregister-Eintrag unter www.zefix.ch prüfen. Ist die Firma nicht im Handelsregister, sollten bereits die Alarmglocken läuten.

Ist das Unternehmen im Handelsregister eingetragen, der Firmenname wurde aber mehrmals geändert oder die Zeichnungsberechtigten haben oft gewechselt, sind das weitere Alarmsignale. Danach gilt es, zu prüfen, ob das Unternehmen überhaupt eine Bewilligung für den Vertrieb von Finanzprodukten hat.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) führt eine Warnliste mit Unternehmen, die möglicherweise ohne Bewilligung eine Tätigkeit ausüben, bewilligungspflichtig sind und unter die Aufsicht der Finma fallen. Ein Eintrag in der Warnliste bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die vom aufgeführten Unternehmen ausgeübte Aktivität illegal ist. Die Liste umfasst gegenwärtig rund 1150 Firmennamen. Hat ein Finanzunternehmen keine Finma-Bewilligung, ist erhöhte Vorsicht angebracht.

Aber auch bei Finanzinstituten mit Finma-Bewilligung kann Geld verlorengehen. Denn nicht jede Gesellschaft, die der Finma unterstellt ist, wird intensiv und laufend überwacht. In Diskussionsforen sollte man zudem Erfahrungen von anderen Kunden nachlesen und nach allfälligen Warngeschichten in den Medien mithilfe einer Suchmaschine suchen.

Hilfreich sind auch Warnlisten auf der Website der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (Iosco), eines Gremiums, das die Wertpapieraufsichtsbehörden der Welt zusammenbringt und als globaler Standardsetzer für den Wertpapiersektor anerkannt ist. Die Iosco entwickelt, implementiert und fördert die Einhaltung international anerkannter Standards für die Wertpapierregulierung.

Viel zu hohe Renditen versprochen – Anleger verloren Millionen

Was Anlagebetrüger meist verbindet: Sie versprechen Traumrenditen. Doch sehr hohe Renditen sind immer ein Zeichen für hohe Anlagerisiken oder schlicht Betrug. Das zeigt auch der Fall Ulrich Engler. Der deutsche Staubsaugervertreter zog mit Renditeversprechen von bis zu 72 Prozent pro Jahr rund 5000 Anleger über den Tisch, darunter auch viele Schweizer.

Die schriftlich garantierten Superrenditen waren zu schön, um wahr zu sein – die Schadenssumme lag bei 500 Millionen Euro. Engler hatte eine altbekannte Masche benutzt. Er gab sich als erfolgreicher Investmentexperte aus. Seinen Kunden tischte er eine sagenhafte Story auf. Er könne mithilfe eines Computerprogramms die Entwicklung von Aktien als Erster erkennen.

Tatsächlich besass er nur ein Computerprogramm, mit dem er Aktienkurse analysieren konnte. Er wurde 2013 in Deutschland zu achteinhalb Jahren Haft wegen gewerbsmässigen Betrugs verurteilt. «Wegen guter Führung» und des Abschlusses einer Schreinerlehre wurde er nach Verbüssung von etwas mehr als der Hälfte seiner Strafe auf Bewährung entlassen. In den Medien verriet er, er werde «nichts mehr im Finanzsektor machen». Er suche sich «etwas Bodenständiges».

Der «Tinder-Schwindler»

Betrüger halten sich aber gelegentlich auch an Orten auf, wo man sie nicht erwarten würde. Sie lauern zum Beispiel auf Dating-Apps wie Tinder auf ihre gutgläubigen Opfer. Anschauungsunterricht über ihr oft ähnliches Vorgehen liefert momentan der US-Streamingdienst Netflix mit der sehenswerten Dokumentation «Tinder-Schwindler».

Der Dokumentarfilm war Mitte Februar der beliebteste Netflix-Film in der Schweiz. Er erzählt die wahre Geschichte des israelischen Hochstaplers und Betrügers Simon Leviev (31, Geburtsname: Shimon Hayut). Leviev nutzte die Smartphone-App Tinder, um Frauen kennenzulernen und finanziell auszubeuten.

Seine Masche auf Tinder: beeindruckende Bilder hochladen, welche ihn in Privatjets, auf teuren Jachten oder mit anderen Statussymbolen zeigen. Leviev gab sich als Sohn einer steinreichen Diamantenhändler-Familie aus, um das Vertrauen und die Herzen von Dutzenden Frauen zu gewinnen. Er stellte ihnen neben einem unbeschwerten Luxusleben auch Heirat und Kinder in Aussicht. Um Vertrauen zu schaffen, nahm er seine «Angebetete» gerne einmal mit auf eine «Alles gratis»-Reise im Privatjet.

Was die Date-Partnerinnen nicht wussten: Die Zeche zahlte Leviev immer mit Darlehen oder «geliehenen» Kreditkarten von anderen Frauen. Sobald er das Vertrauen einer Frau gewonnen hatte, begannen seine finanziellen «Notlagen», aus denen er nur dank seiner «heissgeliebten» Freundin herauskommen konnte. Rund 10 Millionen Franken hat sich Leviev laut der Netflix-Doku von seinen gutgläubigen Freundinnen mutmasslich ergaunert.

In der Schweiz richten sich zwei Drittel aller Straftaten gegen das Vermögen

Nach Angaben der US Federal Trade Commission erreichten die gemeldeten Verluste durch solchen «Romantikbetrug» (romance scam) im Jahr 2020 in den USA einen Rekordwert von 304 Millionen Dollar. Die Banden, die hinter Dating-Betrügereien stecken, sitzen oft in Russland, Osteuropa oder Westafrika. Das macht sie für die lokale Polizei schwer greifbar. Bemerkenswert: Rund zwei Drittel aller ermittelten Straftaten in der Schweiz richteten sich gemäss Schweizer Polizeistatistik im Jahr 2020 gegen das «Vermögen» von Personen. Der Angriff aufs Portemonnaie ist somit häufig.

Wer denkt, wer auf Betrüger hereinfalle, müsse leichtgläubig und naiv sein, täuscht sich. Der Soziologe Christian Thiel von der Universität Augsburg schreibt über Betrügermaschen: «Die überzeugende Kraft entsteht nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch den komplexen Ablauf – wie beim Zauberkunststück. Hier spielt die Dramaturgie, die Geschichte, die Show eine grössere Rolle als der Trick selbst.»

Thiel erforscht seit mehreren Jahren, warum altbekannte Betrügermaschen nach wie vor erfolgreich sind. Gemäss ihm kann «jeder und jede auf Betrugsmaschen hereinfallen». Thiel hat für seine Forschung Strassentricks von Gaunern beobachtet, Fälle bei Gericht und in den Medien verfolgt und Gespräche mit Rechts- und Staatsanwälten, Ermittlern sowie Opfervereinigungen geführt.

Keine Freundschaftsanfragen von fremden Menschen annehmen

Die Polizei rät, auf Facebook oder ähnlichen Plattformen niemals Freundschaftsanfragen von Menschen anzunehmen, die man nicht aus dem realen Leben kenne. Man solle sich zudem fragen, wie realistisch es ist, dass ein gutsituierter, attraktiver Mensch aus einem fernen Land ohne irgendeinen Bezug zur Schweiz plötzlich eine Fernbeziehung im Ausland beginnen möchte. Beispielsweise könne man mit der Bildsuche-Funktion von Google prüfen, ob das Foto des Gegenübers auch anderswo im Web auftauche. Wenn jemand dasselbe Foto, aber mit einem anderen Namen auf anderen Websites finde, dann handele es sich «zweifellos um einen Betrug».

Den Kontakt abbrechen solle man spätestens dann, wenn die Person Geld fordere oder man gebeten werde, irgendwelche Güter wie zum Beispiel Mobiltelefone, iTunes-Karten usw. zu verschicken oder Pakete entgegenzunehmen. Besonders wichtig: Man solle «unter keinen Umständen» sein Konto für fremde Finanztransaktionen zur Verfügung stellen. Man könne sich damit strafbar machen wegen Geldwäsche.

Tipps, wie Sie Betrüger entlarven

Schutz von persönlichen Daten: Besser nicht gleich den vollständigen Namen, Wohnort und Arbeitsplatz verraten, sondern beim Online-Dating ein Pseudonym verwenden. Anstatt Handynummer eine extra dafür eingerichtete Mail-Adresse als Kontakt angeben.

Treffen in der Öffentlichkeit: Das erste Date wählt man am besten an einem öffentlichen Ort mit viel Publikumsverkehr, Restaurant, Café oder Bar.

Auf Bezahl-Apps ausweichen: Bei kostenlosen Dating-Apps fehlen meist strenge Sicherheitsvorkehrungen, und es finden sich dementsprechend mehr schwarze Schafe unter den Profilen. Kostenpflichtige Portale prüfen ihre Mitglieder auf ihre Echtheit.

Niemals Geld überweisen: Ein absolutes No-Go ist das Überweisen von Geld, egal, wie vertrauenswürdig die Online-Bekanntschaft erscheint.

Unaufgeforderte Zuschriften: Die Alarmglocken sollten läuten, wenn der Erstkontakt unaufgefordert via Telefon, E-Mail oder Brief oder über eine App oder SMS erfolgt. Seriöse Firmen verfolgen keine solch aggressiven Verkaufsstrategien. Aktivieren Sie im Telefonbuch zum Selbstschutz den Stern-Eintrag gegen unerwünschte Werbeanrufe.

Unrealistisch hohe Renditeversprechen: Liegt die in Aussicht gestellte Verzinsung weit über dem Zins eines Sparkontos, besteht neben einem hohen Anlagerisiko auch höchste Betrugsgefahr.

Mehr Schein als Sein: Lassen Sie sich nicht von Titeln, Kleidung, Statussymbolen, teurem Büro oder prominenten angeblichen Freunden beeindrucken.

Heisse Tipps von Bekannten: Lassen Sie sich keine Geldgeschäfte durch «gute Bekannte» oder Freunde vermitteln. Privates und Geschäftliches sollte man konsequent trennen.

Komplizierte und teure Produkte: Investieren Sie nur in einfach verständliche, transparente und gebührenarme Finanzprodukte.

Zeitdruck: Lassen Sie sich nie unter Druck setzen, und unterzeichnen Sie Verträge erst nach einer mehrtägigen Bedenkfrist.

Referenzen einholen: Von Investitionen in junge Unternehmen sowie in Geldanlagen ohne langjährigen Erfolgsausweis sollten Sie die Finger lassen. Skeptisch stimmen sollte ein Firmensitz im Ausland oder ein Anlageberater ohne festen Wohnsitz in der Schweiz. Verlangen Sie aktuelle Betreibungsauszüge.

Diversifikation: Diversifizieren Sie in jedem Fall Ihre Anlagen, setzen Sie nicht alles auf eine Karte.

 

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Manuelle Bankaufträge: eine UBS-Inlandzahlung am Schalter für 60 Franken

Manuelle Bankaufträge

Wenn man Geld «manuell» verschiebt, fallen bei Schweizer Banken happige Gebühren an.

Bernhard Bircher-Suits
03.03.2022, 05.30 Uhr

Banken setzen bei Schalterkunden und Fans von Papier und Telefon auf abschreckend hohe Gebühren. Dies zeigt der Kostenvergleich für ein Privatkonto bei fünf grossen Schweizer Banken. Geschröpft werden vor allem wenig internetaffine Menschen über 70 Jahre.

