Content Marketing: So gewinnen Sie Neukunden

Content Marketing Strategie

Content Marketing ist ein cleverer Schachzug, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende an sich zu binden. Denn mit gutem Content lassen sich Nutzer begeistern und überzeugen.

«Content is king» heisst das Zauberwort, wenn es um Content Marketing geht. Doch wie setzt man Content Marketing gewinnbringend ein?

Von Claudia Wagner

Gute Inhalte mit Nutzwert sind das A und O im Content Marketing. Deshalb wird das Zitat «Content is king» oft mit Content Marketing in Zusammenhang gebracht.

Content Marketing unterscheidet sich von der klassischen Online-Werbung wie z.B. Display Advertising. Im Display Advertising setzt man grafische Elemente wie Banner oder Buttons ein, um auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam zu machen.

Blind vor lauter Werbung

Internetnutzer kennen solche Werbeformate in- und auswändig. Sie wissen, dass man mit allen Mitteln um ihre Aufmerksamkeit kämpft. Und sie wissen, dass man ihnen etwas andrehen möchte, dass sie nicht zwingend brauchen. Viele Internetnutzer nehmen solche Werbeformen schon gar nicht mehr wahr, weil sie sich längst daran gewöhnt haben. In diesem Zusammenhang spricht man von Bannerblindheit.

Bannerblindheit ist bei den meisten Internetsurfern verbreitet. Deshalb zielt diese Art von Werbung oft ins Leere. Studien zeigen zudem, dass sich Menschen eher auf den Kerntext und die Überschriften einer Webseite konzentrieren. Auf die peripheren Zonen am Bildschirmrand achten sie weniger.

Vertrauen aufbauen, heisst auf Zielgruppe eingehen

Content Marketing funktioniert anders. Der Kunde wird mit relevanten, glaubwürdigen Inhalten abgeholt. Aus diesen Inhalten zieht er einen persönlichen Nutzen. Er bekommt kostenlos Informationen, Beratung und Hilfestellung – idelerweise auf unterhaltsame und leicht verständliche Weise.

Mit solchen Inhalten kann man Vertrauen aufbauen und Menschen an sich binden. Das eigene Unternehmen wird zudem als Träger von Fachwissen positioniert, das grosszügig weitergegeben wird. Das schätzt der Internet-Nutzer. Er kann dieses Wissen nämlich nutzen, um Antworten auf seine Anliegen zu finden oder Probleme zu lösen. Das führt uns zu einem wichtigen Punkt:

Gutes Content Marketing ist keine blosse Wissensvermittlung. Es erkennt die Anliegen der Kunden und liefert nutzwertige Inhalte dazu.
Nutzwert für den eigenen Nutzen

Die Anforderungen ans Content Marketing sind hoch. Die Inhalte sollten nicht nur zielgruppenspezifisch, interessant und ansprechend aufbereitet sein. Idealerweise sind sie auch «einzigartig». Denn nur so kann man sich von der Konkurrenz abheben.

Natürlich ist Content Marketing nicht uneigennützig. Es ist eine Strategie, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. So lässt sich der eigene Firmenname in den Köpfen der Konsumenten verankern. Zudem kann man sich als Experte zu einem bestimmten Thema positionieren. Man tut dies einfach mit Mehrwert statt mit Werbung. Natürlich in der Hoffnung, dass man Leads generiert.

Content Marketing mit Blogs oder Videos

Content Marketing wird oft über Blogs betrieben, die hochwertige Informationen aus der betreffenden Branche liefern. Möglich sind auch weitere Formate, die man über Webseiten oder Social-Media-Kanäle verbreitet. Dazu gehören Ratgeber, Anleitungen, Listen, Studien, Videos, Webinare und Podcasts.

Konkrete Beispiele

FundCom-Kunde Fundraiso.ch bietet auf seiner Webseite nützliches Wissen für Fundraising-Profis. Vieles kann man kostenlos nutzen. Mit dem Premium-Abo gibts noch mehr Dienstleistungen.

Ohne Strategie geht gar nichts

Um mit Content Marketing erfolgreich zu sein, braucht es eine klar definierte Strategie. Wer ist die Zielgruppe? Welche Inhalte passen zu ihr? Welche Ziele verfolgen wir als Unternehmen? Wer produziert die Inhalte? Wie viel möchte ich dafür ausgeben? Wie messe ich den Erfolg?

«Content is king» ist zwar einer der wichtigsten Grundsätze beim Content Marketing. Doch ohne Strategie nützt auch der beste Content nichts. Oder wie Benjamin Franklin sagte: «By failing to prepare, you are preparing to fail.»


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Pensionskassenausweis: So lesen Sie ihn richtig

Für viele Versicherte ist der Pensionskassenausweis ein Buch mit sieben Siegeln. Es lohnt sich jedoch, ihn sorgfältig zu studieren. Er zeigt nämlich, welche Leistungen bei der Pensionierung zu erwarten sind.

Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, erhält jedes Jahr seinen persönlichen Pensionskassenausweis. Darin steht, welche Leistungen Versicherte und ihre Angehörigen im Alter, bei Invalidität und im Todesfall voraussichtlich erhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Ausweis richtig lesen.

Von Bernhard Bircher-Suits

 

Darum gehts

  • Der Pensionskassenausweis – Punkt für Punkt erklärt
  • Welche Gesetze und Bestimmungen die Höhe der Leistungen beeinflussen

 

Wieviel Geld erhält man voraussichtlich bei seiner Pensionierung? Die Antwort darauf steht im Pensionskassenausweis. Angestellte erhalten ihn jeweils Anfang Jahr von der Kasse, der sie gegenwärtig angeschlossen sind.

In der Schweiz gibt es über 1500 Vorsorgeeinrichtungen. Die im Ausweis enthaltenen Informationen sind unterschiedlich. Im Gesetz heisst es, die Vorsorgeeinrichtung müsse ihre Versicherten jährlich «in geeigneter Form informieren».

Gesetz bestimmt die Höhe der Leistungen

Gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen sollten die Versicherten von der Vorsorgeeinrichtung jährlich Auskunft erhalten über ihre Leistungsansprüche, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz und das Altersguthaben sowie über die Organisation und die Finanzierung.

Grundsätzlich gilt: Die Höhe der Leistungen in der beruflichen Vorsorge wird vom Gesetz über die berufliche Vorsorge bestimmt. Dazu kommen die Bestimmungen im Vorsorgereglement der einzelnen Pensionskassen sowie die Vorsorgepläne, welche die einzelnen Unternehmen mit der Kasse vereinbaren.

