Negativzinsen: Banken langen zu

Immer mehr Banken bitten ihre Geschäftskunden mit Gebühren auf den Guthaben zur Kasse. Die Staatsbank Postfinance geht mit schlechtem Beispiel voran: Sie verlangt schon ab dem ersten Franken Negativzinsen.

K-Geld hat 22 Schweizer Banken miteinander verglichen, auf der Suche nach den besten Konditionen und den höchsten Freibeträgen für Geschäftskunden

Lesen Sie den Originalartikel vom 01.06.2021 auf K-Geld

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihren Ihren Newsletter oder Ihre Webseite? Möchten Sie Ihre On- und Offlinesichtbarkeit verbessern, um mehr Kunden zu erreichen?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Frauen und Geld: Die UBS will Frauen ans Portemonnaie

Frau blickt durch Portemonnaie

Frauen (und natürlich auch Männer) sollten ihr Geld im Auge behalten und Vorsorge- und Anlagevorschläge von Banken kritisch prüfen.

Die Women’s Wealth Academy der UBS will Frauen für Geld-Themen begeistern. Eine 54-Jährige liess sich im Auftrag von K-Geld beraten. Resultat: teure und eigennützige Anlagevorschläge.

Von Bernhard Bircher-Suits

 

 

 

 

Darum gehts

  • Weshalb Sie Vorsorge- und Anlagevorschläge von Banken kritisch prüfen sollten
  • Auf welche Fallstricke Sie bei Fondsempfehlungen achten sollten
  • Wieso Sie die Nachhaltigkeit von Fonds in Frage stellen sollten
  • Welche nachhaltigen Fonds gut abschneiden

Die Emanzipation der Frauen macht in vielen Ländern halt, wenn es ums Geld geht. Das hat auch die Grossbank UBS fest­gestellt: Sieben von zehn Frauen überlassen langfristige Finanzent­scheide ihrem Ehepartner. Das zeigt die im Jahr 2018 durchgeführte UBS-Umfrage «Investor Watch» bei 3700 Anlegerinnen aus neun ver­schiedenen Ländern, darunter der Schweiz.

Die UBS behauptet nun, sie wolle Wissensdefizite von Frauen in Sachen Geld abbauen. Zum Beispiel mit der Website Women’s Wealth Academy. Dort finden Frauen einen Newslet­ter sowie Ratgebertexte rund um Themen wie Altersvorsorge, Fami­lie, nachhaltiges Investieren und Philanthropie.

Nach eigenen An­gaben will die UBS mit der Wo­men’s Wealth Acadamy den Frauen «die Grundbegriffe aus der Finanz­welt wie Aktien, Dividende oder Rendite erklären und auf häufige Anlagefehler hinweisen». Die Bank verspricht eine «spezifische Finanz­planung speziell für Frauen».

Beratung auf «Frauen und ihre Lebensphasen» abgestimmt

Die 54-­jährige Irene Kummer (Name geändert) nahm im Auftrag von K-­Geld ein «speziell auf Frauen und ihre Lebensphasen» zuge­schnittenes Beratungsangebot der UBS in An­spruch. Kummer ist alleinstehend, kinderlos und keine UBS-­Kundin.

Die Teilselbständige bezeichnet sich in Anlage-­ und Vorsorgefragen als Laie. Bisher legte sie ihr Geld aus Angst vor Verlusten nicht an. Die Guthaben auf ihrem Privat-­ und Sparkonto belaufen sich zusammen auf 50’000 Franken. In der Säule 3a liegen 20’000 Franken und auf einem Freizügigkeitskonto insge­samt 220’000 Franken. Alles Geld liegt bei der Postfinance und wirft praktisch keine Zinsen ab.

Bandbreite von Fonds mit einem Schuhschrank verglichen

Bei einem ersten Telefongespräch mit einem UBS-­Mitarbeiter äusser­te Irene Kummer den Wunsch, von einer Frau beraten zu werden. Der Telefonberater machte sie darauf aufmerksam, wenn sie dies möchte, könne es «ein paar Tage länger dau­ern». Sie beharrte auf ihrem Wunsch und bekam dann eine Beraterin zu­geteilt. Kummer empfand diese als «kompetent und freundlich».

Im Gespräch benutzte die Be­raterin auch Bilder und eine Spra­che, die an Frauen angepasst sein soll. So sagte sie laut Kummer: «Die Bandbreite bei Fonds ist vergleich­bar mit dem Schuhschrank von Frauen. Da hat es von Birkenstock­sandalen bis High­-Heels auch alles dabei.»

Kummer liess sich zweimal be­raten, insgesamt drei Stunden. Zu Beginn stellte sie gegenüber der UBS­-Beraterin klar: «Ich bevorzuge nachhaltige und risikoarme An­lagen.» Die Beraterin erklärte ihr die Faktenblätter der Fonds UBS Vitainvest World Sustainable U mit 25 beziehungsweise 50 Prozent Ak­tienanteil und sandte sie ihr zum Selbststudium zu.

Die Beraterin empfahl ihrer Kundin, das Frei­zügigkeitsgeld in der Höhe von 220’000 Franken in einen dieser beiden Nachhaltigkeitsfonds zu investieren. Der Geldtransfer vom Postfinance­-Freizügigkeitskonto zur UBS «klappe mit nur einer Unter­schrift».