 
 

Laut Bundesamt für Statistik (BfS) haben im Jahr 2019 rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung Online-Banking benutzt. Die BfS-Zahlen zeigen auch: Vor allem die jüngere Generation nutzt den digitalen Service ihrer Bank. In der Alterskategorie 60+ hingegen sind mit rund 45 Prozent deutlich weniger Nutzer vertreten. Fakt ist gemäss BfS: In der Schweiz leben mehr als 1,6 Millionen Personen, welche 65 Jahre und älter sind.

Diese Altersgruppe macht somit rund einen Fünftel der Schweizer Bevölkerung aus. Ein beachtlicher Anteil von ihnen dürfte noch auf Schalterzahlungen und Zahlungsaufträge per Briefpost setzen. Darauf lässt auch die Studie «Digitale Senioren» von Pro Senectute Schweiz aus dem Jahr 2020 schliessen. Die Untersuchung zeigt: Vor allem ältere Semester über 70 Jahre nutzen E-Banking kaum.

Trotzdem buhlen Banken um diese vermögenden Rentner – zum Beispiel mit speziellen Senioren-Sparkonten. So wirbt beispielsweise die genossenschaftlich organisierte WIR-Bank mit ihrem «Sparkonto 60+» und dem Slogan: «Ab 60 haben Sie mehr verdient.» Im Werbetext auf der Website steht: «Wenn die Pensionierung näher rückt, dann nehmen Ihre Träume endlich Gestalt an. Und darauf zu sparen, kann richtig Spass machen. Vor allem wenn das Sparkonto einen Extrazins bietet.»

Senioren-Sparkonten bieten kaum noch Vorteile

Was auf der Website nicht sofort ersichtlich ist: Dieser vermeintlich attraktive «Extrazins» beträgt derzeit 0,1 Prozent für Guthaben bis zu 300 000 Franken. Konkret heisst das: Wer als Pensionär für die von der WIR-Bank angeführte «langersehnte Kreuzfahrt» oder den «Oldtimer» spart, wird Geduld aufbringen müssen. Ein Rechenbeispiel: Wer zum Beispiel einmalig 10 000 Franken aufs Sparkonto einzahlt und das Geld zu diesem Zins während 10 Jahren liegen lässt, spart gerade einmal 100 Franken zusätzlich. Mit diesen «Extrazinsen» können also auch reiche Senioren keine Kreuzfahrten ansparen.

Immerhin verrechnet die WIR-Bank für Summen über 300 000 Franken keine Negativzinsen. Trotzdem zählt die WIR-Bank in Zeiten von Negativzinsen mit diesem Extrazins-Angebot sogar zu den Schweizer Banken mit den besten Konditionen bei Senioren-Sparkonten – zusammen mit der Tessiner Kantonalbank. Senioren-Sparkonten boten lange Zeit einen etwas höheren Zinssatz als gewöhnliche Sparkonten. In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase haben sie sich den übrigen Sparkonten bezüglich Zinsen angeglichen. Ihr Zinsvorteil ist mittlerweile vernachlässigbar, und daher haben einige Banken diese «Sonderangebote» längst beerdigt.

Teure Zahlungen von Sparkonten

Was nicht nur ältere Semester beachten sollten: Sparkonten sind keine günstige Lösung für den Zahlungsverkehr. So verlangt die WIR-Bank zum Beispiel auch bei Zahlungen über das Online-Banking 2 Franken pro Zahlung. Dieselbe Gebühr fällt bei der Zürcher Kantonalbank für Zahlungen ab Sparkonto an. Deshalb empfiehlt sich für alle Bankkunden, für den Zahlungsverkehr ein Privatkonto zu führen. Privatkonten für Senioren können im kleineren Rahmen bezüglich Zinsen und Kosten für Kontoführung, Zahlungsverkehr und Debitkarte von «gewöhnlichen» Privatkonten abweichen. Zu beachten ist dabei, dass viele allgemeine Privatkonten auch Senioren offenstehen. Je nach Nutzungsprofil bieten sie sogar bessere Konditionen als spezialisierte Senioren-Konten.

Klassischer Einzahlungsschein ist ab Oktober Geschichte

Weniger technikaffine, meist ältere Menschen bevorzugen oft noch Papier für Zahlungen per Post oder den Gang zum Bankschalter. Wichtig zu wissen für alle: Ab dem 1. Oktober 2022 ist der altbekannte Einzahlungsschein definitiv Geschichte. Die QR-Rechnung hält dann Einzug in den Schweizer Zahlungsverkehr. Sie schlägt eine Brücke zwischen der papierbasierten und der digitalen Welt. Sie kann sowohl am Postschalter als auch fürs Mobile und Online-Banking genutzt werden. Nutzerinnen, welche auf E-Banking verzichten, können trotzdem beruhigt sein, denn die QR-Rechnung kann weiterhin am Postschalter und am Einzahlautomaten benutzt werden.

Der QR-Einzahlungsschein kann zudem mit dem Zahlungsauftrag im Kuvert an die Hausbank gesendet werden. Der neue Einzahlungsschein besteht aus einem Empfangsschein und einem Zahlteil mit QR-Code. Der Empfangsschein dient als Quittung bei Bareinzahlungen am Post- oder Bankschalter. Im Zahlteil ist der QR-Code integriert, neben dem wie bisher alle für die Zahlung relevanten Informationen aufgeführt sind.

Nicht technikaffine Personen werden geschröpft

Wer kein Vertrauen in E-Banking hat oder schlicht technisch überfordert ist und Rechnungen am Bankschalter begleicht, zahlt aber zum Teil happige Spesen für den personellen Mehraufwand der Banken. Bei der Credit Suisse fallen für eine Inlandzahlung am Schalter 35 Franken an, beim Konkurrenten UBS sind es sogar 60 Franken. Bei der Genossenschaftsbank Raiffeisen sind es 25 Franken, bei der Postfinance ist diese Transaktion kostenlos – zumindest für den Zahler. Der Haken: Die Postfinance belastet den Empfängern des Geldes Gebühren. Ein Beispiel illustriert die Kosten: Eine Überweisung im Betrag von 1300 Franken per roten Einzahlungsschein kostet den Empfänger 4.75 Franken. Eine QR-Rechnung kostet den Empfänger bei Einzahlung am Schalter 3.95 Franken bei einem Rechnungsbetrag von 1000 bis zu 10 000 Franken.

Zahlungsempfänger sollen Gebühren zurückfordern

Postfinance schreibt zu diesen Unkosten für Zahlungsempfänger im Preisreglement: «Es liegt im Ermessen der Empfängerin bzw. des Empfängers, diese Preise allenfalls bei der Zahlerin bzw. dem Zahler zurückzufordern.» Auch wenn die Post beim Empfänger zulangt: Am Ende bezahlen oft die Konsumenten die Zeche. Verschiedene Unternehmen überwälzen die Schalterspesen auf die Kunden. So verlangen die Telekomfirmen Swisscom, Salt, Sunrise und UPC von Kunden Aufschläge bis zu 7.50 Franken, wenn sie die Rechnung am Postschalter bezahlen.

Tiefe Kontoführungsgebühr bei der ZKB

Doch wie hoch sind die Kosten konkret bei führenden Schweizer Banken für Papier und Schaltergeschäfte mit einem Privatkonto? In der Tabelle werden die Preise von Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen, UBS und Zürcher Kantonalbank unter die Lupe genommen. Aufmerksame Leserinnen bemerken sofort, dass die Rubrik «Zins» in der Tabelle ganz fehlt. Der Grund: Alle angefragten Banken zahlen keinen Zins auf Privatkonten. Freuen dürfen sich Menschen, welche gerne ihren Kontosaldo per Telefon und nicht per Smartphone-App, SMS oder online abfragen. Lediglich Postfinance und UBS schrecken Anrufer mit einer Gebühr von 5 Franken ab.

Wer Zahlungsaufträge gerne per Post an seine Bank sendet, zahlt bei der Credit Suisse 1 Franken pro Zahlungsauftrag. Bei der Zürcher Kantonalbank sind es 4.80 Franken plus Porto. Die Staatsbank brilliert hingegen bei der Kontoführungsgebühr mit 12 Franken pro Jahr. Die höchste Kontoführungsgebühr im Vergleich weist unter den fünf Instituten die UBS mit 108 Franken im Jahr aus. Bankbezüge am Automaten der Hausbank sind überall kostenlos. Wer hingegen seiner Bank untreu wird und bei einer Fremdbank Bargeld bezieht, bezahlt überall eine Gebühr von 2 Franken. Barbezüge am Schalter sind – mit Ausnahme der UBS – bei allen Banken kostenlos. Die UBS verrechnet pro Bezug 2 Franken.

Auch E-Banking ist nicht mehr gratis

Die Erkenntnis: Richtig teuer sind vor allem die UBS und auf Dauer generell Zahlungen von Rechnungen am Bankschalter sowie Zahlungsaufträge per Post und Bezüge an fremden Bancomaten. Wer hohe Spesen für manuelle Bankgeschäfte vermeiden will, muss zwangsläufig auf E-Banking setzen und möglichst auf Bankbelege aus Papier verzichten. Die in der Tabelle nicht aufgeführten Gebührenvergleiche mit den E-Banking-Kosten für dieselben Geschäftsfälle zeigen: Die anfängliche «Alles-gratis-Kultur» beim E-Banking ist längst Geschichte. Mit papierlosem E-Banking lässt sich je nach Bank und Nutzungsprofil aber immerhin rund ein Drittel bis zur Hälfte der Gebühren sparen. Wer auf Papier und Schaltergeschäfte setzt, hat klar die höchsten Kosten.

Unter hohen Gebühren leiden vor allem ältere Bankkunden, welche noch weniger affin für Smartphone-Lösungen und E-Banking sind. Peter Burri Follath, Sprecher der Altersorganisation Pro Senectute, sagt zu Bankgebühren für manuelle Bankgeschäfte: «Banken sollten nach wie vor hybride Lösungen anbieten.» Diesen förderten aber, falls sie kostenpflichtig seien, den reibungslosen Übergang in die digitale Welt nicht.

Lesen Sie den Originalartikel vom 03.03.2022 auf nzz.ch oder laden Sie sich die NZZ-Online-Version mit nutzwertiger Tabelle als PDF herunter.

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So klappt die Steuererklärung 2021 ohne Stress und Mahngebühren

Jeder zehnte Haushalt in der Schweiz hat Steuerschulden. Doch wer Fristen beachtet und keine Abzüge vergisst, vermeidet teure Mahnungen und unnötig hohe Steuerrechnungen. Ein Ratgeber für Steuerpflichtige.

Bernhard Bircher-Suits
07.02.2022, 05.30 Uhr

Je schneller man die Steuererklärung einreicht, desto eher kann die Veranlagung mit der definitiven Abrechnung erfolgen.

Der Bund, die 26 Kantone und die rund 2200 Gemeinden erheben in der Schweiz Steuern aufgrund ihrer eigenen Gesetzgebungen. Der föderalistische Aufbau der Schweiz hat die Schaffung eines einheitlichen Steuersystems verhindert. Für viele Menschen sind dieser Steuerdschungel und alleine die Vorstellung an die Steuererklärung ein Albtraum. Kein Wunder, verzichten in der Schweiz Jahr für Jahr Tausende steuerpflichtige Bürgerinnen und Bürger darauf, ihre Steuererklärung bei den Steuerbehörden einzureichen.