Der Pensionskassenausweis Schritt für Schritt erklärt

Lesen Sie den Artikel und erfahren Sie, wie sie den Vorsorgeausweis richtig lesen. Die Erklärungen basieren auf einem Musterausweis für einen verheirateten Mann mit Jahrgang 1963 und Vollzeitpensum.

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Dieser Artikel ist in K-Geld 1/2021 erschienen.


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Unternutzungsabzug: So sparen Sie Steuern bei leeren Räumen

Wenn Sie als Wohneigentümer nicht alle Zimmer nutzen, können Sie je nach persönlichen Voraussetzungen und Kanton einen Unternutzungsabzug geltend machen. Damit lassen sich Steuern sparen.

Beim Bund und bei einigen Kantonen können Immobilienbesitzer einen Unternutzungsabzug auf den Eigenmietwert geltend machen. Dies zum Beispiel, wenn sie ein Arbeitszimmer nicht mehr nutzen oder Kinder ausziehen. Erfahren Sie mehr über die Praxis der Steuerämter.

Von Bernhard Bircher-Suits

 

Darum gehts

  • Wie Sie dank Unternutzungsabzug den Eigenmietwert Ihres Wohneigentums reduzieren
  • Wer Chancen auf einen Unternutzungsabzug hat
  • Welche Kantone den Unternutzungsabzug gewähren
  • Wie der Unternutzungsabzug berechnet wird (mit Berechnungsbeispiel für den Kanton Zürich)
  • Wann die Härtefallklausel angewendet wird

Elsbeth Affeltranger (Name geändert) lebte während Jahrzehnten mit Gatte und Kindern in ihrem 6-Zimmer-Haus im Kanton Aargau. Die rüstige Rentnerin ist mittlerweile Witwe und wohnt allein im Eigenheim mit Garten. Seit dem Tod ihres Mannes stehen zwei Arbeitszimmer leer. Vermieten wollte Affeltranger die Büros nicht: «Ich möchte meine Ruhe haben», sagt sie.

Für das selbstbewohnte Haus muss die Witwe ein fiktives Einkommen versteuern: den Eigenmietwert. Er beträgt für das Haus mit einem amtlichen Steuerwert von 462’500 Franken 16’312 Franken im Jahr. Diesen Wert leitet die Steuerbehörde jeweils vom theoretisch erzielbaren Mietwert der Immobilie auf dem freien Markt ab.

Unternutzungsabzug kann Eigenmietwert reduzieren

Gemäss Bundesgericht gilt in allen Kantonen, dass der Eigenmietwert mindestens 60 Prozent des Werts betragen muss, den ein Wohneigentümer erzielen könnte, wenn er die Liegenschaft vermieten würde. Die 16’300 Franken Eigenmietwert kosten Elsbeth Affeltranger jedes Jahr rund 615 Franken Steuern. Das ist viel Geld für die 79-Jährige, die von der AHV-Rente und einer bescheidenen Pensionskassenrente von zusammen 3700 Franken pro Monat lebt.

Affeltrangers Treuhänder riet, für die zwei leerstehenden Zimmer des Hauses beim Eigenmietwert in der Steuererklärung einen Unternutzungsabzug geltend zu machen. Das würde den Eigenmietwert reduzieren – mindestens bei der Bundessteuer. Denn der Kanton Aargau erlaubt keinen Unternutzungsabzug. Auch andere Kantone wie das Wallis sehen das nicht vor.

Wer Chancen auf einen Unternutzungsabzug hat

Bei der direkten Bundesteuer wird der Unternutzungsabzug so berechnet: Der Eigenmietwert der Liegenschaft wird mit der Anzahl der nicht genutzten Räume multipliziert. Dieses Ergebnis wird dividiert durch die genutzte Anzahl Zimmer. Daraus folgt der zu gewährende Unternutzungsabzug. Im Fall Affeltranger wird der Eigenmietwert somit um 8150 Franken reduziert (16’300 Franken mal 2 geteilt durch 4).

Doch welche Kantone gewähren den Abzug und unter welchen Auflagen?

  • In der Regel anerkennen Kantone keine Unternutzung, wenn eine Einzelperson in normalen bis guten finanziellen Verhältnissen vier Zimmer, respektive zwei Personen vier bis sechs Zimmer bewohnen.
  • Gute Chancen für einen Unternutzungsabzug haben Alleinstehende, mit einem Haus oder in einer Wohnung mit mehr als vier Zimmern.
  • Auch Zweipersonenhaushalte, die ein Eigenheim mit mindestens sechs oder sieben Zimmern haben, können einen Abzug vornehmen.
  • Wer ein Haus kauft, das von Anfang an zu gross ist, geht in allen Kantonen leer aus.
Für Unternutzung gilt Belegpflicht

Die Steuerpflichtigen müssen eine Unternutzung belegen können. Einige Steuerbehörden verlangen Fotos und behalten sich Kontrollen vor Ort vor. Meist verlangen die Steuerbehörden, dass die «unterbenutzten» Räume nicht möbliert sind.

Grosszügig sind die Kantone Zürich und Nidwalden. Hier gelten auch Räume, in denen Möbel im Sinne einer «Einlagerung» stehen gelassen werden, als ungenutzt.

Für die genaue kantonale Praxis fragen Eigentümer am besten beim kantonalen Steueramt nach.

Berechnungsbeispiel für den Kanton Zürich

Bei Einfamilienhäusern im Kanton Zürich etwa gilt folgende Berechnungsformel:
Eigenmietwert mal effektiv benutzte Zimmerzahl plus 2 dividiert durch vorhandene Räume plus 2

Beispiel:
Der Abzug für ein 9-Zimmer-Haus mit zwei Ehegatten und drei leerstehenden Zimmern und einem Eigenmietwert von 36’000 Franken beträgt 26’100 Franken (36 000 x 8 [6 Zimmer + 2] dividiert durch 11 [9 Zimmer + 2].

Dieselbe Formel gilt für die Kantone Graubünden, Ob- und Nidwalden, Uri, Thurgau, Schwyz und Zug. Meist lehnt sich die kantonale Berechnungsformel an die Regelung bei der direkten Bundessteuer an.