Empfohlene Anlage hätte hohe Gebühren zur Folge

Ist der Umstieg in diesen Fonds ein guter Tipp? Nein. Denn die jähr­lichen Gesamtkosten (TER) des UBS-­Vitainvest­-Fonds mit 50 Pro­zent Aktienanteil betragen 1,7 Pro­zent.

Würde Kummer für 220’000 Franken Fondsanteile kaufen, müss­te sie dafür jedes Jahr also 3740 Franken Gebühren zahlen. Der we­niger riskante Vitainvest-­Fonds mit einem Aktienanteil von 25 Prozent würde sie immer noch 1,5 Prozent Gebühren im Jahr kosten. Ein schwacher Trost: Ausgabekommis­sionen und Depotgebühren kom­men keine dazu.

Mit anderen Worten: Die An­teile der Fonds müssten jedes Jahr mindestens um 1,5 beziehungs­weise 1,7 Prozent an Wert zulegen, damit keine Verluste entstehen. Zum Vergleich: In den letzten fünf Jahren erzielte der Fonds Vitainvest World 50 Sustainable U im Durch­schnitt 3,24 Prozent Rendite pro Jahr.

Zum Vergleich: Die alternati­ve Strategie «Global Nachhaltig» mit 40 Prozent Aktiengewicht von Viac – ein Angebot der WIR-­Bank – wäre massiv günstiger. Die Um­setzung erfolgt mittels passiver, kos­tengünstiger Indexanlagen (ETFs sowie Indexfonds). Diese Strategie kostet gerade mal 0,27 Prozent Ge­bühren im Jahr.

«Bankeigene Fonds sind häufig nur Mittelklasse»

Das Beispiel zeigt auch: Banken ver­kaufen lieber eigene als fremde Fonds. Rolf Biland, Anlagechef beim VZ Vermögenszentrum in Zürich, bestätigt diese Praxis: «Wie jede Unternehmung, die eigene Produkte vertreibt, hat auch die UBS ein Interesse daran, eigene Produkte zu verkaufen – statt die­jenigen der Konkurrenz.»

Das Prob­lem dabei: Die bankeigenen Fonds seien häufig nur Mittelklasse und lägen manchmal Längen hinter den besten Produkten derselben Kate­gorie zurück.

UBS-Sprecherin Karin Aquilino rechtfertigt die Verwendung bank­eigener Fonds: Die Fonds seien gut diversifiziert, würden aktiv verwal­tet und böten die Möglichkeit, zwi­schen verschiedenen Aktienanteilen und dem Fokus auf Welt oder Schweiz zu wählen.

Nachhaltigkeit der Fonds zweifelhaft

Sind die empfohlenen UBS­ Vorsorgefonds auch nachhaltig, wie Irene Kummer gefordert hatte? Auch das ist nicht der Fall. Laut An­gaben der UBS berücksichtigen die Fondsverwalter beim Fonds «Vi­tainvest World 50 Sustainable U» zwar «ökologische, soziale und ge­sellschaftliche Kriterien».

Der An­fang 2006 lancierte Mischfonds in­vestiert weltweit in Aktien, Anleihen und Immobilien. Doch er strebt erst seit Anfang September 2020 ein «überdurchschnittliches Nachhaltig­keitsprofil» an.

Biland sagt dazu: «Die neu eingeführten Verbesserun­gen sind noch relativ jung, und in unseren ersten Analysen machen sie sich noch kaum bemerkbar.» Die Nachhaltigkeitsbewertungen der Vi­tainvest-Fonds seien kaum höher als in klassischen Fonds, die einen In­dex nachbilden.

Beratung hilfreich, aber Fonds zu teuer

Irene Kummers Fazit zur Bera­tung durch die UBS: «Ich weiss jetzt, wie ich meine Altersvorsorge lösen kann, nämlich mit Wertschriftenanlagen und 3a-­Einzah­lungen. Aber die UBS sollte uns Frauen auch vor typischen Anlage­fehlern bewahren – wie dem Kauf von sehr teuren Fonds.»

Die UBS schreibt K-Geld, die vorgeschlagenen Fonds seien aktiv gemanagt. Das mildere die Anlage­risiken ab und erhöhe die Chancen für eine bessere Rendite.

Dieser Artikel ist in der Applica 19/07/2021 erschienen

Artikel in Originalversion als PDF herunterladen 

 

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihre Website, Ihren Blog oder Newsletter? Bei der FundCom sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Pensionskassenausweis: So lesen Sie ihn richtig

Für viele Versicherte ist der Pensionskassenausweis ein Buch mit sieben Siegeln. Es lohnt sich jedoch, ihn sorgfältig zu studieren. Er zeigt nämlich, welche Leistungen bei der Pensionierung zu erwarten sind.

Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, erhält jedes Jahr seinen persönlichen Pensionskassenausweis. Darin steht, welche Leistungen Versicherte und ihre Angehörigen im Alter, bei Invalidität und im Todesfall voraussichtlich erhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Ausweis richtig lesen.

Von Bernhard Bircher-Suits

 

Darum gehts

  • Der Pensionskassenausweis – Punkt für Punkt erklärt
  • Welche Gesetze und Bestimmungen die Höhe der Leistungen beeinflussen

 

Wieviel Geld erhält man voraussichtlich bei seiner Pensionierung? Die Antwort darauf steht im Pensionskassenausweis. Angestellte erhalten ihn jeweils Anfang Jahr von der Kasse, der sie gegenwärtig angeschlossen sind.