Wer die Steuererklärung nicht rechtzeitig einreicht, wird vom Steueramt gemahnt. Für eine Mahnung wird im Kanton Bern zum Beispiel eine Gebühr von 60 Franken in Rechnung gestellt. Im Aargau werden 35 Franken für die erste Mahnung fällig. Dagegen kommen säumige Einreichende im Kanton Zürich vergleichsweise gut weg. In einer Weisung der Finanzdirektion steht: «Für die Mahnungen dürfen vom Steueramt keine Gebühren erhoben werden.»

Wer trotz Mahnung keine Steuererklärung einreicht, wird durch das Steueramt nach «pflichtgemässem Ermessen» eingeschätzt. Zusätzlich können Steuerpflichtige «wegen Verletzung der Verfahrenspflichten» mit einer Busse bestraft werden. In der Stadt Zürich beträgt sie in «schweren Fällen und im Wiederholungsfall» bis zu 10 000 Franken.

Jeder zehnte Schweizer Haushalt hat Steuerschulden

Doch auch wer die Deklaration fristgerecht einreicht, kann oft die nachfolgende Steuerrechnung nicht bezahlen. Steuerschulden zählen in der Schweiz zu den häufigsten Schuldenarten – noch vor den Krankenkassenprämien. Gemäss einer Erhebung vom Bundesamt für Statistik haben rund 9 Prozent aller Schweizer Haushalte Steuerschulden.

Wer wegen Einkommensausfällen während der Corona-Krise oder anderer nicht selbst verschuldeter Gründe nicht fristgerecht zahlen kann, sollte dem Steueramt so früh wie möglich ein schriftlich begründetes Gesuch um Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub unterbreiten

Corona-Pandemie: keine massive Zunahme bei Betreibungen

Im Kanton Aargau hat die Corona-Pandemie Spuren in der Betreibungsstatistik hinterlassen: Die Zahl der Betreibungen, welche die Gemeinden und die kantonale Behörde veranlasst haben, stieg 2021 auf 34 973. Im Jahr 2018 waren es 33 315 Betreibungen.

Diese Angaben sind mit Vorsicht zu geniessen: Von März bis Juni 2020 galt im Kanton nämlich ein gesetzlicher Betreibungsstopp. Im Kanton Zug dürfte die Zunahme an steuerlich motivierten Betreibungen pandemiebedingt gemäss Finanzdirektion «gegenüber dem Jahr 2020 bei rund 5 bis 10 Prozent liegen». Die Finanzdirektion des Kantons Zürich führt keine solche Statistik für alle Zürcher Gemeinden.

Steuererlass nur bei besonderen Anlässen

Chancen auf einen (Teil-)Erlass von Steuerschulden bestehen nur in besonderen Fällen: beispielsweise, wenn die Bezahlung unverschuldet wegen besonderer Umstände wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder nach einer Scheidung eine unzumutbare Einschränkung der Lebenshaltung zur Folge hätte. Der Steuerpflichtige darf zudem über keinerlei Ersparnisse verfügen oder Wohneigentum besitzen.

Ein Trost für zeitlich stark ausgelastete Steuerpflichtige: Sie können zumindest beim Ausfüllen der Steuererklärung einige Monate Zeit schinden. In der Regel kann man die Einreichefrist – meist Mitte oder Ende März 2022 für private Arbeitnehmende – ohne Begründung und mit wenigen Mausklicks online verlängern. Eine Fristerstreckung auf elektronischem Weg wird zum Beispiel in der Stadt Zürich bis zum 30. September 2022 beziehungsweise bis längstens zum 30. November 2022 gewährt. Weitere Fristverlängerungen sind nur bei Todesfällen in der Familie oder Krankheit möglich.

Verzugszins bei Bund liegt bei 3 Prozent

Doch Steuerpflichtige halten sich besser an den Leitsatz: «Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.» Der Grund: Je schneller man die Steuererklärung einreicht, desto eher kann die Veranlagung mit der definitiven Abrechnung erfolgen.

Und auch mit der Zahlung der Steuerrechnung sollte man nicht zu lange zuwarten. So verlangt der Kanton Zürich beispielsweise im Corona-Jahr 2021 4,5 Prozent Verzugszinsen. Auch der Bund verlangt Verzugszinsen. Wer seine direkte Bundessteuer zu spät bezahlt, wird mit 3 Prozent Verzugszins bestraft. Früh bezahlte Steuern honoriert der Bund nicht. Diese Beispiele zeigen: Die Steuern rechtzeitig zu bezahlen, ist die günstigste Lösung.

Die Zinsen auf im Voraus bezahlte, mutmassliche Steuerschulden tendieren hingegen immer häufiger gegen null. Immerhin: Im Kanton Schwyz gibt es in den Steuerjahren 2021/22 attraktive 0,5 Prozent auf Vorauszahlungen. Im Kanton Zürich sind es 0,25 Prozent für vorzeitig bezahlte Staats- und Gemeindesteuern. Der Kanton Thurgau zahlt beispielsweise 0,2 Prozent, der Kanton Bern gar nichts.

Teure Flüchtigkeitsfehler mit Hilfsprogrammen vermeiden

Positiv ist, dass alle Kantone das elektronische Ausfüllen der Formulare am Computer oder online im Internet-Browser ermöglichen. In den Kantonen Schwyz und Zürich kann man bereits seit letztem Jahr alle Belege auch nur elektronisch einreichen. Mit der Steuererklärung 2021 ist dies nun auch im Kanton Aargau möglich. Voll digitale Lösungen bieten zum Beispiel auch die Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Solothurn, St. Gallen und Zug.

Elektronische Helfer haben Vorteile: So werden viele Abzüge wie Kinder-, Familien- und Doppelverdiener-Abzüge automatisch generiert. Ausserdem sind Additionsfehler bei den elektronischen Lösungen ausgeschlossen. Doch gegen Flüchtigkeitsfehler und Vergesslichkeit helfen auch die Computerprogramme nicht.

Gut, wenn man sich dann zumindest auf die Steuerbeamten aus Fleisch und Blut verlassen kann. Gemäss Roland Teuscher, Leiter Kommunikation beim kantonalen Steueramt Aargau, werden zumindest «Flüchtigkeitsfehler» beim Ausfüllen amtlich berichtigt. «Bei der Berechnung der Berufskosten gibt es viele Personen, die statt 220 Arbeitstage pro Jahr nur 5 Arbeitstage deklarieren, da sie von einer Woche ausgehen.» Dieser Fehler werde «selbstverständlich durch die Steuerbehörde zugunsten der Steuerpflichtigen korrigiert».

Falsche Annahmen entdeckt die Software nicht

Das korrekte Ausfüllen der Steuererklärung bleibt trotz digitalen Helfern und hilfsbereiten Steuerbeamten eine Kunst, die nicht alle beherrschen. Ein Beispiel: Ein Ehepaar ist in der Vergangenheit zweimal vorzeitig aus einer Festhypothek ausgestiegen und hat die Bank gewechselt. Die an die Bank bezahlte Vorfälligkeitsentschädigung hat das Ehepaar in der Steuererklärung jeweils abgezogen.

Das Bundesgericht entschied aber im Jahr 2019: Wer die Festhypothek vorzeitig kündigt und die Bank wechselt, kann die Vorfälligkeitsentschädigung nicht von den Steuern abziehen. Das gilt laut den Bundesrichtern auch bei der vorzeitigen Kündigung wegen eines Liegenschaftsverkaufs. Abziehen darf die Entschädigung nur, wer die Hypothek vorzeitig auflöst und bei derselben Bank eine neue Hypothek abschliesst.

Gelegentlich gilt es aber nicht nur Abzüge geltend zu machen, sondern bereits bezahlte Steuern vom Fiskus zurückzufordern. Steuerpflichtige, die beispielsweise für selbst bewohntes Wohneigentum vorbezogene Pensionskassengelder wieder in die Pensionskasse zurückführen, können vom Steueramt verlangen, dass die beim Vorbezug oder bei der Pfandverwertung für den entsprechenden Betrag bezahlten Steuern zurückerstattet werden.

Die teuersten Fehler

Doch was sind die teuersten Fehler beim Ausfüllen der Steuererklärung? Roland Teuscher sagt: «Die teuersten Fehler entstehen durch Nichtdeklaration von Einkommens- und Vermögensfaktoren oder die unwahre Deklaration von Abzügen, sprich durch Steuerhinterziehung und daraus resultierende Nach- und Strafsteuerverfahren.»

Tanja Bertholet, Verantwortliche externe Kommunikation bei der Finanzdirektion des Kantons Bern, sagt: «Teuer wird es dann, wenn hohe abzugsfähige, effektiv angefallene Kosten nicht deklariert werden. Diese Abzüge werden von uns nicht von Amtes wegen gewährt, bei fehlender Deklaration wissen wir gar nichts von diesen Kosten. Als Beispiel seien etwa Drittbetreuungskosten für Kinder genannt.» Auch Sozialabzüge für erwachsene Kinder in Ausbildung gehen oft vergessen.

Ein weiterer «teurer» Fehler kann auch eine nicht vollständig ausgefüllte Steuererklärung sein. Bei Feststellung durch die Steuerverwaltung führt dies zu einem teuren «Nach- und Strafsteuerverfahren». Was gemäss Steuerexperten oft auch vorkommt, ist ein fehlender Beleg für die Säule-3a-Einzahlung.

Wohneigentümer sollten zudem Unterhaltskosten bei Liegenschaften nicht vergessen. Steuerpflichtige dürfen jedes Jahr und für jede Liegenschaft zwischen Pauschale und effektiven Kosten wählen. Abziehen darf man werterhaltende Investitionen in Immobilien. Eine Ausnahme sind Investitionen mit dem Ziel, Energie zu sparen oder die Umwelt zu schützen.

Kaum noch Corona-Erleichterungen im Jahr 2021

Zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020 wurden in verschiedenen Kantonen Sofortmassnahmen getroffen. So wurde beispielsweise von Steuerbehörden die Einreichefrist verlängert und der Verzugszins ausgesetzt. Doch wie sieht es bei der Steuererklärung 2021 aus? In den meisten Kantonen gibt es keine Sonderregelungen mehr – oder nur mehr wenige, welche die Berufsauslagen betreffen.

Im Kanton Zürich haben die Corona-Massnahmen keine besonderen steuerlichen Auswirkungen. Insbesondere können Berufsauslagen so geltend gemacht werden, als hätte es keine Pandemie mit Home-Office-Pflicht gegeben. Auch im Kanton Thurgau hat die Corona-Krise «grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Steuererklärung 2021».

Tipps zum Ausfüllen der Steuererklärung
  • Eine detaillierte Übersicht über Abzugsmöglichkeiten findet sich unter anderem im sogenannten ESTV-Steuermäppchen oder in Informationen der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK).

  • Vor dem Ausfüllen der Steuererklärung gilt es die offizielle Wegleitung zu lesen. Darin werden auch die steuerlich zulässigen Abzüge aufgeführt.

  • Hilft vor bösen Überraschungen: Beim Eidgenössischen Finanzdepartement lässt sich die für das betreffende Steuerjahr fällige Einkommenssteuer für natürliche Personen unverbindlich im Voraus berechnen (siehe: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/die-estv/steuerstatistiken-estv/steuerrechner.html).