Finanzielle Entlastung dank Einstufung als «Härtefall»

Finanziell nicht gut gestellte Personen können prüfen, ob sie von den Steuerbehörden allenfalls als «Härtefall» eingestuft werden. Kantone wie Graubünden, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen und Zürich kennen beim Eigenmietwert eine solche Regelung. Besteht ein offensichtliches Missverhältnis zwischen den Einkünften des Steuerpflichtigen und dem Eigenmietwert, kann die Steuerbehörde den Betroffenen auf Antrag gezielt entlasten.

Lesen Sie den Artikel in der Originalversion und erfahren Sie:

  • Welche Kantone einen Unternutzungsabzug oder eine Härtefallklausel kennen (tabellarische Übersicht)
  • Welche die Voraussetzungen für einen Unternutzungsabzug bei der direkten Bundesteuer sind

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Dieser Artikel ist in K-Geld 1/2021 erschienen.

 

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Steuererklärung 2020: So vermeiden Sie Fehler

Steuererklärung und Steuerabzüge

Zeit und Geld spart, wer die Steuererklärung elektronisch ausfüllt. Dank Hilfsprogrammen vergisst man keine Abzüge und es ergeben sich keine Additionsfehler.

Bald flattert die Steuererklärung in die Haushalte. Doch wie deklarieren Private ihre Einkäufe in die Pensionskasse korrekt? Wie sieht es bei Bitcoins, Lottogewinnen und Spenden aus? Und welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Steuererklärung? Ein Ratgeber für Steuerzahlende.

Von Bernhard Bircher-Suits 

Darum gehts

  • Weshalb es sich lohnt, die Steuererklärung elektronisch einzureichen
  • Welche Abzüge Sie bei der Steuererklärung nicht vergessen sollten
  • Was Sie wegen der Corona-Krise abziehen dürfen und was nicht
  • Praktische Tipps: Wissenswertes zu Vorauszahlungen und Online-Tools, nützliche Tipps und benötigte Unterlagen

 

Über 5 Mio. Steuerpflichtige erhalten in der Schweiz in den nächsten Wochen Post vom Steueramt. Alle Kantone ermöglichen mittlerweile das elektronische Ausfüllen der Formulare am Computer und online im Internet-Browser.

In den Kantonen Schwyz und Zürich kann man neu alle Belege digital einreichen, eine Unterschrift von Hand braucht es nicht mehr. Solche volldigitalen Lösungen bieten beispielsweise auch die Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Solothurn, St. Gallen und Zug.

Mit Hilfsprogrammen passieren weniger Fehler

Die Corona-Krise dürfte beim Ausfüllen der Steuererklärung für einen Digitalisierungsschub sorgen. Heinz Tännler, Regierungsrat und Vorsteher der Finanzdirektion des Kantons Zug, sagt: «Die Steuerverwaltung rechnet damit, dass die Anzahl vollelektronischer Einreichungen der Steuererklärung bedingt durch Corona dieses Jahr weiter zunehmen wird.»

Das elektronische Ausfüllen bietet viele Vorteile gegenüber der Steuerdeklaration auf Papier. Martin Metzger, Teamleiter Steuern beim VZ Vermögenszentrum, sagt: «Die elektronischen Tools haben den Vorteil, dass sie viele Abzüge wie Kinder-, Familien- und Zweiverdienerabzug automatisch generieren oder diese Felder ansteuern. Ausserdem kann es keine Additionsfehler geben.»

Digitale Helfer verhindern keine falschen Annahmen

Doch das korrekte Ausfüllen der Steuererklärung ist trotz digitalen Helfern eine Kunst, die längst nicht alle beherrschen. Ein Beispiel: Ein 68-jähriger Angestellter aus dem Kanton Aargau kaufte sich im Jahr 2015 mit einem Betrag von 150’000 Fr. in die Pensionskasse seiner Arbeitgeberin ein.

In der Steuererklärung 2015 zog der Mann einen Anteil von 90’000 Fr. des Einkaufs von seinem Einkommen ab, da der gesamte Betrag grösser war als sein Einkommen. Weitere 60’000 Fr. zog er in der Steuererklärung 2016 ab. Das Problem: Die Steuerkommission akzeptierte die Einkaufsabzüge nicht. Der mittlerweile pensionierte Mann wehrte sich erfolglos bis vor Bundesgericht.

Der Mann verstiess mit seinem Vorgehen gegen das sogenannte Periodizitätsprinzip. Gemäss Bundesgericht darf man einen Einkauf nur in dem Steuerjahr vom Einkommen abziehen, in dem er erfolgt ist. Die Einkäufe wären somit akzeptiert worden, wenn er in der Steuerperiode 2015 einen Einkauf von rund 90’000 Fr. getätigt hätte und im Folgejahr einen Einkauf von 60’000 Fr.

Umgekehrt gilt: Wer seinen Einkauf in die Pensionskasse nicht bis Ende 2020 geleistet hat, kann im Jahr 2021 auch keine Nachzahlungen mehr für die Steuerperiode 2020 leisten. Der Zug für Nachzahlungen ist im neuen Jahr definitiv abgefahren.

Bezahlte Steuern bei PK-Rückzahlungen nachfordern

Gelegentlich gilt es auch, bereits bezahlte Steuern vom Fiskus zurückzufordern. Steuerpflichtige, die für selbst bewohntes Wohneigentum vorbezogene Pensionskassengelder wieder in die zweite Säule zurückführen, können vom Steueramt verlangen, dass die beim Vorbezug oder bei der Pfandverwertung für den entsprechenden Betrag bezahlten Steuern zurückerstattet werden.

Wer Gelder wieder in die berufliche Vorsorge zurückführt, kann dafür aber nicht auch noch einen Einkaufsabzug geltend machen. Gut zu wissen: Die Rückforderung bei der Steuerbehörde muss innert drei Jahren nach der Rückzahlung erfolgen.

Peter B. Nefzger ist Vorsteher der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft. Er kennt die häufigsten Fehler der Steuerpflichtigen. Er sagt: «Was oft vorkommt, ist ein fehlender Beleg für die Säule 3a-Einzahlung.» Als Beleg für die steuerliche Abzugsfähigkeit dient die von der Bankstiftung bzw. Versicherungseinrichtung zugestellte Einzahlungsbescheinigung.

Angestellte durften 2020 bis zu 6826 Fr. in die Säule 3a einzahlen, Erwerbstätige ohne Pensionskasse bis zu 20% ihres Nettoeinkommens, jedoch höchstens 34’128 Fr.