In der Schweiz gibt es über 1500 Vorsorgeeinrichtungen. Die im Ausweis enthaltenen Informationen sind unterschiedlich. Im Gesetz heisst es, die Vorsorgeeinrichtung müsse ihre Versicherten jährlich «in geeigneter Form informieren».

Gesetz bestimmt die Höhe der Leistungen

Gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen sollten die Versicherten von der Vorsorgeeinrichtung jährlich Auskunft erhalten über ihre Leistungsansprüche, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz und das Altersguthaben sowie über die Organisation und die Finanzierung.

Grundsätzlich gilt: Die Höhe der Leistungen in der beruflichen Vorsorge wird vom Gesetz über die berufliche Vorsorge bestimmt. Dazu kommen die Bestimmungen im Vorsorgereglement der einzelnen Pensionskassen sowie die Vorsorgepläne, welche die einzelnen Unternehmen mit der Kasse vereinbaren.

Der Pensionskassenausweis Schritt für Schritt erklärt

Lesen Sie den Artikel und erfahren Sie, wie sie den Vorsorgeausweis richtig lesen. Die Erklärungen basieren auf einem Musterausweis für einen verheirateten Mann mit Jahrgang 1963 und Vollzeitpensum.

Artikel als PDF herunterladen

Dieser Artikel ist in K-Geld 1/2021 erschienen.


Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihre Website, Ihren Blog oder Newsletter? Bei der FundCom sind Sie an der richtigen Adresse.

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

Rendite-Immobilien: Grosse Versprechen an Miteigentümer

Die Firma Crowdhouse vermittelt ­direkte Investitionen in Wohneigentum – schon ab 100000 Franken. Sie verspricht den Miteigen­tümern Jahresrenditen von über 7 Prozent. Eine K-Geld-Stich­probe zeigt: Das dürfte nur schwer zu erreichen sein.

Von Bernhard Bircher-Suits

Das Zürcher Unternehmen Crowdhouse AG sucht in der Deutschschweiz Rendite-Wohn­objekte und verkauft sie in Tranchen an mehrere Miteigentümer. Nach eigenen Angaben tätigte das Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2015 bereits Immobilientransaktionen im Wert von 1,5 Milliarden Franken.

Gemäss Crowdhouse haben über 1200 Anleger Miteigentums­anteile an Rendite-Immobilien erworben. Crowdhouse selbst wird nie Miteigentümer, vermittelt aber die Hypothek von jeweils 45 bis 66 Prozent der Kaufsumme der ­Liegenschaft über eine Partnerbank. Den Rest zahlen die Investoren. Ein Eigentümer darf maximal einen Drittel der Anteile an einer Immobilie halten. Die Eigentumsquoten entsprechen der Höhe des Kauf­preises, den ein Anleger zahlte. Die Anteile werden mit Namen der Miteigentümer im Grundbuch eingetragen. Anspruch auf ein Wohnrecht haben die Investoren nicht.

In den Anfangsjahren konnte man schon ab 25 000 Franken solche Immobilienanlagen tätigen – heute sind es meist mindestens 100 000 Franken. Laut Crowdhouse hat sich gezeigt, «dass dieser Mindestbetrag garantiert, dass sich die Anzahl der Eigentümer pro Immobilie in einem überschaubaren Rahmen hält».

Ungewöhnlich hohe ­Honorare für Vermittlung und Verwaltung

Crowdhouse verdient mehrfach an den Häusern. Miteigentümer zahlen für die Vermittlung der Anteile in der Regel 3 Prozent Provision. Beispiel: Bei einem Objekt in Leibstadt AG betrug der Kaufpreis 4,15 Millionen Franken, das Vermittlungs­honorar für Crowdhouse 134 087 Franken. Die «Kaufnebenkosten zu­lasten der Investoren beliefen sich zusätzlich auf 85 696 Franken. Bei einem Mehrfamilienhaus in Gränichen AG belastete Crowdhouse den Investoren gemäss der Internetzeitung «Inside Paradeplatz» 5,5 Prozent. Das ist viel. Adrian Wenger, Immobilienspezialist beim VZ Vermögenszentrum: «Für die Vermittlung von Renditeobjekten sind Honorare von 1,5 bis 2 Prozent üblich.»

Zudem verdient Crowdhouse mit der Verwaltung der von ihr vermittelten Immobilien. Das Verwaltungshonorar beträgt je nach Liegenschaft zwischen 5 und 7 Prozent der Nettomieteinnahmen pro Jahr. Zum Vergleich: Normalerweise ­belaufen sich die Kosten für eine Mietliegenschaft gemäss dem Offerten-Portal Gryps auf 4 bis 5 Prozent des Jahresmietzinses, je nach Region und Umfang der Aufgaben.

Auf dem Immobilien-Portal Homegate bietet Crowdhouse zurzeit drei Wohnungen am Furlängeweg 654 und 653 in Leibstadt AG zur Miete an. Sie sind Teil der Neubausiedlung Prato Verde («Grüne Wiese») mit 56 Wohneinheiten in fünf Blöcken. Die Wohnhäuser ­gehören Kleininvestoren – laut Grundbuch mehrheitlich Privatpersonen. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung wird zurzeit inklusive Nebenkosten für 1890 Franken im Monat zur Miete angeboten.