  • Eine gute Vorbereitung erleichtert und beschleunigt das Ausfüllen der Steuererklärung. Es ist ratsam, folgende Unterlagen zu sammeln und bereitzuhalten:

– Lohnausweis

– Kontoauszüge von Bank oder Post

– Belege zu den Wertschriften

– Belege für Beiträge an die Säule 3a (freiwillige Vorsorge)

– Belege für besondere Einzahlungen in die zweite Säule (Pensionskasse/BVG; die ordentlichen Beiträge sind auf dem Lohnausweis ausgewiesen)

– Zusammenzug der Krankheitskosten

– Zusammenstellung der Berufskosten

– Belege zu Weiterbildungen

– Spendenbelege

– Für Wohneigentümer: alle Unterlagen zu Liegenschaftssteuer, Schuldzinsen, Rechnungen für Unterhalts- und Renovationsarbeiten, Betriebs- und Verwaltungskosten usw.

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So senken Sie Ihre Fixkosten um Tausende Franken pro Jahr

Fixkosten senken

Auch in der Schweiz steigt die Inflation. Gegen hohe Preise kann man ankämpfen, indem man Fixkosten bei Telekom-Abos, Geldanlagen, Krankenkassen und Versicherungen reduziert.

Bernhard Bircher-Suits
31.01.2022, 05.30 Uhr

Der Schweizer Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst die Teuerung der Konsumgüter in der Schweiz. Im Jahr 2021 legte die Teuerung um 0,6 Prozent zu. Zum Vergleich: 2020 gab es noch eine Minus-Teuerung von 0,7 Prozent.

Die Inflation in der Schweiz dürfte dieses Jahr gemäss der Dezember-Prognose des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) aufgrund gestiegener Preise für Energieträger und Vorleistungsgüter moderat auf 1,1 Prozent im Jahresdurchschnitt steigen. Heute können 0,8 bis 0,9 Prozentpunkte der Inflationsrate – und somit der grösste Teil – durch die höheren Erdölpreise erklärt werden.

CO2-Abgabe verteuert Heizöl und Gas im Jahr 2022

Bei den Lebensmitteln wurden zum Beispiel Brotwaren zwischen 10 und 15 Prozent teurer sowie sämtliche Produkte, die mit Weizen hergestellt werden. Aber auch im Non-Food-Bereich sind gewisse Produkte teurer geworden, so zum Beispiel Konstruktionsholz.

Beim Heizen drohen dieses Jahr weitere Mehrkosten: Seit Anfang 2022 kostet die CO2-Abgabe neu 120 statt 96 Franken pro Tonne CO2. Diesen Zuschlag und die gestiegenen Brennstoff- und Strompreise spüren viele Menschen und Unternehmen in der Schweiz direkt im Portemonnaie. Immerhin fliessen zwei Drittel der CO2-Abgabe zurück an die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Solchen Mehrkosten kann man auf die Schnelle nur schlecht entgehen. Vermeintliche Budget-Fixkosten lassen sich aber oft einfach senken – und zwar ohne Komforteinbussen. Das «Anti-Teuerungs-Rezept»: Kenntnisse über Steuerabzüge, die Bereitschaft zum Wechsel von Banken, Telekom-Anbietern, Versicherungen und etwas Zeit, um Angebote zu vergleichen und Kündigungsbriefe zu versenden.

Bankspesen: Smartphone-Lösungen bieten tiefe Gebühren

Beim Zahlungsverkehr und Sparen sind die Höhe der Spesen, der Kontozins, allfällige Negativzinsen sowie Rückzugsbeschränkungen wichtig. Die Vergleichsplattform Moneyland.ch ermöglicht Privaten einen individuellen Kostenvergleich.

Ein Beispiel: Ein Erwachsener mit Wohnsitz Zürich und Jahrgang 1962 hat im Schnitt 6000 Franken auf dem Privatkonto. Er nutzt nur E-Banking und hat eine Debit-Karte. Er nutzt seine Bankkarte ab und zu im In- und Ausland. Der Vergleich von 14 Anbietern von Privatkonten zeigt: Der Zürcher zahlt bei der teuersten Bank im Vergleich – der Grossbank UBS – im Jahr 261.90 Franken. Mit der Smartphone-Lösung von Neon, dem Angebot «Neon free», hingegen würden dieselben Kontoaktivitäten 24 Franken im Jahr betragen. Das Sparpotenzial: rund 238 Franken.

Als Neon-Bankpartner fungiert die Schweizer Hypothekarbank Lenzburg. Der Vorteil von «Neon free» wie auch den ähnlichen Smartphone-Apps Zak (Bank Cler) oder CSX (Credit Suisse) sind die fehlenden oder sehr tiefen Kontoführungsgebühren. Aber aufgepasst: Bei solchen Smartphone-Bankkonten gehen vor allem Bargeldbezüge an fremden Bancomaten rasch ins Geld. So kostet bei Zak ein Bargeldbezug an fremden Geldautomaten in der Schweiz 2 Franken, im Ausland 5 Franken.

Tipp: Grundsätzlich lassen sich mit Smartphone-Banking-Lösungen, aber auch bei konventionellen Banken viele Transaktionskosten und Gebühren sparen, wenn man auf Bargeldbezüge an Fremd-Bancomaten verzichtet, keine Telefon- und Schaltergeschäfte tätigt und vor allem auf das papierlose E-Banking setzt.

Währungswechsel: 5000 Franken nach Berlin senden und 257 Euro sparen

In der derzeitigen Tiefpreis-Phase des Euro kann es interessant sein, harte Franken auf Vorrat in Euro zu wechseln und das Geld auf einem Schweizer Euro-Konto für Studien- oder Ferienaufenthalte zu deponieren. Der Haken dabei: Beim Geldwechsel verdienen Banken mit einem versteckten Aufschlag auf den sogenannten Interbankenkurs viel Geld für eine digitale Transaktion.

Das Schweizer Vergleichsportal Monito.com macht die versteckten Aufschläge für viele Währungen transparent. Ein Beispiel zeigt das Einsparpotenzial eindrücklich: Eine Mutter will ihrer Tochter 5000 Franken für das Studium in Berlin überweisen. Nutzt die Mutter die Migros-Bank für ihre Überweisung nach Deutschland, erhält die Tochter netto 4535 Euro auf ihrem Euro-Konto in Berlin gutgeschrieben.

Bei den Online-Anbietern Currencyfair oder Wise wären es aber 4791 beziehungsweise 4792 Euro. Mit diesen Geldüberweisungs-Diensten erhält die Tochter somit 256 oder 257 Euro mehr ausbezahlt als über die Migros-Bank. Gut zu wissen: Die Plattform Monito empfiehlt ausschliesslich regulierte und sichere Unternehmen.

Tipp: Wer viel im Ausland weilt, sollte die Multi-Währungs-Karten der Online-Bank Swissquote und des Anbieters Wise (https://wise.com) prüfen. Wise bietet seine Debit-Karte für 8 Euro an. Eine rein digitale Visa-Karte von Wise lässt sich ohne Jahresgebühr dazubuchen.

Telekom-Abos: Bestandskunden müssen um Rabatte feilschen

Langjährige Kunden von Salt, Sunrise/UPC oder der Swisscom reiben sich immer mal wieder die Augen, wenn sie zeitlich limitierte Billigangebote «nur für Neukunden» erblicken. Meist kosten die Angebote die Hälfte oder weniger, als der treue Kunde Jahr für Jahr bezahlt.

Wer hochpreisige Abos nutzt und schon einige Jahre Kunde ist, kann mit einem Anruf beim Kundendienst auf solche Kampagnen verweisen und zumindest für eine befristete Zeit Einsparungen erzielen. Der Grund: Telekom-Firmen bezahlen treuen Kunden lieber Rabatte, anstatt sie an die Konkurrenz zu verlieren. Zudem ist die Akquise von Neukunden aufwendig und oft viel teurer. Dass Rabatte meist gewährt werden, belegen Kundenerfahrungen in Internetforen.

Tipp: Geld sparen lässt sich auch, wenn man Handy-Einzelabos von Familienmitgliedern bei verschiedenen Anbietern zu einem Anbieter zügelt und so von Mengenrabatten profitiert.

Internet-Abo: Ein günstiger Anbieter hilft Jahr für Jahr Hunderte Franken sparen

Aber auch mit einem Anbieterwechsel des Internet-Abonnements kann man rasch seine Fixkosten reduzieren. Ein Beispiel: Eine Stadtzürcherin zahlt beim Internetprovider iWay für den schnellstmöglichen Internetanschluss gemäss der Vergleichsplattform Moneyland für Glasfaser-Internet mit Tempo 1000 Mbit pro Sekunde 392 Franken im Jahr.

Zum Vergleich: Das Angebot Solnet Expert kommt mit demselben Tempo auf 967 Franken zu stehen. Das Sparpotenzial liegt folglich bei 575 Franken pro Jahr. Ähnliche Telekom-Abo-Vergleiche bieten auch Online-Plattformen wie Comparis.ch, Alao.ch oder Bonus.ch.

Krankenkasse: Prämienerhöhungen kann man umgehen

Der Krankenkassen-Dachverband Santésuisse warnte Ende Januar 2022 vor weiteren Prämienerhöhungen wegen gestiegener Kosten bei der Grundversicherung. Doch steigende Krankenkassen-Prämien sind nicht in Stein gemeisselt. Der Leistungsumfang in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist bei allen Krankenversicherern gleich. Mit einem Wechsel der Grundversicherung zu einer günstigeren Kasse kann man mit wenig Aufwand viel Geld sparen. Das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) kostenlos zur Verfügung gestellte Vergleichsportal Priminfo.ch erlaubt einen raschen Prämienvergleich mit ein paar Mausklicks.

Ein Beispiel zeigt das Sparpotenzial: Eine Einzelperson mit Jahrgang 1980 zahlt bei der SLKK-Versicherung, der ehemaligen Schweizer Lehrerkrankenkasse, im Jahr 5343 Franken Prämien bei einer Franchise von 300 Franken. Bei Vivacare wären es 6900 Franken für dieselben gesetzlich geregelten Leistungen. Die Einsparung liegt folglich bei rund 1560 Franken im Jahr. Wer zudem zu einem günstigeren Hausarztmodell wechselt und die Franchise erhöht, kann zusätzliche Einsparungen erzielen. Versicherte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen können zudem eine Prämienverbilligung beantragen. Für die Überprüfung des Anspruchs auf Verbilligung der Grundversicherungsprämie sind kantonale Stellen zuständig (siehe: https://www.priminfo.admin.ch/de/verbilligung/kantonale-stellen).

Auch gut zu wissen: Angestellte sind in der Schweiz obligatorisch gegen die finanziellen Folgen von Berufs- und Freizeitunfällen versichert –vorausgesetzt, sie arbeiten mindestens 8 Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber. In diesem Fall können Sie auf die zusätzliche Unfalldeckung in der Krankenkasse verzichten.

Tipp: Ein Versicherungswechsel in der obligatorischen Grundversicherung ist per 1. Juli 2022 in bestimmten Fällen möglich. Wer über eine Grundversicherung mit einer ordentlichen Franchise (Erwachsene 300 Franken, Kinder 0 Franken pro Kalenderjahr) und freier Wahl des Leistungserbringers verfügt, kann seine Krankenversicherung auf den 30. Juni unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist kündigen.