Diese Maximalbeträge darf man in der Steuererklärung vollumfänglich vom Einkommen abziehen. Im Steuerjahr 2021 steigen diese Maximalbeträge auf 6883 bzw. 34’416 Fr.

Liegenschaftsunterhalt und Eigenmietwert

Der Steuerexperte Metzger mahnt: «Man sollte den Abzug von Unterhaltskosten bei Liegenschaften prüfen. Hier kann der Steuerpflichtige jedes Jahr und für jede Liegenschaft zwischen Pauschale und effektiven Kosten wählen.»

Abziehen darf man werterhaltende Investitionen in Immobilien, wertvermehrende hingegen nicht. Eine Ausnahme sind Investitionen mit dem Ziel, Energie zu sparen oder die Umwelt zu schützen.

Der Pauschalabzug für die Unterhaltskosten liegt meist bei 10 oder 20% des Eigenmietwerts beziehungsweise der Mietzinseinnahmen. Die tatsächlichen Kosten für den Unterhalt können diesen Pauschalabzug jedoch leicht übersteigen. In diesem Fall lohnt es sich, in der Steuererklärung die effektiven Kosten abzuziehen.

Nicht vergessen: Der Bundesrat hat neue Anreize geschaffen, um die Energieeffizienz bei Sanierungen und Neubauten zu erhöhen. Solche Massnahmen wurden bisher nur in einem Steuerjahr berücksichtigt. Seit Anfang 2020 können diese Kosten während maximal drei Jahren geltend gemacht werden, sofern sie in dem Jahr, in dem sie entstanden sind, steuerlich nicht vollständig berücksichtigt werden konnten.

Auch nicht vergessen sollte man, den Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaft oder einer Zweit- oder Ferienwohnung zu deklarieren. Die Eigenmietwertberechnungen erhält man jeweils vom Steueramt.

Lesen Sie, worauf Sie bei folgenden Punkten achten müssen.
Nachfolgend finden Sie Wissenswertes zu Steuervorauszahlungen und Online-Hilfen. Zudem finden Sie auch Tipps zum Ausfüllen der Steuererklärung und eine Liste der benötigten Unterlagen.

Dieser Artikel ist am 25.01.2021 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen.

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Autofinanzierung: einen Wagen kaufen, leasen oder abonnieren?

Autofinanzierung

Ob Barkauf, Leasing oder Autoabo: Jede Form der Autofinanzierung hat ihre Vor- und Nachteile – und natürlich auch ihren Preis.

Autofinanzierung: Wer kein Bares für einen Autokauf hat, kann ein Auto für ein paar Jahre leasen oder auch nur für einige Monate abonnieren. Neue Abo-Angebote bieten mehr Kostentransparenz und Flexibilität. Das sind die Vor- und Nachteile des Barkaufs und eines Auto-Abos im Vergleich zum langfristig orientierten Leasingvertrag.

Von Bernhard Bircher-Suits

Die Online-Bank Swissquote hat Anfang Dezember angekündigt, dass sie ins Leasinggeschäft einsteige. Swissquote spannt dazu für ein Online-Angebot mit dem amerikanischen Elektroautobauer Tesla zusammen. Der Schritt überrascht nicht: Der private Auto-Leasing-Markt war in der Schweiz – zumindest bis zum Ausbruch der Corona-Krise – ein starker Wachstumsmarkt.

Das Volumen von Konsumentenleasings wuchs laut dem Schweizerischen Leasingverband (SLV) im Jahr 2019 stark. Bei den Neugeschäften stieg das Kreditvolumen im Vorjahresvergleich um satte 9%. Im Schnitt lag die Kreditsumme 2019 bei neu geleasten Autos bei 34 500 Fr. pro Pkw. In der Schweiz werden je nach Automarke und -modell 30 bis 75% der Neuwagen über Leasingverträge finanziert.

Leasing als Unterstützung für den Technologiewandel

Swissquote dürfte bei den vergleichsweise teuren Elektroautos von Tesla ein dickes Geschäft wittern. Der SLV frohlockte bereits 2019 im Geschäftsbericht: «Bei den Elektro- und Hybridfahrzeugen fand letztes Jahr die markanteste Veränderung im Neuwagenabsatz statt. (. . .) Da sich die Konsumenten noch nicht sehr sicher sind, wie schnell sich die Entwicklung der Batterietechnologie verbessert, werden sicherlich viele das Leasing nutzen, um diese neue Technologie erfahren zu können (. . .).»

Ein Leasing kann bei Elektroautos in der Tat sinnvoll sein. Schliesslich haben ältere Elektroautos aufgrund des technologischen Fortschritts bei der Batterietechnologie beziehungsweise der Reichweite teilweise stark an Wert verloren.

In Deutschland ist dies auch wegen sehr hoher Prämien für umweltfreundliche Neuwagen der Fall. Wer ein neues Elektroauto mit eigenem Geld kauft, muss daher unter Umständen mit einem grossen Abschlag beim Wiederverkauf rechnen. Beim Leasingvertrag trägt dieses Wiederverkaufsrisiko der Leasinggeber.

Effektive Kosten für Leasing in der Regel höher als erwartet

Trotzdem ist Leasing in vielen Fällen die teuerste Variante des Autofahrens, denn es vereint die Nachteile der Miete mit den Nachteilen des Eigentums: Der Leasingnehmer zahlt einen monatlichen Schuldzins und muss zusätzlich wie ein Eigentümer für den Unterhalt aufkommen und den Wagen versichern. Zudem ist er dazu verpflichtet, eine teure Vollkaskoversicherung für die ganze Vertragsdauer abzuschliessen.

Bei der Rückgabe des Wagens nach Ablauf der Leasingdauer drohen im schlechten Fall noch Zusatzkosten für allfällige Mehrkilometer oder Reparaturen. Der Leasingnehmer hat zudem nur ein Vorkaufsrecht, falls dieses auch vertraglich vereinbart wurde.

Tiefe monatliche Leasingkosten wirken für viele Automobilisten auf den ersten Blick verführerisch. Doch laut Touring Club Schweiz (TCS) sind die effektiven Leasingkosten in der Regel dreimal höher als die offerierte, monatliche Leasingrate. Der Grund hierfür ist, dass Steuern, Versicherung und Unterhaltskosten im Leasingzins meist nicht enthalten sind.