Die Lage der freien Wohnungen in Leibstadt erscheint auf den ersten Blick attraktiv. Die Siedlung liegt nur einen Steinwurf vom Rhein entfernt. In nur 1 Kilometer Distanz steht das Kernkraftwerk Leibstadt. Laut der Vermarktungs-­Website Prato-­verde.ch waren Mitte März 6 der 56 Wohnungen frei. Die Leerstandsquote lag somit bei etwa 11 Prozent. Das Risiko tragen die Haus­eigentümer gemeinsam.

Wie kommen Anleger auf die Idee, Anteile an einem Wohnblock in einem kleinen Dorf neben einem AKW zu kaufen? K-Geld sprach mit fünf Miteigentümern der Liegenschaften in Leibstadt. Drei von ihnen halten auch Anteile an anderen Crowdhouse-Immobilien. Alle suchten nach einer guten Möglichkeit, in Immobilien anzulegen, und verwiesen auf die niedrigen Zinsen von Sparkonten. Einige wollten zudem keine «Börsenrisiken» tragen. «Ich hätte auch lieber ein Mehr­familienhaus in Zürich gekauft», sagte einer der Eigentümer. «Dafür fehlte mir aber das Geld.» Dem Investor ist es vor allem wichtig, «möglichst wenig mit der Immobilie zu tun zu haben».

Statt der versprochenen 7 Prozent Rendite gabs nur 2,61 Prozent

Für die Anleger zählt, dass sie «direkt Immobilien kaufen und besitzen – mit Eintrag im Grundbuch». Mit den monatlich ausbezahlten Einnahmen an den Miet­-Erträgen sind sie ­zufrieden. Die Rendite der Befragten lag laut eigenen Angaben für 2020 zwischen 2,61 Prozent (Furlängeweg 654, Leibstadt) und 5,3 Pro­zent für das Mehrfamilienhaus in Gränichen. Auf ihrer Inter­netplattform gibt Crowdhouse die ­«erwartete Eigen­kapitalrendite» für Miteigentum an einem Prato-Verde-­Wohnblock mit mindestens 7 Prozent pro Jahr an.

Sprecher Michael Meier erklärt die Differenz so: Die berechnete Prognose für das Mehrfamilienhaus in Leib­stadt stütze sich auf ein ­langfristiges Geschäfts­szenario mit mehrjähriger Halte­dauer. In der Prognose berücksichtigt seien auch Miet-Ertragsausfälle in der Anfangsphase. Denn die Liegenschaft sei erst seit September 2020 bezugsbereit. Und die bloss 5,3 Prozent in Gränichen rechtfertigt Meier damit, dass es sich nicht um die Eigen­kapitalren­dite, sondern um die Ausschüttung handle. «Diese resultiert aus der ­erzielten Eigenkapitalrendite abzüglich der Rückstellungen.»

Crowdhouse wird auch beim ­etwaigen Verkauf einer Liegenschaft wieder Geld verdienen. Im Crowd­house-Vertrag steht: «Sollten sich die Miteigentümer für einen Gesamtverkauf der Liegenschaft entscheiden, ist ausschliesslich die ­Beauftragte (‹Crowdhouse›) für allfällige Verkaufsverhandlungen über die Liegenschaft mit Dritten zuständig.» Crowdhouse sei «berechtigt, ein Honorar vom Käufer zu verlangen».

Crowdli und Foxstone: Gleiches Geschäftsmodell, tiefere Mindestbeteiligung

Neben Crowdhouse setzen auch deutlich kleinere Unternehmen auf das Geschäftsmodell, Schweizer Rendite-Immobilien an eine grössere Zahl von Miteigentümern zu vermitteln. Dazu zählen etwa Crowdli (Crowdli.ch) oder Foxstone (Foxstone.ch). Während die Mindestbeteiligung bei Crowdhouse 100 000 Franken beträgt, sind bei Crowdli schon Investitionen ab 10 000 Franken und bei Foxstone solche ab 25 000 Franken möglich. Foxstone vermittelt nur Immobilien in der Romandie. Die «möglichen Renditen» beziffert Crowdli mit 5,75 Prozent, Foxstone mit 5 bis 8,5 Prozent.

Lesen Sie den Beitrag in der Originalversion auf K-Geld

Artikel in Originalversion als PDF herunterladen

Suchen Sie nutzwertigen Top-Content für Ihre Fundraising-Kampagne, Ihren Newsletter oder Ihre Webseite?

Kontaktieren Sie uns jetzt für ein erstes kostenloses Gespräch oder rufen Sie uns an unter Tel. +41 44 271 02 02. Wir freuen uns auf Sie!

In Deutschland leben Schweizer Rentner zum Tiefpreis

Immer mehr Schweizer Rentner verbringen ihren Ruhestand in Deutschland. Für viele lohnt sich der Umzug. Denn die Wohn- und Lebenshaltungskosten sind tief, der Schweizer Franken stark – und es gibt keine Vermögenssteuer.

Viele Schweizer sind sich gewohnt, nach Deutschland zu fahren, um beim Einkaufen Geld zu sparen. Einige ziehen gleich ganz ins Nachbarland. Wie zum Beispiel Ursula und Hans-Ulrich Keller. Die Logopädin und der ehemalige Unternehmer wollen in Deutschland ihren Lebensabend verbringen. Das Ehepaar kaufte im Jahr 2012 in der deutschen Grenzgemeinde Dettig­hofen 1250 Quadratmeter Bauland für 95 000 Euro – damals waren das 152 000 Franken. Hier liessen die Kellers ein Haus für rund eine Million Euro bauen. «In un­serem früheren Wohnort Boppelsen ZH lag der Quadratmeterpreis damals bei 1200 Franken. In Dettighofen zahlten wir umgerechnet 122 Franken», sagt Hans-Ulrich Keller.