Weitere Versicherungen: Prämien online vergleichen

Die grössten finanziellen Risiken neben Krankheit sind Unfall sowie Todesfall und Erwerbsausfall-Risiko. Auch die Risiken Haftpflichtzahlungen und zerstörter Hausrat sollten über eine Versicherung abgedeckt werden. Prämienvergleiche für die erwähnten Risiken bieten Online-Plattformen wie Bonus.ch, Comparis.ch oder Moneyland.ch.

Umzug zu Online-Broker prüfen

Internet-Börsenhändler sind für Kleinanleger deutlich günstiger als Universalbanken. Ein Beispiel: Gemäss Moneyland.ch zahlt ein Online-Gelegenheitstrader bei der FlowBank im Jahr rund 345 Franken. Die FlowBank ist eine Schweizer Online-Bank mit Sitz in Genf. Bei der UBS wären es rund 1800 Franken. Die ebenfalls teure Credit Suisse rangiert direkt hinter der UBS mit Kosten von 1679 Franken für dieselben Wertschriften-Transaktionen.

Tipp: Beachten Sie allfällige «Zügelkosten», wenn Sie ihr Wertschriftendepot zu einem günstigeren Anbieter wechseln wollen. Klären Sie mit dem neuen Anbieter, ob er allfällige Transferkosten übernimmt. Die Schweizer FlowBank übernimmt zum Beispiel die Transferkosten von Aktien bis zu einem Betrag von 750 Franken.

Lesen Sie den Originalartikel vom 31.01.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF.

 

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Spendenabzüge in der Steuererklärung: Darauf sollten Sie achten

Um die Weihnachtszeit spenden Schweizer Haushalte besonders gerne an Stiftungen und Vereine. Schenkungen können unter Umständen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Doch längst nicht jede Spende mildert die Steuerlast.

Bernhard Bircher-Suits, Felix Ertle
22.12.2021, 05.30 Uhr

Das Spendenaufkommen für Schweizer Hilfswerke war gemäss der Schweizer Stiftung Zewo im Jahr 2020 mit 2,05 Milliarden Franken höher denn je. In Bezug auf die Spenden an zertifizierte Hilfswerke machten die Spenden aus privaten Haushalten mehr als die Hälfte dieser Summe aus. Der Rest kam von Firmen (8 Prozent), gemeinnützigen Organisationen, Kirchen, der Glückskette (20 Prozent) und Erbschaften (16 Prozent). Die Schweizer Bevölkerung kompensierte laut Zewo mit dieser «grossen Solidarität» Einnahmeausfälle, die den Hilfswerken aufgrund der Pandemie entstanden sind.

Die gute Nachricht für Steuerzahler: Der Staat fördert indirekt die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen mit Steuerreduktionen. Private Haushalte und Firmen dürfen Spenden in ihrer Steuererklärung in Abzug bringen. Aber längst nicht alle Spenden werden von den Behörden als abzugsfähige Zuwendungen akzeptiert. Worauf müssen Gönnerinnen und Gönner achten, um ihre Spenden erfolgreich von der Steuer abzuziehen?

Welche Spenden sind von der Steuer absetzbar?

Die Steuerfachleute René Matteotti und Natalie Dini von der Tax Partner AG in Zürich bringen es mit einer Faustregel auf den Punkt: «Freiwillige Leistungen von Geld und übrigen Vermögenswerten an juristische Personen mit Sitz in der Schweiz, die im Hinblick auf ihre öffentlichen oder gemeinnützigen Zwecke steuerbefreit sind, gelten als abzugsfähig.» Die Rechtsgrundlage dafür findet sich im Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer.

Das Gesetz umfasst juristische Personen wie Stiftungen und Vereine, die aufgrund ihrer gemeinnützigen Tätigkeiten von der Steuer befreit sind. Die Steuergesetze sehen aber Abzüge für Mitgliederbeiträge und Zuwendungen an politische Parteien vor, obwohl diese nicht gemeinnützig tätig sind. Viele andere Institutionen fallen jedoch aus dem Raster – Spenden an sie sind nicht abzugsfähig. Wie also trennt man die Spreu vom Weizen?

Über 6000 Institutionen in Zürich sind steuerbefreit

Gemäss Martina Ziegerer, Geschäftsleiterin der Schweizer Stiftung Zewo, sind alle Organisationen von der Steuer befreit, die ein Zewo-Gütesiegel haben. Die Zewo überprüfe Hilfswerke auf ihre Rechtschaffenheit und die Einhaltung von ethischen sowie finanziellen Standards. Bei Einhaltung der Bedingungen erhielten sie das Gütesiegel. Gegenwärtig seien schweizweit 498 gemeinnützige Organisationen Zewo-zertifiziert. Das umschliesse die meisten grossen Hilfswerke wie das Schweizerische Rote Kreuz, Pro Infirmis oder die Caritas. Ob ein Hilfswerk Zewo-zertifiziert ist, findet man heraus, indem man dessen Namen auf https://zewo.ch/de/fuer-spendende eintippt. Oft steht das Siegel auch auf der Website des entsprechenden Hilfswerks sowie auf den Spendenbriefen und dem Einzahlungsschein.

Doch Vorsicht: Nicht jede Zahlung an ein Hilfswerk ist eine Spende. «Das gilt zum Beispiel für Mitgliederbeiträge. Sie werden von den Steuerbehörden nicht als Spenden akzeptiert, denn die Statuten der Nonprofitorganisation (NPO) verpflichten die Mitglieder zur jährlichen Zahlung der Mitgliedsbeiträge. Die NPO hat also einen Anspruch darauf», sagt Ziegerer.

Zewo-zertifizierte Organisationen machen schweizweit nur einen kleinen Anteil an den steuerbefreiten Institutionen aus. Allein im Kanton Zürich gibt es rund 6000 steuerbefreite Institutionen aufgrund ihrer Ausübung von öffentlichen oder gemeinnützigen Zwecken. Gemäss dem Pressesprecher der Finanzdirektion im Kanton Zürich, Reto Flury, befindet sich auf der Website des Kantons Zürich eine laufend aktualisierte Liste mit den hiesigen steuerbefreiten Institutionen.

NZZ-Recherchen zeigen, dass viele Schweizer Kantone solche Listen führen. Dort kann man unkompliziert überprüfen, ob die Spenden an die Wunschinstitutionen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können.

Spenden an religiöse Gemeinschaften nur bedingt abzugsfähig

Neben Institutionen mit gemeinnützigen und öffentlichen Zwecken, etwa Hilfswerken und Parteien, gibt es auch Institutionen mit Kultuszwecken, wie religiöse Glaubensgemeinschaften. Sie pflegen oder fördern gemeinsame Glaubensbekenntnisse. Ziegerer stellt klar: «Spenden an Organisationen, die einen reinen Kultuszweck verfolgen, können nicht in Abzug gebracht werden.»

Verfolge die Organisation sowohl gemeinnützige als auch Kultuszwecke, müsse die Spende nachweislich für den gemeinnützigen Zweck geleistet worden sein, um von der Steuer abgezogen zu werden. Dafür sei es sinnvoll, sich vor der Spende bei der betreffenden Institution über den Zweck des jeweiligen Spendenprojekts zu informieren. In jedem Fall sollten Spendende den für einen steuerlichen Abzug erforderlichen Minimalbetrag und die Abzugsgrenze beachten. Was in welchem Kanton gegenwärtig gilt, findet man hier: https://zewo.ch/de/spenden-von-der-steuer-abziehen/.

Sonderfall Parteispenden: 20 000 Franken Maximalabzug in Zürich

Gemäss dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG) und den meisten kantonalen Gesetzen sind bis zu 20 Prozent des Reineinkommens für private Personen und 20 Prozent des Reingewinns für Unternehmen steuerlich abzugsfähig. Ein Beispiel: Bei einem Reineinkommen von 100 000 Franken sind Abzüge bis zu maximal 20 000 Franken erlaubt.

Bei Parteispenden sieht die Sache jedoch anders aus. «Mitgliederbeiträge und Zuwendungen an im Gesetz definierte politische Parteien sind bis zu einem gewissen Gesamtbetrag abzugsfähig, unabhängig von der Höhe des Einkommens», sagen Matteotti und Dini.

Die Gesamtsumme betrage bei der direkten Bundessteuer, die für alle Kantone gelte, 10 100 Franken – sowohl für verheiratete Spendende als auch für alle übrigen Steuerpflichtigen. Im Kanton Zürich betrage der Maximalabzug sogar 20 000 Franken für in ungetrennter Ehe lebende Ehegatten und 10 000 Franken für die übrigen Steuerpflichtigen.

Geld- und Sachspenden sind abziehbar, Zeitspenden und Bitcoin nicht

Gut zu wissen: Nicht nur Geldspenden sind steuerlich absetzbar. Seit der Gesetzesänderung vom November 2007 zählen auch «Naturalspenden wie Kleider oder Grundstücke» dazu. Bei der Erbringung von Sachspenden könnten jedoch Schwierigkeiten bei ihrer Bewertung entstehen: «Massgebend hierfür ist der objektive Marktwert, auch Verkehrswert genannt. Anhaltspunkte liefern beispielsweise Kaufquittungen oder Verkehrswertgutachten. Diese sollten deshalb immer aufgehoben werden», sagen die beiden Steuerexperten. Nicht abziehbar sei der Gegenwert für freiwillig erbrachte Arbeit. Das gelte beispielsweise für Ehrenämter sowie Freiwilligeneinsätze.

Einen Sonderfall stellen Bitcoin- und andere Kryptowährungs-Spenden dar. Bekannte Hilfswerke wie SOS Kinderdorf Schweiz oder Amnesty International Schweiz stellen für Krypto-Spenden keine Spendenbestätigung aus. Sie verweisen darauf, dass Spenden in Form von Kryptowährungen in der Schweiz nicht steuerlich absetzbar sind. Gemäss den beiden Steuerfachleuten sind Spenden in Bitcoin und anderen Kryptowährungen jedoch als Sachspenden zu betrachten. Die restriktive Praxis sei daher zweifelhaft. Einzuräumen sei allerdings, dass die Bewertung von Kryptowährungen schwierig sei, da sie sehr volatil seien.

Das digitale Spendenzeitalter? Kein Problem für die Hilfswerke

Hilfswerke erhalten mit Abstand am meisten Spenden über klassische Einzahlungsscheine. Gemäss Zewo-Spendenstatistik sind Beiträge über digitale Zahlungskanäle oder via Internet im Corona-Jahr 2020 jedoch deutlich gewachsen. Demnach haben die Zewo-Werke mehr als doppelt so viele Spenden über die eigene Website erhalten als im Jahr davor. Über Twint und andere Bezahl-Apps waren es beinahe viermal so viel wie vor Corona. Die Spendenstatistik spricht vom «Aufbruch in ein digitales Spendenzeitalter».

Laut Ziegerer können Gönnerinnen und Gönner, was den steuerlichen Abzug anbelangt, sorgenfrei über die neuen digitalen Kanäle spenden: «Die Spendenbestätigung erhalten Sie unabhängig davon, über welchen Zahlungskanal Sie Ihre Spende an das Hilfswerk überweisen. Das Hilfswerk muss jedoch über Ihre Kontaktdaten verfügen, um Ihnen eine Spendenbestätigung zustellen zu können. Das ist bei SMS-Spenden nicht unbedingt der Fall. Dann müssen Sie die Abzüge gegenüber den Steuerbehörden auf andere Art nachweisen können.»