Ausnahmen sind zum Beispiel neuere sogenannte Full-Leasing-Angebote, wie sie zum Beispiel der Autoimporteur Amag unter der Bezeichnung Leasing-Plus seit Anfang Juni 2020 anbietet. Im «Starter»-Leasingpaket sind auch alle Service- und Unterhaltsarbeiten am Fahrzeug für die komplette Leasingdauer im Leasingzins inklusive.

Barkauf ist oft die günstigste Variante

Ein Barkauf ist für einen finanzstarken Käufer dank Barzahler-Rabatten meist die günstigste Variante von allen Optionen, vor allem bei einer Haltedauer von mehr als sechs Jahren. Der Grund: Der Wertverlust eines Neuwagens ist vor allem in den ersten drei Jahren sehr hoch. Es ist finanziell – und auch ökologisch – betrachtet nicht sinnvoll, ein Auto zu kaufen und es nach nur zwei bis drei Jahren wieder mit einem enormen Wertverlust zu verkaufen.

Bezüglich Neuwagen und Wertverlust gibt es einen alten Spruch: «Fährt man mit dem neuen Auto vom Hof des Händlers, ist es bereits nur noch die Hälfte wert.» Firmen, die bei Geschäftswagen knallhart rechnen, setzen daher auch meist auf den Barkauf anstatt auf die Option Leasing. Das legen die Zahlen des SLV nahe: Bei den Pkw-Verträgen waren 2019 rund 80% der Leasingverträge in den Händen von Privaten, und der kleine Rest zählte zur Kategorie Gewerbe.

Auto-Abos sind im Kommen

Seit kurzer Zeit buhlen Startups wie Carvolution, Clyde – ein Angebot des Autoimporteurs Amag –, Carify – ein Spin-off der Uni St. Gallen – sowie Flatdrive der Swissbility AG mit Auto-Abos um die Gunst von Automobilisten.

Die Carvolution AG in Bannwil (BE) ist der momentan grösste Anbieter von Auto-Abos in der Schweiz. Carvolution möchte damit eine «Alternative zu Autokauf und Leasing» anbieten. Die Abo-Anbieter schliessen eine Lücke zwischen den Kurzvermietungen und den langfristig ausgelegten Leasingverträgen.

Die Firma sieht sich somit nicht als Konkurrenz zu Kurzzeitvermietern wie zum Beispiel Mobility. Bei Auto-Abos sind – wie bei Mobility oder anderen Kurzzeitanbietern – der Unterhalt und die Versicherung bereits inklusive. Im Gegensatz zur Mobility-Lösung muss man sich mit einem Auto-Abo aber selbst um einen Parkplatz bemühen. Auch weltweit tätige Autovermieter wie Hertz und Sixt mischen unterdessen im rasch wachsenden Abo-Markt mit.

Und sogar die wenig autoaffinen SBB bieten mit dem Abo SBB Green Class eine Kombi-Lösung aus ÖV-Abo und Auto an. Es handelt sich beim Fahrzeug um einen umweltfreundlichen Stromer. Kunden haben mit SBB Green Class Zugriff auf alle Verkehrsmittel, die sie laut SBB «in Ihrer aktuellen Lebenslage benötigen» – zum Fixpreis, während eines Jahres, während zwei, drei oder vier Jahren. Auto-Service, Vignette, Reifenwechsel, Steuern und Versicherung sind inklusive.

Und auch die Schweizer Versicherungen haben das Abo-Modell entdeckt. Upto, ein Angebot der Axa-Versicherung, bietet verschiedene Automodelle an – selbstverständlich inklusive Axa-Versicherung.

Auch die Mobiliar-Versicherung mischt im Geschäft mit. Sie hat der Carvolution AG 50 Mio. Fr. für den Flottenausbau zur Verfügung gestellt.

Grosse Unterschiede bei Verfügbarkeit und Flottenstärke

Die Verfügbarkeit und die Fahrzeugauswahl bei Abo-Anbietern unterscheiden sich stark von Anbieter zu Anbieter. Manche agieren nur an wenigen Standorten, und andere bieten nur eine sehr kleine Flotte von Fahrzeugen an. Die meisten Anbieter haben eine sehr kurze Kündigungsfrist von nur einem Monat.

Der grösste Vorteil beim Auto-Abo liegt aber bei der Kostentransparenz: Bei Auto-Abos sind die beim Leasing oder beim Kauf zusätzlich anfallenden Kosten wie Versicherung, Service und Reparaturen sowie Steuern bereits mit dabei – ausser der Aufwand für Treibstoff oder Strom (vgl. Tabelle unten).

Laut dem Vergleichsportal Moneyland.ch variieren die monatlichen Pauschalgebühren je nach Anbieter, Auto-Abo und ausgewähltem Automodell zwischen 300 und 2000 Fr. pro Monat. Der TCS-Sprecher Daniel Graf erklärt, für wen Auto-Abos sinnvoll sind: «Für Personen mit regelmässigem Einkommen, die ab und zu wieder ein anderes Auto fahren wollen. Auch wer für begrenzte Zeit ein Auto benötigt oder einen Sommer lang einmal Cabrio fahren und keine langfristigen Verpflichtungen eingehen will, für den kann ein Auto-Abo durchaus Sinn ergeben.»

Verkehrsteuern und Versicherungsprämiene je nach Kanton anders

Laut TCS legt ein Autofahrer in der Schweiz pro Jahr im Schnitt 15 200 Kilometer zurück. Das Online-Portal Autoscout24 hat anhand eines VW Polo und 15 000 gefahrenen Kilometern pro Jahr die Kosten zwischen Auto-Abo und Leasing verglichen. Resultat: Auf den ersten Blick wirkt die monatliche Rate beim Leasing mit 208 Fr. günstig.

Die Kosten des Leasings können bei kurzer Haltedauer aber höher ausfallen, sofern man alle zusätzlichen Kosten mit dazurechnet – im Beispiel sind es effektiv 600 Fr. pro Monat, beim Auto-Abo «nur» 570 Fr. während 12 Monaten.

Doch der Vergleich ist laut Autoscout24 «mit Vorsicht zu geniessen». Denn je nach Halter-Kanton gibt es Unterschiede, was die Strassenverkehrssteuern, die Versicherungsprämien und die administrativen Kosten betrifft. Auto-Abos wirken auf den ersten Blick viel teurer als eine Leasingofferte, die viele teure Zusatzaufwendungen nicht enthält. Wer Auto-Abos mit Leasingofferten vergleicht, muss daher aufpassen, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Autoscout24 bietet seit Sommer 2020 einen «Beta»-Vergleich von Auto-Abos an. Ein harter Kostenvergleich ist damit aber (noch) nicht möglich.