Kredit für Hausbau in Deutschland: «Möglich, aber schwierig»

Ende 2019 wohnten rund 19000 Schweizer Rentner in Deutschland. Es werden immer mehr. Daten des Bundesamts für Sozialversicherungen zeigen: Die Zahl der Schweizer AHV-Rentenbezüger in Deutschland stieg von 2010 bis Ende 2018 um fast 40 Prozent. Deutschland ist für Schweizer nach Frankreich das beliebteste Auswanderungsland. 

Schweizer dürfen in EU-Staaten Immobilien erwerben. Schweizer Banken finanzieren aber keine Immobilien im Ausland. Das Ehepaar Keller musste daher sein Haus in Boppelsen verkaufen, um das neue Heim in Dettighofen zu finanzieren. Nach Abzug der Hypothek blieben vom Verkaufsertrag von 1,35 Millionen noch 630 000 Franken. Mit dem ausbezahltem Pensionskassenkapital und dem Verkauf von Land brachten sie fast genug Eigenmittel für den Hausbau zusammen. «Da wir ins Ausland zogen, erhielten wir keinen Steueraufschub für den erneuten Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum», erzählt Keller. Sie mussten der Gemeinde Boppelsen daher 100 000 Franken Grundstückgewinnsteuern abliefern. 

Von der deutschen Volksbank Hochrhein erhielten sie für den Hausbau ein Darlehen von 120 000 Euro – keine Selbstverständlichkeit: Denn deutsche Kreditgeber sind zurückhaltend mit der Vergabe von Krediten an Schweizer Rentner. Mario Müller, Leiter des deutschen Hypothekenvermittlers Interhyp in Konstanz, weiss aus Erfahrung: «Als Schweizer Rentner eine Finan­zierung in Deutschland zu erhalten, ist möglich, aber schwierig.» 

Im Juli 2014 zogen Kellers ins fertige Haus ein. Dettighofen liegt an der Grenze und hat rund 1200 Einwohner, 67 davon mit Schweizer Pass. Hans-Ulrich Keller: «Wir fühlen uns in der Gemeinde weit­gehend integriert.» Nach der amt­lichen Prüfung ihrer Finanzen und Versicherungen erhielten Kellers eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre. Hans-Ulrich Keller erhält seit 2010 eine AHV-­Rente. Auslandschweizer haben keinen Anspruch auf weitere Leistungen wie Hilflosenentschädigung, Hilfsmittel oder Ergänzungsleistungen. 

Hans-Ulrich Keller weiss, dass die AHV-Rente nach der Pensio­nierung seiner Frau im Juli 2020 auf 3550 Franken steigt. Dazu kommen 1500 Franken Pensionskassenrente. In der Schweiz würden sie mit rund 5000 Franken pro Monat «nicht weit kommen», sagt er. In Deutschland hingegen kommen sie mit den umgerechnet 4500 Euro pro Monat «gut über die Runden». Dies auch deshalb, weil die Lebenshaltungskosten in Deutschland deutlich geringer sind als in der Schweiz. Zum Vergleich: Eine Durchschnittsrente für ein deutsches Rentnerpaar beträgt nur rund 2200 Euro pro Monat. 

Schweizer Rentner, die nur von der Schweiz eine Rente beziehen und in die EU übersiedeln, bleiben grundsätzlich obligatorisch bei der Krankenkasse in der Schweiz gegen Unfall und Krankheit versichert. Sie können sich entweder in Deutschland oder in der Schweiz behandeln lassen. Elisabeth Hostettler vom Schweizer Bundesamt für Sozialversicherungen erklärt: «Im Wohnland Deutschland wird man bei der medizinischen Versorgung gleich behandelt wie Leute, die dort in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.» Kellers sind bei der Krankenkasse Helsana versichert und gehen in Zürich zum Arzt.

Steuer auf Eigenmietwert und Vermögenssteuer entfallen

Mit einem definitiven Wegzug aus der Schweiz wird das Einkommen und das Vermögen im Ausland ­steuerpflichtig. Zwischen der Schweiz und jedem EU-Land be­stehen Doppelbesteuerungsabkommen. Die Besteuerung richtet sich nach dem jeweiligen Abkommen. Was Kellers freut: In Deutschland müssen sie auf ihrem Haus keinen Eigenmietwert als fiktives Ein­kommen versteuern. Den Zins für ihre restlichen Hypothekarschulden von 70 000 Euro kann das Paar umgekehrt nicht vom steuerbaren Einkommen abziehen. Deutschland kennt keine Vermögenssteuer mehr. Kellers müssen also den Wert ihres Hauses nicht versteuern. 

Kellers zahlen allerdings mit rund 8000 Euro Steuern pro Jahr doppelt so viel, wie sie im steuergünstigen Boppelsen zahlen mussten. Schweizer AHV- und Pensionskassenrenten werden in Deutschland nicht voll besteuert. Bei Kellers unterliegen 60 Prozent der Einkommenssteuer. Der Umzug hat sich für das Ehepaar finanziell gelohnt. 