Spendenbelege der Steuererklärung beilegen

Abzugsfähige Spenden sind in der Steuererklärung über die Aufstellung der gemeinnützigen Zuwendungen einzureichen, wie in der Wegleitung zur Steuererklärung unter der Ziffer 22.2 ausgeführt wird. Gerade bei grösseren Spenden ergibt es Sinn, wenn man die ausgestellten Nachweise zusammen mit der Steuererklärung einreicht. «Das minimiert die Rückfragen des Steueramts», sagt Flury.

Diese Spendenbelege werden von den beschenkten Institutionen Mitte Januar in Papierform an ihre Gönnerinnen und Gönner verschickt. Mit Adresse und Namen der unterstützenden Person sowie der Summe der Spenden im vergangenen Kalenderjahr enthalten die Schenkenden alle nötigen Informationen zum Beantragen von Steuervergünstigungen.

Spendentipps

Die Zahl der beschenkten Institutionen beschränken: Verteilen Sie das Spendenbudget auf wenige ausgewählte, Ihnen wichtige Institutionen. So reduziert sich auch die Post in Ihrem Briefkasten.

Auf der Website des Kantons nachschauen: Die meisten Kantone führen stetig aktualisierte Listen mit steuerbefreiten Institutionen.

Hilfswerke mit Zewo-Gütesiegel sind steuerbefreit: Das Zewo-Gütesiegel ist ein Garant für die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden, insofern es sich bei den Spenden um Geldspenden (keine Krypto-Spenden) und Naturalspenden handelt. Hier finden Sie alle Hilfswerke, die von der Zewo zertifiziert sind: https://zewo.ch/de/fuer-spendende/.

Zweckstatus überprüfen:
Bei Institutionen mit Kultuszwecken muss die Gemeinnützigkeit für das betreffende Spendenprojekt sichergestellt sein. Fragen Sie dazu am besten direkt bei der Institution nach.

Auslandspenden vermeiden: Steuerbefreite Institutionen müssen ihren Sitz in der Schweiz haben. Spenden an gemeinnützige Organisationen im Ausland werden vom Schweizer Steueramt nicht akzeptiert. Zudem könnte für Auslandspenden eine Schenkungssteuerpflicht anfallen.


Lesen Sie den Originalartikel vom 22.12.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF.

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Immobilienverwaltung: Das können die digitalen Helfer

Eine Immobilienverwaltung durch Dritte kostet zwischen 4 und 5 Prozent der Mieteinnahmen pro Jahr. Wer sich selbst um seine Miethäuser oder -wohnungen kümmert, spart Geld – zum Beispiel mithilfe einer Immobilienverwaltungs-Software. Bei drei Online-Lösungen zeigen sich Unterschiede.

Bernhard Bircher-Suits
11.01.2022, 05.30 Uhr

Die Nachfrage nach Renditeliegenschaften ist weiterhin grösser als das Angebot. Die Preise von Renditeobjekten haben trotz Corona-Krise Höchststände erreicht, wie eine Studie der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner zeigt. Zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 wurde bei Wohnliegenschaften ein Anstieg der Transaktionspreise von 4,7 Prozent registriert. Bei den Geschäftsliegenschaften ist die Zahlungsbereitschaft mit 0,5 Prozent deutlich schwächer gestiegen.

Wohneigentum wie auch vermietete Liegenschaften sind somit trotz anhaltender Corona-Krise heiss begehrt und liefern den Eigentümern bei einer Vermietung attraktive Renditen. Davon profitieren in der Schweiz nicht nur Pensionskassen, Versicherungen und Banken sowie grosse Immobilienunternehmen, sondern auch Privatpersonen. Insgesamt gehörten im Jahr 2019 rund die Hälfte aller Mietwohnungen in der Schweiz Privaten. Das zeigt eine Studie von Raiffeisen Schweiz.

Viele private Immobilieneigentümer lassen ihre Objekte von professionellen Hausverwaltern verwalten. Am besten lässt sich eine faire Verwalterin bzw. ein fairer Verwalter über Verbände wie Casafair oder den Hauseigentümerverband (HEV) bzw. Empfehlungen anderer Wohneigentümer finden.

Externe Verwaltung verursacht Kosten

Doch eine externe Verwaltung hat ihren Preis: Gemäss dem Schweizer Vergleichsportal Gryps.ch kostet die Verwaltung einer Mietliegenschaft zwischen 4 und 5 Prozent des Brutto- oder Nettomietzinses pro Jahr. Damit sind in der Regel Liegenschaftsabrechnung, Buchhaltungskosten und administrative Bewirtschaftung abgedeckt. Zusätzliche Kosten verursacht meist nur ein ausserordentlicher Aufwand der Verwaltung – beispielsweise ein grösserer Umbau. Die Verwaltungskosten variieren je nach Umfang der Aufgaben, Region und Anzahl zu verwaltender Objekte.

Wer solche Ausgaben sparen und die Verwaltung lieber in die eigene Hand nehmen möchte, muss sich mit Buchhaltung, Nebenkostenabrechnungen, Mietrecht, Steuern und den Mietparteien selbst herumschlagen. Das kostet Zeit, Geld und vor allem Nerven. Eine clevere Hausverwaltungssoftware kann helfen, den Überblick zu behalten und die Administration zu vereinfachen.

Eine Verwaltungssoftware sollte für Private bezahlbar, einfach zu bedienen und übersichtlich sein. Eine der wichtigsten Aufgaben der Hausverwaltung ist die Nebenkostenabrechnung. Sie ist in einer Verwaltungssoftware ein Muss. Damit können Heizkosten, Kalt- und Warmwasser, Strom und weitere Nebenkosten wie Hauswart, Kehricht und so weiter anteilsmässig abgerechnet werden. Weitere wichtige Funktionen sind die Wohnungs- bzw. Liegenschaftsverwaltung und das Bereitstellen von Dokumenten wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag.

Clevere Programme bieten auch Inventarlisten und Vermerke, wann eine Wohnung renoviert wurde und mit welchen Geräten. Software der neuesten Generation bietet auch elektronische Schnittstellen zu Banken bzw. zum Mietzinskonto an. Dies vereinfacht die Mietzinseingangskontrolle und die Buchhaltung.

Drei Programme auf dem Prüfstand

Die NZZ hat folgende Online-Programme für unter 600 Franken pro Jahr unter die Lupe genommen: Fairwalter, Immoshome und Limmobi. Diese Programme zielen auch auf Private, die kleinere Mietobjekte verwalten. Sie lassen sich bequem über einen Internet-Browser weltweit nutzen. Geprüft wurden Leistungsumfang, Benutzerführung und die Kompatibilität mit Office-Programmen.

Man muss also auf dem Computer kein Programm lokal installieren, sondern meldet sich mit Benutzername und Passwort online an und kann loslegen. Was heikel sein kann: Erfasste Daten werden extern in einer Cloud (Datenwolke) des Anbieters gespeichert. Wie gut die Daten dort geschützt sind, ist nicht nachprüfbar. Allgemein empfiehlt es sich, zuerst die kostenlosen Demoversionen der Hausverwaltungsprogramme auszuprobieren.

Die Resultate des Vergleichs:

Hausverwaltung Limmobi

Die Online-Lösung Limmobi in Deutsch und Englisch enthält Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, Mahnwesen, Debitoren- und Kreditoren-Buchhaltung sowie eine umfassende Vorlagenbibliothek mit nützlichen Verträgen und Briefen – wie zum Beispiel einem Übergabeprotokoll oder einem Mietvertrag. Künstliche Intelligenz hilft dem Anwender bei der automatischen Erfassung und Bearbeitung von Rechnungen.

Praktisch: Die Software bietet eine direkte Anbindung an die zehn «wichtigsten Schweizer Banken». Dazu zählt Limmobi die Postfinance, Raiffeisen, die UBS, die ZKB und weitere Banken. Diese Bankenanbindung erlaubt eine automatische Zahlungseingangskontrolle – zum Beispiel für die Mietzinsen. Gemäss dem Limmobi-Geschäftsführer und Inhaber Alexander Karg wird die Software mittlerweile von 300 Nutzern eingesetzt.

Positiv: Die Menus sind einfach verständlich und die Eingabemasken übersichtlich. Der Online-Abgleich des Bankkontos mit der Buchhaltung erlaubt eine laufende Kontrolle und stellt sicher, dass die Buchhaltung immer auf dem neusten Stand ist.

Negativ: Einzelne Texte sind in Englisch gehalten, Hilfstexte fehlen meist. Noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Limmobi ist eine günstige und einfache Lösung mit nützlichen Funktionen. Die Dokumente sind mit Office-Programmen kompatibel. Das Programm bietet alle für private Verwalter wichtigen Funktionen und vieles mehr ab monatlich 9 Franken für bis zu zwei Objekte pro Anwender.

Hausverwaltung Fairwalter

Das Programm Fairwalter enthält unter anderem die zentralen Funktionen wie Nebenkostenabrechnung, einfache Buchhaltung, Mieterspiegel und Dokumentvorlagen. Die Software wird gemäss dem Geschäftsführer Max Wirz mittlerweile von mehr als 150 Kunden eingesetzt. Bei der Eingabe der Eckdaten der Immobilie kann man bequem über eine Suchfunktion die Eidgenössische Gebäude-Identifikationsnummer (Egid) anklicken. Die Egid ist eine national zugewiesene Identifikationsnummer für sämtliche Gebäude in der Schweiz.

Positiv: Der Link zur externen Egid-Datenbank funktioniert, die Daten wie Adresse und Eigentümerschaft der Testimmobilie wurden automatisch in die Eingabemaske übernommen. Das Programm fragt Eckdaten zu Mietern und Wohnobjekten Schritt für Schritt ab und liefert damit bei Bedarf auch automatisch individualisierte Briefe und Verträge. Im Rahmen der Registrierung erhält man zudem direkt ein Video-Tutorial. Fairwalter setzt gemäss eigenen Angaben auf von Microsoft in der Schweiz betriebene Server. Die Daten werden mehrmals täglich auf gespiegelten Servern gespeichert. Die Dienstleisterliste und die Schäden-Verwaltungslösung sind praktisch, zudem hat die Anwendung viele praktische Hilfe-Videos. Im Vergleich zu Limmobi punktet Fairwalter mit mehr Erklärungen, besserer Benutzerführung und modernerem Design.

Negativ: Der Bankenabgleich befindet sich noch in der Beta-Phase. Es gibt noch keine Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei der Software-Anmeldung.

Fazit: Fairwalter von der gleichnamigen, im November 2017 gegründeten Fairwalter AG mit elf Mitarbeitenden ist eine umfassende und mittlerweile sehr intuitiv bedienbare Lösung. Die Dokumente, etwa ein Mietvertrag, sind nahtlos in Office-Programme integrierbar. Das Programm bietet alle für private Verwalter nötigen Funktionen und mehr ab monatlich 25 Franken (Abo «Landlord»). Telefon, persönlicher Chat oder E-Mail-Support sind in diesem Abo-Preis aber nicht enthalten.