Teurer als ein Leasing oder ein Auto-Abo ist die Variante Autokauf mit einem Privatkredit. Der Zins für einen Privatkredit bei der Migros Bank beträgt für einen guten Schuldner 4,7% pro Jahr. Bei der Crowdlending-Plattform Lend.ch sind es im besten Fall sogar «nur» 3,5%. Doch in der gegenwärtigen Tiefzinsphase sind Privatkredite teuer und für einen Autokauf nicht empfehlenswert.

Fazit: Wer nur wenige Monate oder alle zwei Jahre ein neues Auto ab Stange fahren und sich um möglichst wenig kümmern möchte, setzt am besten auf ein Abo-Modell. Wer hingegen ein neues, individuell angepasstes Auto viele Jahre halten und «zu Boden» fahren will, fährt mit einem Barkauf am günstigsten.

Wer sich nicht nur günstig, sondern auch ökologisch fortbewegen möchte, sollte sich die Worte von Andreas Käsermann vom Verkehrs-Club der Schweiz zu Herzen nehmen. Er sagt zu den erwähnten Optionen: «Aus Umweltsicht ist die Kombination Velo, öV und Carsharing ganz klar am besten.»

Dieser Artikel ist am 30.12.2020 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen.

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Checkliste Unternehmensaufbau

So überstehen neue Firmen die Startphase

Die unsicheren Zeiten haben Jungunternehmer nicht aufgehalten: Trotz Coronavirus-Krise werden im Jahr 2020 wohl so viele Unternehmen gegründet wie noch nie. So kommen Kleinunternehmen kostengünstig und erfolgreich durch die Startphase.

Autor: Bernhard Bircher-Suits

Wie hoch hierzulande die «Übersterblichkeit» bei Unternehmen bis zum Ende der Corona-Krise ausfallen wird, steht noch in den Sternen. Klar ist einzig die «Normalsterblichkeit»: Ein Jahr nach der Firmengründung existieren gemäss der sogenannten «Unternehmensdemografie» des Bundesamts für Statistik (BfS) im Schnitt noch rund 80% aller neuen Firmen in der Schweiz. Nach weiteren vier Jahren sind nur noch rund die Hälfte dieser Unternehmen am Leben. Stark betroffen vom Firmensterben sind üblicherweise vor allem Jungunternehmen mit nur einer beschäftigten Person.

Höchste Überlebensrate im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Firmen-Überlebensraten variieren stark nach Wirtschaftszweig: Der Zweig «Gesundheits- und Sozialwesen» verzeichnet gemäss BfS die höchste Überlebensrate. Nach fünf Jahren waren rund 64% der 2013 neu gegründeten Unternehmen noch aktiv. Zum Vergleich: Im Gastgewerbe waren fünf Jahre nach der Gründung nur noch 38% der Firmen aktiv. Spätestens im Corona-Jahr 2021 dürfte sich die traditionell hohe Firmensterblichkeit in der Gastrobranche weiter erhöhen – trotz staatlichen Überlebenshilfen.

Erstaunlicherweise peilt die Schweiz im Corona-Jahr 2020 einen Rekordwert bei den Firmenneugründungen an. Im November 2020 wurden gemäss dem Institut für Jungunternehmen (IFJ) insgesamt 4177 neue Firmen aus der Taufe gehoben. Das entspricht einem Plus von rund 15% gegenüber dem November 2019. In den ersten drei Quartalen 2020 wurden insgesamt 33 617 neue Firmen gegründet – ein Anstieg von 2,5% im Vergleich mit dem bisherigen Rekordjahr 2019. Doch Gründerinnen und Gründer, welche die ersten Jahre mit ihrer Firma überleben möchten, sollten neben einer guten Geschäftsidee und einem soliden Businessplan auch die anfänglich meist spärlich vorhandenen Unternehmensfinanzen im Griff behalten. Vor allem die Startphase ist kostspielig, und meist fliessen mangels Kunden noch wenig Erträge.

Bereits bei der Gründung fallen für Gründerinnen und Gründer hohe Kosten an. Und wie so oft in der Schweiz variieren sie je nach Kanton. Das Staatssekretariat für Wirtschaft geht davon aus, dass für eine Einzelfirma rund 120 Fr. für einen Handelsregistereintrag und bis zu 1000 Fr. für die Gründung anfallen. Wer mit einer GmbH oder einer AG ins Geschäftsleben startet, zahlt rasch mehrere tausend Franken für Handelsregistereintrag, Notar und Beratungen beim Treuhänder.

Bereits bei der Gründung Geld sparen

Doch beim Gründungsprozess gibt es Sparmöglichkeiten: Wer die Gründung zum Beispiel beim Institut für Jungunternehmen macht, fährt mit jeglicher Rechtsform kostenlos. Der Haken: Man bindet sich an Dienstleister wie Swisscom und Postfinance. Wer sowieso bei diesen Anbietern unterkommen wollte oder schon Kunde ist, sollte diese Option dennoch prüfen. Nach einem Jahr kann man die Bank oder den Telekom-Dienstleister immer noch für einen günstigeren Anbieter wechseln. Das Gründerportal Startups.ch bietet ähnliche Dienste mithilfe von anderen Partnern an – und wie das IFJ auch Beratungsleistungen. Es kann sich auch lohnen, bei Dienstleistern nach Spezialangeboten für Startups zu fragen.

In der Schweiz sind Investoren und Banken eher restriktiv in der Vergabe von Krediten an junge Firmen. Bankkredite sind zudem sündhaft teuer, und es empfiehlt sich, möglichst viel Startkapital im Familien- und Freundeskreis in Form von möglichst zinsfreien Darlehen aufzutreiben. Inhaber einer Einzelfirma oder Kollektivgesellschaft können ihr Startkapital nach Möglichkeit auch bar bei der Pensionskasse beziehen. Ein Bezug ist aber nur in den ersten zwölf Monaten nach Bestätigung der Selbständigkeit durch die AHV-Ausgleichskasse möglich. Für teilweise Selbständige beginnt die Frist erst zu laufen, wenn sie im Angestelltenverhältnis nicht mehr der beruflichen Vorsorge unterstehen.