Hans-Ulrich Keller sagt rück­blickend: «Wir würden wieder nach Deutschland ziehen. Schweizer Rentnern empfehlen wir eine Ansiedlung in der Grenzregion. Hier ticken die Leute etwa gleich wie die Schweizer.»

Ruhestand in Deutschland: Das sollten auswanderungswillige Pensionierte wissen

Aufenthaltsgeneh­migung: In EU-Staaten erhalten Schweizer Rentner eine Aufenthaltserlaubnis für mindestens fünf Jahre. Sie müssen nachweisen, dass sie über genügend Mittel verfügen und keine Sozialhilfe beanspruchen. Zudem benötigen sie einen Krankenversicherungsschutz. 

Lebenshaltungskosten: Tiefe Preise und der starke Franken ­­machen das Leben in Deutschland attraktiv. Wechselkursverhältnisse können sich aber ändern. 

AHV, Pensionskasse: Für die ­Auszahlung von AHV/IV-Renten ins Ausland ist die Schweizerische Ausgleichskasse respektive die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zuständig. Ein AHV-Leistungsbezüger kann seine Rente auf ein Konto in der Schweiz oder im Ausland auszahlen lassen. Pensionskassen verlangen meist ein Schweizer Konto.

Versicherungen: Einige Schweizer Krankenkassen bieten eine Krankenversicherung für Personen an, die in einem EU-/EFTA-Staat wohnen. Eine Übersicht über diese Prämien bietet das Vergleichsportal Priminfo.ch ­unter «Prämien EU/EFTA». Weitere ­Informationen zum Thema Krankenversicherung in Deutschland gibts auf den Websites Kvg.org sowie Dvka.de. 

Steuern: Auf Renten- und Kapitalbezüge der Pensionskasse erhebt die Schweiz in der Regel eine Quellensteuer. Dasselbe gilt für Freizügigkeitsguthaben und Guthaben der dritten Säule. Nach Deutschland ­ausgewanderte Schweizer können die Quellensteuer dank Doppelbesteuerungsabkommen zurück­fordern.

Nachlass: Wer im Ausland lebt und dort stirbt, unterliegt normalerweise auch dem dortigen Erbrecht. Schweizer Bürger, die in einem EU-Land leben, können aber testamen­tarisch verfügen, dass ihr Nachlass nach Schweizer Recht geregelt ­werden soll.

 

Dieser Artikel ist im K-Geld 3-2020 erschienen. Siehe PDF-Version mit Original-Layout.

Mehr Restwert dank klugem Kauf

Jedes Auto verliert an Wert – doch nicht jedes gleich schnell. Bezüglich Restwerte von Autos mit alternativem Antrieb schwingt eine Marke oben aus. Wer bereits beim Kauf einige Punkte beachtet, profitiert beim Wiederverkauf.

Wer einen fabrikneuen Wagen kauft, muss bereits bei der Einlösung einen ersten Wertverlust hinnehmen. Der Grund: Das eingelöste Fahrzeug gilt bei möglichen Käufern nicht mehr als «fabrikneu». Bezüglich Neuwagen gibt es denn auch einen alten Spruch: «Fährt man mit dem neuen Auto vom Hof des Händlers, ist es bereits nur noch die Hälfte wert.» So rasch geht es dann doch nicht, aber Autos sind eine miserable Geldanlage: Ein Neuwagen verliert im Schnitt innert drei Jahren rund die Hälfte an Wert. Das zeigen aktuelle Zahlen des Auto-Bewertungsdienstes Eurotax. Die Unterschiede bei der Höhe des Abschreibers sind – zumindest in Bezug auf die Treibstoffart – relativ klein: Benziner haben im Schnitt nach drei Jahren einen Restwert von 50% des Kaufpreises, Autos mit alternativem Antrieb wie Elektro, Gas etc. 50.3% und Dieselfahrzeuge 47.2%. Diese durchschnittlichen Restwerte variieren jedoch stark je nach Marke, Modell, Kilometerleistung, Antriebsart, Aufbau und Zubehör.

Alternative Antriebe auf der Überholspur
Wer den Kauf eines Gebrauchtwagens mit alternativem Antrieb prüft, darf sich freuen: Das Angebot ist gemäss der Handelsplattform AutoScout24 von 2015 bis 2019 um insgesamt 60% gestiegen. Die gute Nachricht an alle, die ihr Auto verkaufen möchten: Die Nachfrage nach Autos mit alternativem Antrieb hat sich seit 2016 mehr als verdoppelt. Auch bei Neuwagen werden alternative Antriebe zunehmend beliebter – 2019 fielen bereits 13% der Kaufentscheide gegen einen reinen Benzin- oder Dieselmotor (siehe Seiten 12 bis 13). Über 10000 fabrikneue Elektroautos sind auf Schweizer Strassen gerollt.