Hausverwaltung Immoshome

Mit mehr Übersichtlichkeit punktet das einfach gehaltene Immoshome. Es bietet ebenfalls alle zentralen Funktionen. Aber auch bei diesem Programm fehlen bei Menus Hilfsfunktionen und Erklärungen für Einsteiger sowie eine Dokumentenvorschau. Sinnvolle Zusatzmodule wie eine Inkassokontrolle kosten 149 Franken Zuschlag.

Fazit: Immoshome ist sichtlich in die Jahre gekommen: Die Hausverwaltungssoftware genügt nur bedingt heutigen Ansprüchen an Programmgestaltung und Benutzerfreundlichkeit. Ohne das Benutzerhandbuch und eine vom Anbieter angebotene Programmschulung dürften Anwender ins Schlingern kommen.

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Hypotheken mit Zins- und Gebührenfallen

Wer eine Hypothek abschliessen will, sollte die Kreditzinsen bei mehreren Anbietern vergleichen und die Gebühren im Auge behalten. Auch wer seinen Kredit nur verlängert oder ganz auflöst, wird von vielen Finanzinstituten zur Kasse gebeten. Zudem enthalten die Hypothekarverträge auch versteckte Kosten.

Bernhard Bircher-Suits 18.01.2022, 05.30 Uhr

Der Zinsindex für selbstbewohnte Wohnimmobilien der Online-Plattform Hypotheke hat zum Jahresauftakt etwas zugelegt. Je nach Hypothekarmodell sind Zinsen von mehr als 50 Anbietern im Index enthalten. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Barometer gewisse Ausschläge gezeigt, wenn an den Finanzmärkten die Inflationssorgen gerade wieder besonders gross waren. Ende Jahr lag er aber schliesslich bei 1,06 Prozent nur leicht höher als Ende des Vorjahres (1,01 Prozent).

Die Erkenntnis aus der Analyse der Zinsentwicklung über ein Jahr: Wer trotz beunruhigenden Nachrichten über die Teuerung die Nerven behielt und eine günstige Geldmarkthypothek – auch Saron- bzw. früher Libor-Hypothek genannt – nicht Hals über Kopf in eine meist teurere Festhypothek umwandelte, profitierte von einem weiterhin sehr tiefen Geldmarktzins. Bei einer Geldmarkthypothek werden die Zinsen während der Laufzeit der Hypothek regelmässig angepasst, üblicherweise alle drei Monate. Der Hypothekarzinssatz setzt sich dabei aus einem Referenzzinssatz und einer Marge der Bank zusammen.

Wie bei Aktien gilt auch bei Hypotheken: Man darf sich nicht von kurzfristigen Entwicklungen verunsichern lassen und sollte gelegentlich einen kühlen Kopf bewahren. Viele Marktbeobachter erwarten zudem, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins bis Ende 2022 bei –0,75 Prozent belassen und damit auch keinen wesentlichen Anstieg der Hypothekarzinsen bewirken dürfte. Was auf der Plattform Hypotheke auch ersichtlich ist: Eine zehnjährige Festhypothek erhält ein Kreditnehmer im besten Fall bereits ab 0,77 Prozent Zins pro Jahr. Für einen Pauschalpreis von 119 Franken erhalten Kreditnehmer auf Hypotheke individuelle Offerten mit den auf ihre finanziellen Verhältnisse zugeschnittenen Zinssätzen.

Anbieter verlangen Vermittlungsprovisionen

Die konkurrenzierende Online-Plattform Moneypark verlangt für ihre Hypothekenvermittlungs-Dienste gemäss einem «K-Geld»-Artikel vom Dezember 0,1 Prozent der Kreditsumme pro Jahr Laufzeit. Moneypark lässt sich zusätzlich von den Hypothekarnehmern bezahlen. Bei einer Ersthypothek beträgt das Beratungshonorar 980 Franken, bei einer Anschlusslösung oder Aufstockung fallen 490 Franken an.

Laut K-Geld bezahlen Kreditgeber Vermittlungsfirmen wie Moneypark, Hypoplus und anderen Unternehmen für das Vermitteln einer Festhypothek mit einer Laufzeit von 10 Jahren in der Regel 0,95 Prozent der Hypothekarsumme. Bei einem Kredit von 1 Million Franken beträgt die an die Vermittler bezahlte Provision somit 9500 Franken. Bei Vermittlungsprovisionen gilt in der Branche die Regel: Je länger die Laufzeit einer Festhypothek, desto höher die Provision.

Geldmarkthypotheken auch 2022 attraktiv

Wohneigentümer können hohe Provisionen und auch viel preiswertere Pauschalen nur vermeiden, indem sie selber bei verschiedenen Hypotheken-Anbietern Offerten einholen und anschliessend den Preis aushandeln. Grundsätzlich gilt auch heute noch: Wer einen allfälligen Zinsanstieg während längerer Zeit problemlos finanziell verkraften kann, sollte zumindest zwei Drittel der Kreditsumme in Form einer immer noch sehr günstigen Geldmarkthypothek abschliessen.

Solche Kredite waren gemäss Analysen des Finanzdienstleisters VZ Vermögenszentrum in den letzten 20 Jahren praktisch immer die günstigste Form zur Hausfinanzierung. Beruhigend zu wissen: Steigen wider Erwarten die Zinsen auch in der Schweiz nachhaltig an, kann man die Geldmarkt-Kredittranche in der Regel immer noch bei seiner Bank in eine Festhypothek umwandeln. Allerdings diktiert in diesem Fall die Bank dann dem Kunden den Festhypotheken-Zins, sofern er gemäss Vertrag noch an die Bank gebunden ist.

Und noch ein Tipp für verunsicherte Kreditnehmer: Eine Festhypothek kann je nach Finanzinstitut bis zu zwei Jahre vor Laufzeitbeginn ohne Aufpreis abgeschlossen werden. Dies ermöglicht die vorzeitige Fixierung der Hypothek zu den derzeit gültigen Zinssätzen. Wer von steigenden Zinsen ausgeht, sollte die Bedingungen einer solchen «Forward»-Hypothek im Detail prüfen.

Neben Zinsdifferenzen auch Gebühren im Blick behalten

Der Zinssatz einer Hypothek ist für den Grossteil der Hypothekarkosten verantwortlich. Bereits kleinere Zinsdifferenzen zwischen den Anbietern können über die Jahre Tausende von Franken ausmachen. Ein Beispiel: Wer für einen Hauskauf einen Kredit von 1 Million Franken aufnimmt und bei Bank A einen Zins von 1,08 Prozent für eine zehnjährige Festhypothek zahlt, muss Jahr für Jahr 10 800 Franken Zinsen zahlen. Würde der Kreditnehmer seine Festhypothek bei der Bank B für 1 Prozent Zins pro Jahr abschliessen, wäre die Ersparnis über die gesamte Laufzeit von zehn Jahren betrachtet 8000 Franken.

Die Erkenntnis: Kreditnehmer sollten auf keinen Fall nur Offerten ihrer Hausbank einholen, sondern Offerten von mehreren Banken, Pensionskassen und Versicherungen vergleichen. Hypotheken unterscheiden sich aber nicht nur bezüglich ihrer Zinssätze. Massgebend sind auch die laut Vertrag geschuldeten Zusatzkosten.

Zu diesen Gebühren zählen nicht nur allgemeine Abgaben wie Handänderungssteuern oder Kosten für Grundbuch- und Betreibungsauszug. Viele Hypotheken-Anbieter erheben zusätzliche Hypotheken-Gebühren. Beim Neuabschluss verrechnen einige Banken nichts, diverse Banken 250 Franken oder wie im Fall UBS bis zu maximal 1000 Franken für eine Neuhypothek. Auch bereits die Prüfung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers kann in einzelnen Fällen mehrere hundert Franken kosten. Einige Banken erlassen indessen die Kosten für die Kreditwürdigkeitsprüfung, sofern man dann effektiv auch bei dieser Bank abschliesst. Wird das Gesuch abgelehnt, fallen aber die Gebühren trotzdem an.

Auch wer seiner Bank treu bleibt, zahlt für die Kreditverlängerung

Auch wer seine Hypothek bei seiner Hausbank verlängert, wird oft zur Kasse gebeten. Hier sticht die Grossbank UBS in der Stichprobe unrühmlich mit 300 Franken hervor. Mit hohen Auflösungsgebühren wollen die Hypothekarinstitute zudem verhindern, dass ihre Kunden zu günstigeren Anbietern abwandern. Immerhin: Bei einer Kreditkündigung kann man allfällige Auslieferungs- und Abrechnungsspesen mit etwas Verhandlungsgeschick der neuen Bank überwälzen.

Lukas Vogt, Geschäftsleiter von Finovo in Basel, Teil der Moneypark-Gruppe, sagt: «Grundsätzlich sehen wir, dass Gebühren bei Neuabschlüssen und bei Verlängerungen im Markt unüblich sind. Hier zeigt sich, dass weniger als ein Viertel der Hypothekargeber diese Gebühren erheben.» Insbesondere alternative Hypothekaranbieter wie Pensionskassen und Versicherungen verzichteten praktisch immer darauf. Sogar wenn in den offiziellen Reglementen, beispielsweise von Banken, solche Gebühren vorgesehen sind, würden sie in der Praxis selten effektiv angewendet, sagt Vogt. «Insbesondere für attraktive Kunden mit niedrigen Risiken verzichten die Anbieter auf diese Gebühren, um ein besonders gutes Angebot machen zu können.»

Derzeit zeichneten sich im Kreditmarkt zwei Entwicklungen ab: Einzelne Anbieter versuchten, die tiefen Zinsen zum Teil mit Gebühren zu kompensieren. Andere, insbesondere alternative Anbieter wie Pensionskassen würden immer kulanter und verzichteten «häufig auf die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem vorzeitigen Verkauf der Liegenschaft vor Ablauf der Festhypothek».

Zusätzliche Kosten als Kundenärgernis

Ein weiteres Kundenärgernis seien Bearbeitungsgebühren für Rückzahlungen, sagt Vogt. «Bearbeitungsgebühren haben sich mittlerweile im Markt durchgesetzt. Unabhängig, ob die Hypothek regulär ausläuft oder ob es sich um eine Vorfälligkeit handelt, werden hier zwischen 250 und 600 Franken für die Bearbeitung verrechnet.» Diese Gebühr müsse der Kunde bzw. die Kundin zähneknirschend akzeptieren.

Ein vorzeitiger Ausstieg aus einer Hypothek wegen eines Todesfalls oder einer Scheidung war in der Vergangenheit oft ein teurer Geschäftsfall. Neben der Zinszahlung für die wegfallende Restlaufzeit stellen manche Banken in diesem Fall hohe Bearbeitungsgebühren in Rechnung. Vogt hat zumindest für diesen Fall eine gute Nachricht an Kreditnehmer: «Aufgrund der verstärkten Aktivitäten von alternativen Anbietern wie Pensionskassen bieten die Kapitalgeber immer häufiger die Möglichkeit, Hypotheken ohne Vorfälligkeitsentschädigung abzuschliessen. Insbesondere gute Hypothekarkunden mit tiefen Risiken können so ihre Liegenschaft vorzeitig verkaufen, ohne dass dafür die durchaus meist hohen Vorfälligkeitsgebühren bezahlt werden müssen.»