Ein Pensionskassen-Vorbezug muss aber sorgfältig abgewogen werden. Entpuppt sich die Geschäftsidee als Flop, ist im schlechtesten Fall auch das investierte Altersvorsorge-Geld futsch. David Christen aus Stein am Rhein ist Gründer mehrerer Firmen. Er mahnt: «Wer sich mit wenig privaten Ersparnissen an den Firmenstart wagt, sollte zu Beginn einen Teilzeitjob behalten und nicht alles auf eine Karte setzen.» Als Unternehmer müsse man sich zudem «für alle möglichen Arbeiten motivieren können».

Verzicht auf unnötige Versicherungen

Spätestens nach dem Firmeneintrag im Handelsregister quellen der neue Unternehmensbriefkasten und die Mailbox mit diversen Angeboten von Dienstleistern über. Besonders langfristig verpflichtende Angebote sollte man kritisch prüfen. Dazu zählen beispielsweise Versicherungslösungen wie eine «Cyberversicherung», auf die man zumindest in der teuren Startphase getrost verzichten kann.

Im Gegensatz zu den Sozialversicherungen sind Unternehmer bei den Betriebsversicherungen frei in der Wahl. Bei einer Kapitalgesellschaft wie einer GmbH oder AG sind eine Pensionskasse und die Unfallversicherung obligatorisch – wobei die Pensionskasse zu Beginn auf ein Minimum gesetzt werden kann. Freiwillig sind Krankentaggeldversicherung, Sachversicherungen und Haftpflicht. Bei Personengesellschaften ist sogar nur eine Unfalldeckung für Heilungskosten über die Krankenkasse obligatorisch. Je nach Branche bzw. Tätigkeitsgebiet ist eine Haftpflichtversicherung sogar obligatorisch.

Bei Fixkosten genau hinsehen

Das Beispiel (siehe Tabelle unten) zeigt in konkreten Zahlen, wie viel Geld allein für die Versicherungen zuerst einmal verdient werden muss. Die Unterschiede bei den Offerten machen auch klar, dass es sich lohnt, jeweils mehrere Versicherungsofferten einzuholen. So kostet die jährliche Prämie für eine Haftpflichtversicherung bei einem günstigen Versicherer 189 Fr., bei einem teuren Anbieter hingegen 275 Fr.

Ein grosser Fixposten sind neben den Versicherungen meist die Löhne und die Büromiete. Tipp: vor allem zu Beginn die Infrastruktur von Startup- und Gründerzentren nutzen, statt teure eigene Räumlichkeiten zu mieten. Muss es ein eigenes Büro sein, können Jungunternehmen beispielsweise Geräte und Einrichtung gebraucht kaufen, um die Kosten zu senken. Auf Plattformen wie Tutti, Ricardo oder Brockisearch findet man per Mausklick Büromöbel für jeden Geschmack. Bei der Anschaffung von Maschinen und Fahrzeugen kann Leasing eine sinnvolle Alternative zum Kauf sein. Es schont die Liquidität.

Um die Finanzen rund um die Uhr im Griff zu behalten, kann sich eine Online-Buchhaltungssoftware wie Bexio oder Klara lohnen. Damit lassen sich Offerten und Rechnungen nicht nur einfach erstellen, sondern auch direkt verbuchen. Wer etwas Ahnung von Buchhaltung hat, kann mit solchen Online-Programmen vieles ohne fremde Hilfe erledigen. Fredy Hämmerli aus Rüschlikon (ZH) ist Startup-Coach und Koautor des Buchs «Erfolgreich als Kleinunternehmer». Er sagt: «Funktionierende Prozesse, der systematische Aufbau eines Kundenstamms und eine saubere Buchhaltung sind existenziell − und werden aus lauter Freude an den kreativen Ideen oft vernachlässigt.»

Arbeiten und am Ende des Tages vergessen, Rechnung zu stellen, führt rasch zum Untergang. Das tönt banal, ist für viele Startups aber ein zentrales Problem. Tüfteln, Forschen, Entwickeln macht Spass. Die Administration ist dröge. Doch nur wenn das Backoffice ebenso professionell, digitalisiert und engagiert geführt wird wie Entwicklung, Produktion und Vertrieb, besteht Hoffnung auf langfristigen Erfolg.

Tipps für eine erfolgreiche Startphase

Akquise:
Jeder Kontakt ist eine Chance, einen Neukunden zu gewinnen – mit Freundlichkeit, Fachwissen, Zuverlässigkeit und Seriosität punkten

Büroinfrastruktur:
Home-Office oder günstige Büroräumlichkeiten bei Gründerzentren nutzen, auf Second-Hand-Mobiliar setzen
 
Content-Marketing:
Mit nutzwertigen Ratgebertexten über sein Business kann man rasch bei Google und Kunden punkten
 
Controlling:
Mit einer einfachen Online-Buchhaltung Einnahmen und Ausgaben im Auge behalten
 
Informatik:
Flexible Cloud-Lösungen ermöglichen Teamarbeit und senken die Support- und Informatikkosten
 
Kapital:
Mit günstigem Eigenkapital arbeiten und Unabhängigkeit bewahren
 
Klumpenrisiken:
Abhängigkeiten von wenigen Kunden vermeiden
 
Kunden-Feedbacks:
Aus negativen Feedbacks lernen, positive Feedbacks im Eigenmarketing nutzen
 
Lohnpolitik:
Mit tiefen Eigentümer- und Mitarbeiterlöhnen einsteigen
 
Marketingstrategie:
Klarheit schaffen, mit welcher Marketing- und Kommunikationsstrategie man seine Kunden erreichen will und kann
 
Personalpolitik:
Zu Beginn Unterstützung bei Studenten holen und auf flexible Freelancer setzen anstatt auf teure Festangestellte
 
Rabatte:
Gründungs- und Startup-Sonderkonditionen in Anspruch nehmen
 
Team:
Ohne ein motiviertes und ambitioniertes Team lassen sich selten erstklassige Erfolge erzielen
 
Verbindlichkeiten:
Möglichst wenige langjährige vertragliche Verpflichtungen eingehen
 
Versicherungen:
In der Startphase nur das Nötigste mit Ein-Jahres-Verträgen versichern
 
Website:
Eine moderne, informative und seriös gemachte Website mit Impressum und Datenschutzhinweis ist eine wichtige Visitenkarte
 
Zahlungsfristen:
Kurze Zahlungsfristen vereinbaren und Rechnungen umgehend stellen
 
Dieser Artikel ist am 24.12.2020 in der NZZ erschienen. Artikel im Layout (PDF).
Jährliche Versicherungskosten für eine AG
Versicherungskosten für eine AG

Newsletter Nr. 3/2020

Liebe alle
 
Eine Demoscope-Umfrage im Auftrag der «Allianz für das Gemeinwohl» zeigt, dass die Schweizer wegen der Corona-Krise vermehrt über das Sterben und ihren Nachlass nachdenken. Eine umfassende Umfrage unseres Kunden DeinAdieu.ch macht nun klar: Schweizer hinterlassen ihr Vermögen am liebsten Organisationen, die sich für Tier-, Natur- und Umweltschutz einsetzen.