Erste Generation Elektroautos verliert an Wert
Robert Madas, Bewertungsexperte bei Eurotax, sagt: «Grundsätzlich gehen wir – aufgrund schnellerer Technologie-Alterung – bei Elektrofahrzeugen von einem stärkeren Wertverlust aus, sobald die Nachfolge-Generationen auf den Markt kommen. Elektroautos der ersten Generation, also mit einem hohen einstigen Neupreis, geringer Reichweite und langer Ladedauer, zeigen einen deutlich höheren Wertverlust.» Wie hoch der Abschreiber genau ausfällt, bestimmt der Occasionsmarkt. Doch welche Modelle mit alternativem Antrieb verlieren nach drei Jahren am wenigsten an Wert? AutoScout24 hat für die Auto-Umweltliste den Restwert inserierter Personenwagen in fünf Kategorien unter die Lupe genommen (siehe Tabelle). Die Ermittlung der Restwerte erfolgte mit insgesamt 10801 Fahrzeugen des Modelljahres 2016, die im Oktober 2019 inseriert waren. Die Berechnung des Restwerts basiert auf den inserierten  Angebotspreisen. Es wurden alle Fahrzeuge berücksichtigt, die nicht ausschliesslich mit Diesel oder Benzin betrieben werden – also auch Hybridfahrzeuge mit Benzin- oder Diesel- und Elektromotor. Gasautos schafften es aufgrund der zu kleinen Angebotszahl nicht in die Tabelle.

Restwert-Könige: Toyota-Modelle
Die Marke Toyota glänzt in drei von fünf Kategorien mit dem höchsten Restwert (grün markiert). In der Kategorie Limousinen mit den Modellen Prius und Auris gar auf Platz 1 und 2. Bei den Kleinwagen ist der hybride Toyota Yaris mit Benzin- und Elektromotor mit einem Restwert von 65% nach drei Jahren der Champion. Der hybride Sportwagen i8 von BMW ist hingegen eine Geldvernichtungsmaschine mit einem Restwert von rund 98000 Franken respektive 42%. Und wann ist für ein älteres Fahrzeug der richtige Verkaufszeitpunkt? Die Faustregel lautet: Sobald die  Reparatur mehr als die Hälfte des Restwerts ausmacht, ist es  besser, den Wagen zu verkaufen statt zu reparieren. Tipp: Wer den aktuellen Restwert seines Autos herausfinden will, kann ihn unter www.autoscout24.ch/de/content/fahrzeugbewertung für 11 Franken berechnen lassen.

Autor: Bernhard Bircher-Suits, dieser Artikel ist in der Auto-Umweltliste März 2020 des VCS erschienen.

So erzielen Sie Höchstpreise

Massengeschmack: Anhaltspunkte für beliebte Modelle liefern Verkaufsstatistiken unter www.auto.swiss/statistiken.

Werterhalt: Setzen Sie auf Marken und Modelle mit einem guten Werterhalt – siehe Tabelle. Elektroautos mit hoher Reichweite und zeitsparender Schnelllade-Kapazität sowie langer Batterie-Herstellergarantie sind wertstabiler als E-Autos ohne diese Merkmale.

Unterhalt: Unfallfreie Fahrzeuge mit gepflegtem Interieur, lückenlosem Serviceheft und einem aktuellen MFZ-Prüfbericht lassen sich meist besser verkaufen.

Farbwahl: Sehr gefragt sind die Farben Schwarz, Weiss und Grau – in dieser Reihenfolge.

Verbrauch, Service: Ein tiefer Sprit- resp. Stromverbrauch, moderne Abgasnormen (mindestens Euro 5/6), geringe Servicekosten und Fahrzeugsteuern sind gute Verkaufsargumente.

So viel Geld sparen Sie mit einem Stromer

Wer ein Auto mit Elektro­antrieb fährt, kann klimaschädliches Kohlendioxid, Motorfahrzeugsteuern und Versicherungsprämien ­sparen. K-Geld zeigt das Sparpotenzial eines ­Elektro-Golfs im Vergleich zum fast gleich teuren VW Golf mit Benzinmotor.

Die Zahl neuer, rein elektrisch betriebener Personenwagen stieg im vergangenen Jahr um insgesamt 13 165. Einen grossen Anteil hatte das im Frühling 2019 lancierte ­Model 3 von Tesla. Es war mit 5028 Exemplaren das viertmeiste neu zugelassene Automodell der Schweiz. 

Seit Anfang dieses Jahres gilt für 85 Prozent der neuen Personen­wagen ein strengerer CO2-Treibhausgas-Zielwert: 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Um die verschärften CO2-Vorgaben zu erfüllen, bringen Autohersteller in den nächsten Monaten zahlreiche neue Elektromodelle auf den Markt. 

Auf der Website Verbrauchs­katalog.ch finden sich mittlerweile 20 in der Schweiz erhältliche Elektroautos in unterschiedlichen Ausführungen. Gemäss Lukas Reinhardt, Sprecher des Touring Club Schweiz (TCS), haben zurzeit alle in der Schweiz erhältlichen Elektro-­Personenwagen die Effizienz-Bestnote A. 

Doch wie wirkt sich der Kauf ­eines E-Autos auf das Portemonnaie aus? K-Geld hat die Motorfahrzeugsteuern und Autoversicherungs­prämien für die Kantone Zürich und Bern verglichen. Unter die Lupe genommen wurde das 2019 am dritthäufigsten verkaufte Automodell VW Golf in der Variante Elektro-Golf im Vergleich zum fast gleich teuren Benziner VW Golf TSI 1.5 Comfortline mit Automatikgetriebe und150 PS. Preis des E-Golfs: 35 200 Franken. 