 

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Hochwertige Uhren, Handtaschen und Goldmünzen: Weihnachtsgeschenke mit Gewinnpotenzial

Jedes Jahr geht die Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken wieder von vorne los. Manche Bescherung brachte den Empfängern in den letzten Jahren nicht nur Freude, sondern auch eine tolle Wertsteigerung.

Bernhard Bircher-Suits 16.12.2021, 05.30 Uhr

Weihnachten steht bevor, und alle stellen sich dieselbe Frage: Was soll ich meinen Liebsten dieses Jahr zu Weihnachten schenken? Ohne Zweifel sind Socken, Unterwäsche oder ein Jura-Kaffee-Vollautomat eine «solide» Investition: Sie haben einen klaren Alltagsnutzen und zählen daher zu den sicheren Werten unter dem Weihnachtsbaum. Ihr emotionaler Wert und ihr Wertsteigerungspotenzial sind aber eher bescheiden. Manche Geschenke haben derweil in der Vergangenheit doppelt gepunktet: mit ihrem emotionalem Überraschungswert und monetärer Wertsteigerung. Dabei lohnt ein genauer Blick auf die «heissen Kandidaten» unter den Luxusgütern.

Uhrenbranche erholt sich

So gelten Schweizer Uhren schon seit Grossvaters Zeiten als willkommenes Geschenk mit Gewinnpotenzial. Allerdings sind mechanische Uhren keine Geldanlage mit klassischer Renditeerwartung. Und das Geschäft bzw. die Nachfrage und somit die Wertentwicklung ist stark abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Im Oktober 2021 wurden Schweizer Uhren im Wert von 2,13 Mrd. Fr. ausgeführt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte. Das sind nominal 12,5% mehr als vor einem Jahr. Damit erholt sich die Branche weiter vom Corona-Schock des vergangenen Jahres. Stark nachgefragt waren im Oktober teure Uhren mit einem Preis von über 3000 Fr., die gegenüber Oktober 2019 ein zweistelliges Wachstum verbuchten. Wert- als auch mengenmässig rückläufig waren hingegen Zeitmesser unter 3000 Fr.

Rolex-Uhren als relativ «sicherer Wert»

Wer eine werthaltige Uhr für unter den Weihnachtsbaum sucht, muss wissen: Die Marke Rolex ist mit Abstand die Nummer eins der Branche. Das von einer privaten Stiftung geleitete Genfer Unternehmen setzte nach Schätzungen der Bank Vontobel im Jahr 2020 rund 5,2 Mrd. Fr. um und verkaufte etwa 810 000 Armbanduhren. Das Unternehmen hat einen Marktanteil von rund einem Viertel am Schweizer Uhrenmarkt. Trotz Umsatzeinbussen von rund 15% konnte es sich Rolex sogar leisten, im Krisenjahr 2020 seine Preise um rund 5% anzuheben. Die unverbindliche Preisempfehlung für eine grosse Auswahl an Rolex-Armbanduhren mit internationaler 5-Jahre-Garantie steht in den meisten Ländern auf Rolex.com zur Verfügung. Die Rolex Submariner Date gilt unter Uhrenexperten zum Beispiel als «sichere» Wertanlage. Das Problem: Solche begehrten Modelle sind nicht einfach zu erstehen. Die Fachjournalistin Nadja Ehrlich von Watchtime.net, gemäss eigenen Angaben das «führende deutschsprachige Portal für hochwertige Uhren im Internet», sagt dazu: «Bei Rolex wird alles aus Stahl und teilweise auch die Goldmodelle über Neupreis gehandelt. Um eines der beliebten Rolex-Modelle neu beim Juwelier kaufen zu können, muss aber mit sehr langen Wartezeiten gerechnet werden – Jahre – wenn man überhaupt ein Modell erhält.» Kauft man eine solche Uhr nur als Wertanlage, gehört sie in den Safe und nicht ans Handgelenk. Sparfüchse sollten auch die Preise in verschiedenen Ländern vergleichen. So kann es sein, dass man eine Schweizer Uhr auch günstiger im Ausland erstehen kann. Das legte zumindest vor einigen Jahren eine Stichprobe in Deutschland nahe. Aber aufgepasst bei Graumarkthändlern: Sie verkaufen Uhren, obwohl sie keine autorisierten Händler sind. Service, Reparaturen und Gewährleistung können dann problematisch sein. Ehrlich warnt: «Erste Wahl ist ein Kauf beim Konzessionär, denn hier sind Echtheit, Seriennummer und Garantiekarte sowie eine vollständige Box und eine Rechnung garantiert.» Über Jahre hinweg könnten weitere Kosten anfallen, zum Beispiel für ein neues Lederarmband. Darum sei es sinnvoll, sich beim Kauf nach dem Preis eines originalen Ersatzbandes zu erkundigen. Hier könnten sich die Preise in einem zwei- bis dreistelligen Bereich bewegen.

Die Klassiker: Rolex Submariner, Patek Philippe Nautilus und Omega Speedmaster

Wer sich für eine der Kult-Uhren wie eine Rolex Submariner, Patek Philippe Nautilus, Omega Speedmaster oder Audemars Piguet Royal Oak entschieden hat, sollte mit deren Wertentwicklung auf der eher sicheren Seite sein, erwarten Experten. Doch wo kaufen, wenn nicht im Fachhandel? Das Internet bietet spezielle Marktplätze, die sich ausschliesslich mit Uhren beschäftigen. Seit 2003 ist zum Beispiel Chrono24 online und ist damit der älteste Luxusuhren-Marktplatz. Über 380 000 Uhren aus über 90 Ländern sind hier durchschnittlich im Angebot, sowohl von professionellen Händlern wie auch von Privatleuten. In Internet-Shops gilt es aber, Vorsicht walten zu lassen in Bezug auf Fälschungen oder Vorauszahlungen. Der Markt für teure Sammleruhren setzt jährlich gemäss dem Bericht «Collectibles: An integral part of wealth» der Grossbank Credit Suisse rund 350 Mio. $ pro Jahr um. Die grössten Uhren-Auktionshäuser sind demzufolge Sotheby’s, Christie’s und Phillips. Im ersten Halbjahr 2020 erzielte Sotheby’s einen Umsatz von über 44 Mio. $ bei den weltweiten Auktionsverkäufen.

Auktionen bieten teure Einzelstücke

Eine Auswahl von Blue-Chip-Marken profitiert von dieser Art von Verkäufen: Patek Philippe, Rolex und Audemars Piguet stehen auch in dieser Liste an der Spitze, darauf folgen andere Marken wie Vacheron Constantin, Zenith oder Longines sowie kleinere unabhängige Marken wie Philippe Dufour, F. P. Journe oder MB&F, die bei Sammlern immer beliebter werden. Historische Uhren als Geldanlage erfordern aber viel Kenntnis, denn kleinste Zifferblatt-Unterschiede können den Wert stark beeinflussen. Seit 1974 versteigert das in Genf gegründete Auktionshaus Antiquorum Sammleruhren der Luxusklasse. Astrid Soyez, die globale Vertriebskoordinatorin bei dem Auktionshaus in Genf, sagt zur Frage nach Schweizer Uhren mit einem grossen Wertsteigerungspotenzial: «Die führenden zwei Marken, welche in den letzten fünf Jahren ein Duopol bildeten, sind Rolex und Patek Philippe. Dann gibt es noch Audemars Piguet, vor allem mit dem Modell ‹Royal Oak›. Jenseits des Prestiges handelt es sich um Marken, die als zuverlässige und stabile Investitionen wahrgenommen werden. Die Modelle, die auf dem Kunstmarkt die zuverlässigsten Werte bleiben, sind die Sportmodelle.»

Hermès-Handtaschen sind oft rare Sammlerstücke

Als Alternative zu teilweise sündhaft teuren Zeitmessern gelten Handtaschen. Sie sind nicht nur Accessoires, sondern mit etwas Glück und Verstand auch gut angelegtes Geld. Manche Modelle erzielen bei Auktionen Rekordsummen. Gemäss dem zuvor erwähnten Credit-Suisse-Bericht haben sich die Verkaufszahlen von Handtaschen bei den Top-Auktionshäusern zwischen 2012 und 2019 vervierfacht. Ähnlich wie Oldtimer-Sammler schätzen Sammler von Handtaschen die Qualität der Handwerkskunst, die Exklusivität der Sammlertaschen und die Wertbeständigkeit selbst in Krisenzeiten. Doch die richtige Wertanlage in Form einer Handtasche zu finden, verlangt fundiertes Modewissen. Zunächst gilt es, ein zeitloses Label zu wählen, das über die Jahre sehr beständig war und immer noch gefragt ist. Hermès ist dabei zum Inbegriff für Taschen-Statussymbole geworden. Die Firma produziert die teuersten Taschen der Welt. Zu den absoluten Klassikern, mit denen eine Rendite zu erzielen ist, zählen zum Beispiel eine Hermès Birkin Bag oder die Hermès Kelly Bag. Letztlich dominieren drei Marken den Markt für Sammlerhandtaschen: Hermès, Chanel und Louis Vuitton. Bei der Wahl des Modells gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man investiert in eine limitierte Variante, die allein durch die Verknappung der Stückzahl oder eine bestimmte Zusammenarbeit mit Künstlern besonders interessant ist und zum Sammlerstück werden kann. Oder man wählt einen echten Klassiker, der seit langer Zeit erhältlich ist und lediglich in unterschiedlichen Variationen des Materials oder Musters neu aufgelegt wird.

Goldvreneli und Fair-Trade-Gold von Max Havelaar

Weniger modisch, dafür umso handfester sind Goldmünzen. Sie gelten – trotz Aufschwung bei den digitalen Zahlungsmitteln – immer noch als Inbegriff eines Wertgegenstandes. Millionen Exemplare befinden sich als Geldanlage in Bankschliessfächern oder werden als Geschenk von Generation zu Generation weitergereicht. In der Schweiz sind vor allem Goldvreneli als Geschenk und Wettbewerbspreis populär. Es gibt drei Varianten des Goldvrenelis, mit ursprünglichem Nennwert von 10, 20 und 100 Fr. Heute ist nicht mehr dieser Nennwert massgebend, sondern der Goldwert. Bei steigendem Goldpreis lohnt es sich, in Vrenelis zu investieren. Und das Angebot ist gross: Von der 20-Franken-Münze wurden von 1897 bis ins Jahr 1949 immerhin rund 59 Mio. Stück geprägt. Die Münze wurde damit zum «Standard»-Goldvreneli. Die 10-Franken-Münze ist nicht so häufig, insgesamt wurde sie 2,6 Mio. Mal geprägt. Sie ist die leichteste der drei Varianten und somit die günstigste. Wer an Weihnachten 2003 ein 20-Franken-Goldvreneli geschenkt bekommen hat, konnte sich gemäss der Plattform Finanzen.ch über eine Wertsteigerung bis Ende 2021 von über 245% freuen. Die Zürcher Kantonalbank verkauft auch Fair-Trade-Gold, zertifiziert durch Max Havelaar. Der Fair-Trade-Standard verbietet missbräuchliche Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung. Mit fairem Gold macht man den Beschenkten und den Kleinproduzenten Freude und hat auch als Käufer und Schenker ein gutes Gewissen. Und bei weiterhin steigender Inflation könnte der Goldpreis sogar noch weiter anziehen. Lesen Sie den Originalartikel vom 16.12.2021 auf nzz.ch oder laden Sie die NZZ-Online-Version als PDF.

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