Die im 2021 anstehende Erbrechtsrevision dürfte den „Erbschafts-Spendenmarkt“ mit einem Volumen von jährlich 95 Milliarden Franken für Fundraiser und NPOs noch attraktiver machen. Die spannenden Erkenntnisse aus der DeinAdieu.ch-Studie konnten wir erfolgreich in den Medien platzieren.

Die Newsletter-Themen auf einen Blick:

Umfrage von DeinAdieu.ch
Schweizer vererben ihr Geld lieber Tieren als Flüchtlingen

Artikel für Fundraiso.ch
Milliardärs-Familie mit Sinn für den guten Zweck

Online-Shop & Werbevideo für den Verein Massai Art & Heart
Massai-Schmuck für den guten Zweck

Mehr Sichtbarkeit im Web
So sind Sie bei Google ganz oben


Ein Erfolg war auch die Anstellung meiner ersten Mitarbeiterin: Seit Mitte Oktober unterstützt mich Claudia Wagner mit viel Einsatz und Herzblut als erfahrene Projekt-Managerin bei Fundraising-, Marketing- und Content-Projekten (siehe Foto oben). Herzlich willkommen an der Neugasse 6!

Viel Spass beim Lesen der Artikel. Hier gehts zum Newsletter.

Herzliche Grüsse

Bernhard Bircher-Suits
Geschäftsleiter FundCom

P.S. Lesen Sie auch Newsletter Nr. 1/2020 und Newsletter Nr. 2/202

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihre Website, Ihren Blog oder Newsletter? Bei uns sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Online-Marketing für Massai Art&Heart

Online-Marketing für Massai Art&Heart: das produzierte Werbevideo

Die FundCom hat das Online-Marketing für Massai Art&Heart von A bis Z konzipiert. Massai Art&Heart ist ein Verein mit Sitz in Gränichen, im Kanton Aargau. Der Verein ist politisch und konfessionell unabhängig. Geführt wird er von der Schweiz-Belgierin Marleen De Heyn Huber.

Als Online-Massnahme für Massai Art&Heart hat die Fundcom die Website und den Online-Shop umgesetzt. Um den Auftritt professionell zu gestalten, hat die FundCom zudem ein Fotoshooting organisiert.

Online-Marketing für den guten Zweck

Massai Art&Heart verkauft in seinem Online-Shop Massai-Schmuck. Den kostbaren Schmuck stellen Massai-Frauen in Handarbeit her. Ein Grossteil des Erlöses aus dem Online-Shop fliesst in Projekte in Kenia. Diese Projekte kommen der Minderheit der Massai zu Gute.

Um den Verein zu promoten und Spenden zu generieren, hat die FundCom auch ein Werbevideo produziert. Das Video ist auf Social Media sowie für ein Crowdfunding auf Wemakeit eingesetzt worden. Das Crowdfunding hat FundCom mit Erfolg umgesetzt: Das Spendenziel von 10’000 Franken ist erreicht worden!

Schweizer vererben ihr Geld lieber dem Zoo als der Flüchtlingshilfe

Unser Auftraggeber DeinAdieu.ch hat eine spannende Studie verfasst zum Thema „Erbschaften bei Non-Profit-Organisationen„. Die Studie ist das Ergebnis einer Umfrage, an der 122 Schweizer gemeinnützige Organisationen teilgenommen haben. Die Umfrage zeigt: Bei Erbschaften und Legaten gibt es noch ein enormes, brach liegendes Potential.

Tiere und Umwelt an erster Stelle

In der Schweiz setzen Erblasser ihr frei verfügbares Vermögen am häufigsten für den Tier-, Natur- und Umweltschutz ein. Viel seltener hingegen hinterlassen sie ihr Geld Organisationen für Entwicklungszusammenarbeit und Flüchtlinge. Eine mögliche Erklärung: Solche Themen sind weniger greifbar.

Mehr Spielraum dank neuem Erbrecht

Hohe Pflichtteile zu Gunsten der gesetzlichen Erben schränken Erblasser in der Schweiz noch stark ein. Eine geplante Erbrechtsrevision dürfte den Markt mit einem Erbschaftsvolumen von jährlich 95 Milliarden Franken für Fundraiser noch attraktiver machen. Mit dem revidierten Erbrecht, über das in der Schweiz 2021 abgestimmt wird, dürfte das frei verteilbare Erbvolumen dank tieferer Pflichtteile stark zunehmen.

Einige Erkenntnisse der Umfrage sind am 8. Oktober 2020 in einem exklusiven Artikel auf „20 Minuten“ erschienen. Eine Präsentation der Umfrage gab es zudem am SwissFundraisingDay in Bern. In einem Gastbeitrag im Fundraiser-Magazin 1/2021 beleuchtet nun Nicolas Gehrig, Geschäftsführer von DeinAdieu.ch, wie Fundraiser die hohen Erbvermögen besser erschliessen können.

Einblick in die Studie und Bestellung

Hier finden Sie eine Zusammenfassung und Leseprobe der Studie „Instrumente des Erbschafts- und Legatemarketings“ sowie das Bestellformular für die Studie.

Alles für die Katz? Mit einer Putzhilfe von quitt. garantiert nicht!

Der FundCom-Kunde quitt. verfügt über eine Datenbank mit bewährten Reinigungskräften, die zusätzliche Arbeitgeber suchen. quitt. stellt den Kontakt zwischen diesen Reinigungskräften und Arbeitgebenden kostenlos her.

FundCom hat für quitt. ein kurzes Werbevideo produziert. Damit bewirbt quitt. den neuen Gratis-Suchdienst auf Facebook, Linkedin, Youtube sowie Google.

Viel Spass mit dem Video!

 

Werbevideo quitt.ch