Elektroautos sind im Kanton Solothurn von der Steuer befreit

Autobesitzer müssen für jedes eingelöste Fahrzeug eine jährliche Steuer an ihren Wohnsitzkanton zahlen: die Motorfahrzeugsteuer. Die Höhe und Berechnungsart der Steuer unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Ausschlaggebend sein können: Hubraum, Leistung (PS), Gesamtgewicht, Leergewicht und Kombinationen daraus. Sparsame Fahrzeuge und Elektroautos erhalten in vielen Kantonen eine Steuererleichterung. In einigen Kantonen sind reine Elektroautos in den ersten Jahren sogar ganz von der Steuer befreit – im Kanton ­Solothurn für immer. 

Das konkrete Beispiel zeigt: Der E-Golf-Halter zahlt im Kanton Zürich in den ersten drei Jahren keine Motorfahrzeugsteuer. Danach sind es 259 Franken im Jahr. Der Besitzer des Benziner-Golfs zahlt hingegen jedes Jahr 269 Franken Motorfahrzeugsteuern, innert drei Jahren 807 Franken (3 x 269 Franken). So hoch ist die Steuerersparnis für den Elektro-Golf-Käufer. Im vierten Jahr spart er nur noch 10 Franken Steuern pro Jahr.

Im Kanton Bern gilt für den E-Golf zunächst eine reduzierte Steuer von 90 Franken pro Jahr. Nach drei Jahren zahlt der Fahrzeug­eigentümer jährlich 225 Franken. Der Benziner-Golf kostet jährlich 329 Franken. Ersparnis des Elektro­autos innert den ersten drei Jahren: 717 Franken. Ab dem vierten Jahr beträgt der Sparvorteil des E-Autos noch 104 Franken pro Jahr. 

Die kantonalen Strassenverkehrsämter bieten auf ihren Internetseiten Rechner an, welche die anfallende Steuer je nach Wagen ­berechnen. Solche Steuervergleiche bringen massive Steuerunterschiede ans Licht. So zahlt etwa ein Käufer eines Tesla Modell 3 im Kanton Solothurn keine Motorfahrzeugsteuer für sein E-Auto, im Kanton Schwyz hingegen 849 Franken pro Jahr.

Bei den Versicherungsprämien wirbt etwa die Zurich Versicherung relativ vage mit einem «Sondertarif für umweltfreundliche Fahrzeuge». Die Axa Versicherung wirbt bei Elektroautos konkret mit einem «Rabatt von 5 Prozent», die Generali lockt Kunden mit «25 Prozent Rabatt für umweltfreundliche Fahrzeuge». Der K-Geld-Vergleich (siehe Tabelle im PDF) zeigt: Ein Versicherungsnehmer mit Jahrgang 1985 fährt in den Kantonen Bern und Zürich jeweils beim E-Golf mit der Generali-Versicherungslösung «Minima» am günstigsten. Die Jahresprämien für den E-Golf kosten im Kanton Bern 480 Franken, im Kanton Zürich 528 Franken. Die günstigste Haftpflicht- und Voll­kasko-Prämie für den Benziner-Golf für die gleiche Person bietet die Smile-­Versicherung, eine Tochterfirma der Helvetia-Gruppe: Im Kanton Bern werden 542 Franken und im Kanton Zürich 594 Franken pro Jahr fällig. Ein Versicherter spart mit dem E-Golf im Kanton Bern jedes Jahr 62 Franken, im Kanton Zürich 66 Franken. Das Sparpotenzial mit dem E-Golf ist somit bescheiden. 

Der TCS rechnet beim E-Golf mit 20 Prozent -tieferen Wartungskosten

Anders bei den Wartungskosten: Der TCS geht beim Modell E-Golf zum Beispiel von 20 Prozent tieferen Wartungskosten aus als beim Verbrenner-Golf. Die Kilometerkosten des E-Golf liegen bei einer Jahreslaufleistung von 15 000 Kilometern gemäss TCS bei 60 Rappen, beim Benziner-Modell bei 66 Rappen. Sparpotenzial pro Jahr bei 15 000 Kilometern mit dem E-Golf: 900 Franken. Grundsätzlich gilt laut Lukas Reinhardt vom TCS: Je mehr Kilometer man mit einem Elektroauto pro Jahr fährt, desto höher ist der Kostenvorteil gegenüber dem Auto mit Verbrennungsmotor. 

Und noch ein Spartipp: 1000 Franken pro Elektro-Auto und 2000 Franken pro E-Lieferwagen zahlt die Klimastiftung Schweiz an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf Elektromobilität umsteigen.

Autor: Bernhard Bircher-Suits, FundCom AG
Publikation in K-Geld 1-2020
Siehe Artikel mit Tabelle im PDF-Originallayout.

Kantonale Motorfahrzeugsteuern für Elektroautos

Der Kanton SO verzichtet bei Elektroautos vollständig auf eine Motorfahrzeugsteuer. Die Kantone FR, GL, GE und NW erlassen E-Autonutzern die Motorfahrzeugsteuern während den ersten zwei Jahren. OW, SG und ZH befreien die Halter von E-Mobilen während drei Jahren von den Steuern. Zeitlich limitierte Steuerrabatte gibt es in den Kantonen BL (3 Jahre), BS (10 Jahre), BE (3 Jahre) und TG (4 Jahre). In den Kantonen GR, JU, TI, UR und ZG ist der Rabatt für Elektroautos unlimitiert gültig. In folgenden Kantonen gibt es keinerlei Reduktionen bei der Motorfahrzeugsteuer: AG, AI, AR, LU, NE, SH, SZ und VS.